Engagierte BürgerInnen und jahrhundertealte Familientraditionen geehrt
Der Hohe Frauentag steht in Tirol traditionell im Zeichen des Dankes und der Anerkennung. Im Rahmen eines Festakts in der Hofburg zu Innsbruck zeichneten die beiden Landeshauptleute Anton Mattle und Arno Kompatscher am 15.08.2026 verdiente Persönlichkeiten aus bzw. überreichten den Ehrentitel „Erbhof“.
„Das Jahr des Ehrenamts macht sichtbar, was Tirol jeden Tag trägt: Zahlreiche Menschen übernehmen freiwillig Verantwortung und leisten weit mehr, als von ihnen erwartet wird. Sie schenken ihre Zeit, ihr Wissen und ihre Kraft für andere in Vereinen, Einsatzorganisationen, im Sozial- und Gesundheitsbereich, in Kultur und Brauchtum, im Sport, in der Bildung, in der Landwirtschaft und in vielen weiteren Bereichen – und retten mit Engagement und Zivilcourage in vielen Fällen sogar Leben. Dieses Engagement ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine tragende Säule unseres Landes. Mit den heutigen Auszeichnungen sagen wir Danke und setzen ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung für alle Ehrenamtlichen, Lebensretterinnen und Lebensretter sowie Familien, die über Jahrzehnte Traditionen auf ihren Höfen pflegen“, erklärte eingangs Tirols Landeshauptmann Anton Mattle. Sein Landeshauptmann-Kollege aus Südtirol, Arno Kompatscher, strich in seiner Ansprache heraus, dass Ehrenamt und gelebte Verantwortung für die Gemeinschaft Tirol und Südtirol seit jeher verbinden. „Die heute ausgezeichneten Menschen stehen stellvertretend für viele, die sich mit großer Selbstverständlichkeit und viel persönlichem Einsatz für andere engagieren. Ihr Beitrag stärkt den Zusammenhalt und macht unsere Gesellschaft lebenswerter. Gerade in einer Zeit, in der Gemeinschaft und gegenseitige Unterstützung besonders wichtig sind, ist es ein starkes Zeichen, dieses Engagement sichtbar zu würdigen. Mein besonderer Dank gilt daher allen Geehrten für ihren Einsatz, den Lebensretterinnen und Lebensrettern für ihren Mut sowie den Erbhof-Familien, die über Generationen hinweg Verantwortung für ihre Höfe und unser kulturelles Erbe übernehmen“, so Kompatscher.
Auszeichnung für besonderes Engagement und Ehrenamt
Mit dem Verdienstkreuz des Landes Tirol wurden heuer insgesamt 46 Persönlichkeiten ausgezeichnet, die sich in herausragender Weise um das Land und seine Menschen verdient gemacht haben. Es ist nach dem Ring und dem Ehrenzeichen die dritthöchste Auszeichnung des Landes Tirol. Die bronzevergoldete Verdienstmedaille erhielten insgesamt 140 Personen, die sich über viele Jahre mit ehrenamtlichem Einsatz und außergewöhnlichem Engagement für das Gemeinwohl eingesetzt haben. Unter den Ausgezeichneten befanden sich mit Theresia Rainer aus Matrei i.O. (Verdienste um den regionalen Tourismus als Obfrau des Privatvermieterverbandes), Alt-Bürgermeister Franz Hopfgartner aus Hopfgarten i.D. (Verdienste um die kommunale Infrastruktur und die regionale Sicherheit im Defereggental), Egon Kleinlercher aus St. Jakob i.D. (Verdienste um das Tiroler Rettungswesen auf Bezirks- und Landesebene sowie um die Gründung und den Aufbau der Ortsstelle Defereggen) und Thomas Tschapeller aus Iselsberg-Stronach (Verdienste um das Gemeinwohl und die Tourismusförderung in Iselsberg-Stronach) auch vier Osttiroler:innen.
Alt-Bgm: Franz Hopfgartner aus Hopfgarten i.D. wurde für seine Verdienste um die kommunale Infrastruktur und die regionale Sicherheit im Defereggental mit dem Verdienstkreuz ausgezeichnet.
Bezirksfeuerwehrkommandant OBR Harald Draxl aus Nikolsdorf wurde für seine Verdienste um das Feuerwehrwesen die Verdienstmedaille verliehen.
Neben den Verdienstkreuzen wurden am 15.08.2026 auch Verdienstmedaillen verliehen. Aus dem Bezirk Lienz wurde diese Ehre folgenden Persönlichkeiten zuteil: Franz Holzer aus Matrei i.O., Mag. Martin Rainer aus Thurn, OBR Harald Draxl aus Nikolsdorf, Mag. Reinhold Habernig aus Leisach, Christine Hofmann aus Außervillgraten, Ing. Franz Holzer aus Amlach, Vz-Lt. Erwin Mattersberger aus Lienz, Josef Robert Posssenig aus Dölsach, Mag. Dietmar Prantl aus Lienz, DI Robert Reiner aus Amlach, Anton Riepler aus Kals a.G. und BV Markus Tönig, BEd, aus Hopfgarten i.D.
Dank und Anerkennung für LebensretterInnen
Mit der Tiroler Lebensrettungsmedaille würdigen Tirol und Südtirol Menschen, die in einer Ausnahmesituation selbstlos gehandelt und dadurch andere aus einer Lebensgefahr gerettet haben. 23 Personen wurden heuer für ihren mutigen Einsatz in insgesamt 11 Fällen ausgezeichnet. Zu den geehrten LebensretterInnen zählte auch Hildegard Granegger aus Lienz, die einer attackierten bzw. schwerverletzten Frau geholfen hatte. „Das Handeln aller heute Ausgezeichneten zeigt eindrucksvoll, wie wichtig Zivilcourage, Hilfsbereitschaft und entschlossenes Handeln für unsere Gesellschaft sind und macht sie zu Vorbildern für uns alle“, betonten LH Mattle und LH Kompatscher.
14 jahrhundertealte „Erbhöfe“ gewürdigt
Seit Jahrhunderten werden Tiroler Höfe von Generation zu Generation weitergegeben und prägen damit die Identität des Landes. Als „Erbhof“ darf ein landwirtschaftlicher Betrieb geführt werden, wenn er sich seit mindestens 200 Jahren in gerader Linie oder in der Seitenlinie bis zum zweiten Grad im Besitz derselben Familie befindet. Am diesjährigen Hohen Frauentag wurde 14 Familien diese besondere Auszeichnung verliehen. „Mit der Überreichung der Erbhofurkunde und des Erbhofschildes aus Bronzeguss würdigt das Land Tirol den Einsatz für den Erhalt eines wertvollen kulturellen Erbes“, gratulierte Tirols Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler. In den Kreis der Träger des Titels „Erbhof“ reihten sich am 15.08.2026 aus dem Bezirk Lienz Familie Margit Steiner aus Nußdorf-Debant („Gerlhof“), Familie Thomas Jestl aus Virgen („Virger Messner“), Familie Walter Ladstätter aus St. Jakob i.D. („Jaggler“) und Familie Claudia Pfurtscheller aus Kals a.G. („Egger“) ein.
Der „Gerlhof“ der Familie Steiner aus Nußdorf-Debant erhielt die Auszeichnung „Erbhof“.
Text: Redaktion, Fotos: © Land Tirol/Sedlak