Intensive Vorbereitungen für eine größere Anzahl an Corona-Patienten
1.132 bestätigte Fälle listet das Gesundheitsministerium für Österreich auf. In Tirol gibt es laut Angaben des Landes (Stand Dienstagvormittag) 313 Infizierte.
Im Auftrag von LH Günther Platter hat Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg einen „Gesundheitsplan Tirol“ erarbeitet. Darin sind weitere Vorbereitungsmaßnahmen für eine bestmögliche Gesundheitsversorgung in Bezug auf die Coronavirus-Epidemie enthalten. „Im ‚Gesundheitsplan Tirol‘ haben wir zahlreiche Maßnahmenschritte vorbereitet, die uns helfen sollen, die bestmögliche Gesundheitsversorgung im ganzen Land auch während der Coronavirus-Epidemie sicherzustellen. Wir schaffen in Hotels und Reha-Einrichtungen und nicht in Hallen Notkrankenstationen, um ausreichend Kapazitäten zur Verfügung zu stellen“, so der Tiroler Landeshauptmann. „Die beste Verhinderung der Ausbreitung geht aber über die Verminderung sozialer Kontakte. Wir müssen nun alle dazu beitragen, eine mögliche Weiterverbreitung des Virus in Tirol zu verhindern – jede und jeder Einzelne kann zu einem Mehr an Sicherheit im Sinne des Gemeinwohls beitragen.“
Kapazität für Coronavirus-Erkrankungen: 2.400 freie Betten
„Tirolweit stehen über 1.300 Betten für dringliche Fälle an Tirols Spitälern ab sofort zur Verfügung. Außerdem sind aktuell zusätzlich 1.100 Betten, die in leerstehenden Hotels, Reha-Einrichtungen, Krankenpflegeschulen oder sonstigen Einrichtungen eingerichtet werden, und zwar im Rahmen von ‚Notkrankenstationen ‘, in operativer Vorbereitung. Diese zusätzliche Versorgungsstruktur dient als Ergänzung zu den bestehenden Spitälern und soll jene Patientinnen und Patienten aufnehmen, die an Coronavirus erkrankt sind, aber keiner vollstationären Spitalsbetreuung bedürfen“, erklärt LR Tilg. „Als Sicherheitsmaßnahmen haben wir vorsorglich zwei Millionen Schutzmasken und zahlreiche Schutzanzüge für Einsatzkräfte und medizinisches Personal bestellt. Es gilt, für verschiedenste Szenarien vorbereitet zu sein – wir dürfen nicht warten, bis der Ernstfall eintritt. In Situationen wie der derzeitigen müssen wir vorausschauend handeln. Wir konnten jedenfalls eine entsprechende Materialvorsorge sicherstellen.“
Vorgesehene Notkrankenstationen in Tirol
• In Lienz werden Notkrankenstationen in der Krankenpflegeschule sowie einem Hotel mit 180 Plätzen eingerichtet.
• Das Krankenhaus Zams baut eine Notkrankenstation mit 100 Betten in einem Hotel im Bezirk Landeck auf. Die Rettung übernimmt den PatientInnen-Shuttledienst.
• Im Bezirk Reutte werden zwei Hotels mit 60 Plätzen und die Krankenpflegeschule zu Notkrankenstationen.
• In der Stadt Innsbruck werden drei Hotels mit insgesamt rund 400 Plätzen zu Notkrankenstationen.
• Für das Tiroler Unterland und insbesondere für den Bezirk Schwaz wird eine Gesundheitseinrichtung zur Notkrankenstation.
• Das Bezirkskrankenhaus Kufstein hat ein Hotel im Bezirk Kufstein mit 100 Betten und die Krankenpflegeschule mit 40 Plätzen für Notkrankenstationen in Vorbereitung.
• Das Bezirkskrankenhaus St. Johann bereitet in der Krankenpflegeschule 100 Plätze vor.
• Darüber hinaus stehen für den Bezirk Kitzbühel weitere 120 Plätze einer Gesundheitseinrichtung zur Verfügung.
Weitere Einrichtungen sind in Abklärung
Für das Krankenhauspersonal sind besondere Vorsichtsmaßnahmen vorgesehen. So werden an Personen, die zum Strukturpersonal zählen, am jeweils vierten und sechsten Arbeitstag vorsorglich zur Sicherheit Abstriche vorgenommen, um die Gesundheit des Personals zu gewährleisten.
Text: Redaktion, Foto: AdobeStock-marog-pixcells