Jugend Innovativ: SchülerInnen des BG/BRG Lienz siegten in der Kategorie „Design“
Schon seit einigen Jahren kommen am BG/BRG Lienz im Fach „Darstellende Geometrie“ CAD-Programme, 3D-Drucker und Lasercutter zum Einsatz.
Wenn dann, wie im Rahmen einer Geometrie-Projektwoche, wissenschaftliche Grundlagen, gute IT-Möglichkeiten und talentierte, neugierige SchülerInnen aufeinandertreffen, können wahrlich außergewöhnliche Werke entstehen. Mit ihren Fußbällen und Kuppeln unter Rückgriff auf Prinzipien der Nanotechnologie holte sich ein Projekt-Team des Lienzer Gymnasiums beim diesjährigen Bundesfinale von „Jugend innovativ“ den 1. Preis in der Kategorie „Design“.

Wer weiß, dass ein Fußball ein abgestumpftes Ikosaeder ist? In der Bevölkerung vermutlich nicht viele, wahrscheinlich aber alle, die sich vom Fach „Darstellende Geometrie“ inspirieren lassen. Das Interesse der SchülerInnen der 7A und 7B am BG/BRG Lienz konnte Gym-Professor Mag. Harald Wittmann offensichtlich wecken: In seinem Unterricht befassten sich die Jugendlichen mit komplexeren geometrischen Figuren und stellten Verknüpfungen bis hin zur Chemie her. Von Dezember bis Mai des Schuljahres 2022/2023 entwarf, modellierte, konstruierte und baute eine Projektgruppe, bestehend aus David Geiler, Johanna Keil, Tim Klinger, Alexander Pichler, Marie Rohracher, Max Rohracher und Emma Tagger, neue Formen von Bällen und entwickelte einen portablen Bausatz für eine geodätische Kuppel. Mit ihrem Projekt traten die sich für Darstellende Geometrie begeisternden Gym-SchülerInnen beim größten Jugend-Innovationswettbewerb Österreichs – „Jugend innovativ“ – an. Hunderte Anmeldungen wurden im Rahmen des Bewerbs, der im Auftrag dreier österreichischer Bundesministerien von der Austria Wirtschaftsservice GmbH veranstaltet wird, von einer Jury ausgewertet und die besten 35 von ihnen zum Bundesfinale zugelassen. Unter den Finalisten befand sich auch das Projekt-Team aus Lienz. „Die Freude der SchülerInnen war riesengroß, als wir als einziges Tiroler Team und eines von österreichweit nur drei AHS-Teams zum Finale nach Wien eingeladen wurden“, berichtet Prof. Wittmann. „In der Begründung der Jury wurde auf den besonderen Art & Science-Ansatz der Fußbälle hingewiesen. Die Lust am Experiment, das interdisziplinäre Denken und den Wissenstransfer hob die Jury genauso positiv hervor wie die konkreten, ästhetisch sehr ansprechenden Resultate des Prozesses. Darüber hinaus sei auch eine kommerzielle Verwertung der Designs gut vorstellbar.“
Der Wettbewerb „Jugend innovativ“ ermöglicht es jungen Menschen aus allen Bundesländern, ihre eigenen Ideen weiterzuentwickeln, zu verwirklichen und der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Seit dem Start im Schuljahr 1987/88 haben bislang 10.300 Projekt-Teams aus ganz Österreich am Wettbewerb teilgenommen.
Am 23. Mai konnten die SchülerInnen aus Lienz in der „Stage 3“ im 3. Wiener Gemeindebezirk die Ergebnisse ihrer Arbeit vorstellen und mussten sich den Fragen einer Jury stellen. Die Konkurrenz in der Kategorie „Design“ war groß, bestand sie doch ausschließlich aus HTL-Teams, die ihre Diplomarbeiten präsentierten. Umso höher ist so auch der Sieg der Lienzer GymnasiastInnen zu werten: Sie sicherten sich mit ihren 3D-gedruckten „Puzzle“-Teilen, aus denen sich auf neuartige Weise Bälle zusammenbauen lassen, im Rahmen einer spektakulären Siegerehrung den ersten Platz und einen Scheck über 2.000 Euro. Außerdem wurde im Rahmen der 36. Wettbewerbsrunde von „Jugend innovativ“ auch die innovativste Schule jedes Bundeslandes ermittelt – und auch hier konnten sich die Projekt-Teammitglieder und ihr Professor über den Titel für das Bundesland Tirol freuen. Ein toller Erfolg und eine Top-Auszeichnung für das BG/BRG Lienz!
Text: Elisabeth Hilgartner, Fotos:© aws/VOGUS/Wolfgang Voglhuber