Stark gefordert: Mathias Außerdorfer und die Crew des Tiroler Landeshubschraubers

Der Osttiroler Flight Operator Mathias Außderdorfer und Einsatzpilot Helmut Metzler aus Nordtirol gaben uns einen Einblick in ihr breites Tätigkeitsspektrum.

Erkundungs- und Versorgungsflüge, Medikamenten- und Notarzttransporte oder der Transport von Notstromaggregaten, Treibstoff sowie Lebensmitteln – mit diesen Aufgaben und vielem mehr war die Crew des Landeshubschraubers im vergangenen Winter während der Starkschnee-Ereignisse im Bezirk Lienz stark gefordert. „Nach Möglichkeit wird der Hubschrauber inklusive Crew bei extremen Witterungsereignissen vor Ort stationiert. Dies war im vergangenen Winter in Osttirol wiederholt und über längere Zeiträume hinweg der Fall“, erzählt Mathias Außerdorfer. Der Osttiroler ist seit 2008 Polizist und in seiner Stammdienststelle Matrei i.O. im Streifendienst tätig. „Ich habe alle internen Ausbildungen bis hin zum Polizeibergführer sowie zusätzliche Ausbildungen als Zivilbergführer und Dipl.-Skilehrer absolviert.“ In Osttirol hat er auch die Funktion des stellvertretenden Leiters der Alpinpolizei inne.

 

 

Seit dem Jahr 2013 fungiert der 33-Jährige als Flight Operator. „Flight Operator ist eigentlich eine polizeiinterne Bezeichnung. Die Voraussetzung dafür ist die Ausbildung zum Polizeibergführer. In jedem Tiroler Bezirk gibt es einen Flight Operator. Sein Aufgabenfeld erstreckt sich von der Absicherung des Hubschraubers bei Start und Landung über die Verbringung von zu transportierenden Personen zum bzw. in den Hubschrauber bis hin zu Bergeseilflügen oder der Einweisung des Piloten über Funk. Von einem Flight Operator wird keine notfallmedizinische Ausbildung verlangt, da wir grundsätzlich keine medizinischen Notfälle fliegen. Für diese Aufgaben stehen die Notarzthubschrauber mit ihren Crews zur Verfügung“, so Außerdorfer.

 

Mathias Außerdorfer ist seit dem Jahr 2013 Flight Operator für den Bezirk Lienz. Als Polizist ist er seiner Stammdienststelle Matrei i.O. zugeordnet. In Osttirol hat er außerdem die Funktion des stellvertretenden Leiters der Alpinpolizei inne.

 

Pilot Helmut Metzler ist seit 1995 Polizist. Der 49-Jährige hat 2005 mit der mehrjährigen Ausbildung zum Einsatzpiloten bei der Flugpolizei begonnen. Er ist als Einsatzpilot, Fluglehrer und Flugprüfer tätig und bei der Flugeinsatzstelle Innsbruck als einer von drei Piloten stationiert. „Das Faszinierende an meinem Beruf ist einerseits die Symbiose zwischen Mensch und Maschine und andererseits die Möglichkeit, Menschen helfen zu können“, so Metzler.

 

Helmut Metzler (rechts) ist Einsatzpilot, Fluglehrer und Flugprüfer und bei der Flugeinsatzstelle Innsbruck als einer von drei Piloten stationiert.

 

Der Landeshubschrauber wird von der Flugpolizei des Innenministeriums für das Land Tirol betrieben, ist bei der Flugeinsatzstelle Tirol in der Nähe des Flughafens Innsbruck stationiert und kann auch für polizeiliche Einsätze verwendet werden. „Als Team des Landeshubschraubers sind wir bei außergewöhnlichen Naturereignissen wie zuletzt bei den Starkschneefällen in Osttirol, aber auch bei Überschwemmungen oder Murenabgängen im Einsatz. Wir fliegen Erkundungsflüge mit den örtlichen Lawinenkommissionen, dem Lawinenwarndienst oder dem Landesgeologen und sind mit dem Hubschrauber zur Bekämpfung von Waldbränden oder für die Funktechnik-Wartung von Relais- und Wetterstationen des Landes unterwegs. In unseren Zuständigkeitsbereich fallen weiters Flüge im Rahmen von Aus- und Weiterbildungskursen sämtlicher Einsatzorganisationen“, berichtet Außerdorfer.

 

 

Zu den polizeilichen Aufgaben zählen z.B. Fahndungen, Erhebungstätigkeiten mit der Alpinpolizei bei Unfällen, Suchflüge nach Abgängigen oder die Bergung von unverletzten Personen in alpiner Notlage bzw. von tödlich verunglückten Personen im alpinen Gelände. Besonders gefordert war die Crew des Landeshubschraubers bei den Starkschneefällen im vergangenen Winter in Osttirol. Gemeinden, Bergrettung, Feuerwehren oder auch die Bezirkshauptmannschaft beantragen bei solchen Naturereignissen die notwendigen Flüge über die Landeswarnzentrale, die diese dann koordiniert.

 

 

„Ad hoc-Einsätze – wie z.B. bei Lawinenabgängen oder Bergungen – werden von der Rettungsleitstelle Tirol disponiert und haben in der Abarbeitung Vorrang. Im Bezirk Lienz waren wir im Dezember 2020 und Jänner 2021 mit Versorgungsflügen für abgeschnittene Ortschaften und Hofstellen sowie mit Medikamenten- und Notarzttransporten beschäftigt. Wir haben Notstromaggregate, Treibstoff und Lebensmittel in abgeschnittene Gebiete – wie z.B. nach Prägraten oder in das Villgratental – verbracht. Unser Beruf kann manchmal sehr fordernd sein, das Schöne daran ist aber, dass man der Bevölkerung in schwierigen Situationen aus der Luft helfen und anderen Einsatzorganisationen unterstützend zur Seite stehen kann“, betont der Osttiroler Flight Operator abschließend.

 

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Die Fotografen

07. Mai 2021 um