Wohn- und Pflegeheime: Gute Erfahrungen mit vorsichtiger Öffnung für BesucherInnen
Seit 4. Mai dürfen Angehörige die BewohnerInnen von Wohn- und Pflegeheimen wieder besuchen. Wir sprachen mit Franz Webhofer, Verwalter der Osttiroler Heime.
Aufgrund des Coronavirus galt in allen Wohn- und Pflegeheimen mehrere Wochen lang ein Besuchsverbot. Laut Leitlinien des Bundes und des Landes und den darin enthaltenen Empfehlungen können Angehörige die HeimbewohnerInnen seit 4. Mai wieder besuchen. Auch in Osttirol gibt es verschieden große Heime mit unterschiedlichen Voraussetzungen. „Die Leitlinien lassen eine individuelle Handhabung des Besuchermanagements je nach Voraussetzungen – etwa räumlich oder personell – zu“, erklärt Franz Webhofer. In den Osttiroler Wohn- und Pflegeheimen leben aktuell 441 Personen (Lienz: 230, Matrei i.O.: 90, Nußdorf-Debant: 80, Sillian: 41).
Grundsätzlich gelten für Besuche in den Osttiroler Wohn- und Pflegeheimen seit 4. Mai 2020 folgende Regelungen:
- Besuche an 7 Tagen in der Woche möglich.
- Termin muss telefonisch vereinbart werden.
- 1 BesucherIn pro Termin – Dauer: 30 Minuten
- Besucher tragen Mund-Nasen-Schutz.
- Temperatur wird gemessen.
- Es wird nach Symptomen gefragt.
- Übliche Desinfektions- und Schutzmaßnahmen
- Daten des Besuchers werden aufgenommen (dadurch Rückverfolgung bei einer etwaigen Infektion möglich).
Insgesamt 11 solche Besucherplätze wurden im Wohn- und Pflegeheim Lienz eingerichtet.
In den Begegnungszonen trifft sich der Heimbewohner mit seinem Besucher. „In Lienz wurden im Festsaal und im Speisesaal insgesamt 11 Besucherplätze eingerichtet. Der Speisesaal wird derzeit nicht benötigt, weil die HeimbewohnerInnen das Essen auf das Zimmer bekommen. Durch die großen Tische kann ein Abstand von zwei Metern eingehalten werden. Es gibt keine Trennung durch Plexiglasscheiben. Dadurch ist eine bessere Kommunikation möglich. Zwischen den Besucherplätzen befinden sich Raumtrennelemente, um die Privatsphäre besser schützen zu können“, so Webhofer. In den Heimen in Matrei und in Nußdorf-Debant wurden ähnlich wie in Lienz Besucherzonen in den Heimcafés eingerichtet, in Sillian im Eingangsbereich. Auch im Freien sind Besuche möglich.
Um den bestmöglichen Schutz vor einer Ansteckung mit COVID-19 weiterhin bestmöglich zu gewährleisten, gehen Heimleitung und Personal der Osttiroler Wohn- und Pflegeheime auch nach der vorsichtigen Öffnung für BesucherInnen äußerst vorsichtig vor.
Franz Webhofer und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschreiben die seit 4. Mai gemachten Erfahrungen als sehr positiv. „Bis auf wenige Ausnahmefälle loben Angehörige und HeimbewohnerInnen das Besuchsmanagement. In der derzeitigen noch ungewissen Phase der schrittweisen Öffnung in vielen Bereichen (Geschäfte, Gastronomie usw.) sind die Auswirkungen noch nicht bekannt. Es gilt, besonders die Hochrisikogruppe von alten und teils multimorbiden Menschen weiterhin restriktiv zu schützen. Dahingehend sind die Altenwohn- und Pflegeheime mit ihrem hohen Aufkommen an Personen, die einer Hochrisikogruppe zuzurechnen sind, besonders gefordert. Die Heimleitung bittet die Angehörigen der HeimbewohnerInnen, die Maßnahmen zum Schutz der alten Menschen vor einer COVID-19 Ansteckung weiterhin zu unterstützen und dankt für das Verständnis“, so der Verwalter der Osttiroler Wohn- und Pflegeheime abschließend.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Wohn- und Pflegeheim Lienz