Außervillgraten: „Grenzen“ bildeten den Schwerpunkt der 21. Universität im Dorf
WissenschaftlerInnen der Uni Innsbruck trafen sich am 2. und 3. Dezember im „Haus Valgrata“, um Einblicke in ihre Forschungen zu geben. „Über Grenzen denken“ war das Thema.
Grenzen prägen manchmal offensichtlich, manchmal indirekt unseren Alltag. Sie können etwas real, symbolisch oder auch nur im Kopf ein-, aus- oder abgrenzen. Sie markieren Übergänge und bieten viele spannende Anknüpfungspunkte für Wissenschaft und Forschung. „Grenzen“ bildeten den inhaltlichen Schwerpunkt der diesjährigen Universität im Dorf in Außervillgraten: Grenzen und Chancen in der Arzneimitteltherapiesicherheit, Sprach- und Dialektgrenzen und die Zukunft des Rechts waren einige der Themen, die am ersten Adventwochenende beleuchtet wurden.
Bürgermeister Josef Mair nahm die Begrüßung vor.
Gestartet wurde die 21. Universität im Dorf am Samstagvormittag mit einem abwechslungsreichen Mitmach-Programm für die jüngeren Wissensdurstigen. In der Volksschule Außervillgraten konnten die Kinder in die Arbeitswelt eines Apothekers/einer Apothekerin blicken und ihre eigene Pflegecremes herstellen, einen winterlichen Kräutertee mischen sowie ätherische Öle an ihrem Geruch erkennen. Im zweiten Workshop der Jungen Uni konnte eine Welt des guten Zusammenlebens gestaltet werden.
Christoph Singer sprach über soziopolitischen Folgen der Teilung Indiens.
Christoph Singer, Forscher am Institut für Anglistik, eröffnete den ersten Tag der Vortragsreihe mit seinem sehr spannenden und auch tief berührenden Referat über die soziopolitischen Folgen der Teilung Indiens. Einen Überblick über die Chancen und Risiken in der Arzneimitteltherapiesicherheit sowie den bereits eingesetzten Techniken gab anschließend die Pharmazeutin Anita Weidmann.
Pharmazeutin Anita Weidmann sprach über Arzneimitteltherapiesicherheit.
Nach den beiden Vorträgen und den daraus entstandenen interessanten Diskussionen schloss nach einer Pause der Jurist Matthias Kettemann mit seinem Wissen über die Zukunft des Rechts und einem philosophischen Blick darauf den ersten Nachmittag von Universität im Dorf ab. Pater Markus Schmidt SJ nahm in seiner Predigt beim Abendgottesdienst das Thema Grenzen ebenso mit auf.

Das zurzeit brisante und sehr aktuelle Thema Künstliche Intelligenz führte bei der abendlichen Podiumsdiskussion zu einem intensiven und interessanten Austausch zwischen den WissenschaftlerInnen sowie dem Publikum. Das Thema KI und seine Chancen und Risiken begleitete die Gespräche beim gemeinsamen Ausklang beim köstlichen Buffet der örtlichen Bäuerinnen.

Am Sonntag gab es mit drei weiteren hochkarätigen Vortragenden wieder viel zu erfahren und zu diskutieren. Einen sehr beispielhaften und dadurch gut nachvollziehbaren Einblick in die Entscheidungsfindung bei uns Menschen in den verschiedensten Lebenssituationen, wie etwa beim Einkauf, lieferte Matthias Stefan vom Institut für Banken und Finanzen.
Die Geschichtswissenschaftlerin Nadja Neuner-Schatz berichtete über ihre mehrjährige Forschung zum Mensch-Tier-Verhältnis in der Rinderhaltung in Tirol. Mit dem Vortrag über Sprach- und Dialektgrenzen von Pius ten Hacken vom Institut für Translationswissenschaften endete der zweite Tag im Haus Valgrata.
Die Universität im Dorf war auch in diesem Jahr ein voller Erfolg. Die Arbeitsgruppe blickt auf eine gelungene und hochkarätige Veranstaltung zurück und steckt bereits in den Vorbereitungen für die kommende Universität im Dorf.
Text: Redaktion, Fotos: Elias Bachmann


