Mein Lieblingsplatz: Die Bonn-Matreier Hütte hoch über dem Virgental

Einen imposanten Panoramablick von der Lasörling- über die Glockner- und Schobergruppe bis zu den Dolomiten genießt man von diesem wunderschönen Platz im Großen Nilltal aus.

Auf einem markanten Bergrücken an der Südflanke der Eichhamgruppe liegt auf 2.750 Metern Seehöhe die Bonn-Matreier Hütte, ein wichtiger Stützpunkt auf dem Venediger Höhenweg und dem Adlerweg. Errichtet wurde diese Schutzhütte im Jahre 1932 von den Sektionen Bonn des DAV und der Sektion Matrei in Osttirol des ÖAV. Seitdem betreiben die beiden Sektionen die Hütte gemeinsam. Es handelt sich bei der Bonn-Matreier Hütte um das einzige Schutzhaus, das von einer österreichischen und einer deutschen Alpenvereinssektion gemeinsam betrieben wird.

Der Platz für den Bau der Hütte wurde gut gewählt. Umgeben von zahlreichen Dreitausendern genießt man hier auf der Sonnseite des Virgentales einen außergewöhnlichen Panoramablick – von den Fels- und Eisriesen der Venediger- und Lasörlinggruppe über die Schober- und die Glocknergruppe bis zu den Lienzer und Sextener Dolomiten. Bei guter Fernsicht kann man sogar bis zum Triglav – den höchsten Berg Sloweniens – sehen.

Bewirtschaftet wird die Hütte seit einigen Jahren von Nora Rosche und Florian Kirchberger. Sie sorgen für das leibliche Wohl der Gäste und dafür, dass diese auch die Übernachtung im Hochgebirge in vollen Zügen genießen können. Als staatlich geprüfter Berg- und Skiführer begleitet Florian die Bergsteiger auf den Eichham und die anderen attraktiven Gipfel rund um das Schutzhaus.

 

Vor diesem Kreuz wird alljährlich im August eine Bergmesse gefeiert. Nur einige Minute von der Hütte entfernt liegt eine beeindruckende Felsenkapelle, die zu den höchst gelegenen Gotteshäusern in den Alpen zählt.

 

Die Bonn-Matreier Hütte erreicht man von Obermauern/Budam aus in ca. 3 Stunden, vom Parkplatz Wallhorner Mähder unterhalb der Bodenalm in Prägraten aus in 3,5 Stunden sowie vom Parkplatz Marin in Virgen aus in rund 4 Stunden. Auf dem Weg kann man auch in der Nilljochhütte oder in der Schmiedleralm einkehren.

Beliebte Gipfeltouren führen auf den Eichham (3.371 m, 3,5 h), auf den Säulkopf (3.209 m, 2 h) und auf den Raukopf (3.070 m, 1 h). Über die Kälber- und Galtenscharte (2.871 m) erreicht man in rund 5 Stunden die Badener Hütte (2.608 m). Auf der Galtenscharte ist die erhöhte Steinschlaggefahr zu beachten. Jeweils rund 3,5 Stunden Gehzeit muss man für die Wanderung zu den Nachbarhütten Sajathütte (2.600 m) und Eisseehütte (2.521 m) veranschlagen. Für den Abstieg nach Obermauern kann man auch die wunderschöne Route über das Kleine Nilltal und die Gottschaunalm wählen.

 

Text und Fotos: Raimund Mühlburger

17. August 2020 um