Rotes Kreuz Osttirol: 72.892 freiwillig geleistete Stunden im Jahr 2024

Bei der Generalversammlung des Roten Kreuzes Osttirol am Freitag, 23. Mai, im Kolpinghaus Lienz wurden auch Mitarbeiter:innen geehrt – fünf junge Freiwillige wurden bei einem Hobby-Fußballturnier in Matrei zu Lebensretter:innen.

72.892 Stunden von den freiwilligen Mitarbeiter:innen ehrenamtlich geleistete Stunden, 1,2 Millionen zurückgelegte Kilometer der Einsatzfahrzeuge – das ist die beeindruckende Bilanz des Roten Kreuzes Osttirol für das Jahr 2024.

Insgesamt 680 Mitarbeiter:innen, davon 594 Freiwillige, engagierten sich 2024 im Bezirk Lienz für das Rote Kreuz. Im Bereich Gesundheits- und Soziale Dienste wurden über 8.600 Fahrten im Betreuten Fahrdienst durchgeführt, 450 Kunden der Rufhilfe versorgt sowie 31.669 Mahlzeiten in Lienz und Thurn im Rahmen des Programms „Essen auf Rädern“ ausgeliefert.

 

v.l.n.r. Bezirksstellenleiter-Stv. Hansjörg Mattersberger, Landesverbandspräsident Günther Ennemoser, Anton Lukasser (Dienstjahresabzeichen in Gold für 50 Jahre und Medaille für Verdienste im Rettungswesen in Gold des Landes Tirol), Bezirkshauptfrau Bettina Heinricher, Bezirksstellenleiter Egon Kleinlercher

 

Im Rahmen des Hilfsfonds „Mitbürger in Not“ und „PENNY-Familienfonds“ wurden 45 Personen bzw. Familien mit insgesamt rund 47.000 Euro finanziell unterstützt. Die Einnahmen aus dem Shop Urgestein in Höhe von rund 12.000 Euro trugen zur Finanzierung der Soforthilfen und der Wunschtraumfahrten bei.

Nach dem Motto „verwenden statt verschwenden“ wurden rund 72 Tonnen Lebensmittel an über 300 bedürftige Familien in Osttirol über die „Team Österreich Tafeln” ausgegeben. Ergänzend dazu stärkten Besuchsdienste und Bewegungsangebote das soziale Miteinander und trugen zur Förderung des Gemeinschaftsgefühls in der Region bei.

Im Bereich des Rettungsdienstes zeigten 197 Mitarbeiter:innen bei insgesamt 64 Ambulanzdiensten großes ehrenamtliches Engagement und leisteten dabei 1.104 Stunden sanitätsdienstliche Absicherung bei Veranstaltungen in Osttirol. In abgelegeneren Gebieten sorgten 40 First Responder für eine schnelle Erstversorgung und überbrückten die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte.

 

Alois Mayr wurde mit dem Dienstjahresabzeichen in Gold für 40 Jahre und mit der Medaille für Verdienste im Rettungswesen in Silber des Landes Tirol ausgezeichnet.

 

Das Kriseninterventionsteam engagierte sich 2024 bei 61 Einsätzen und betreute 296 Personen nach besonders belastenden Ereignissen. In der Katastrophenhilfe standen zudem drei spezialisierte Einsatzgruppen mit insgesamt 120 Helfer:innen bereit, um bei Notfällen rasch und professionell reagieren zu können.

Wie jedes Jahr bildeten Ehrungen und Auszeichnungen einen zentralen Teil der Rotkreuz-Versammlung. Dienstjahresabzeichen für 10 bis 50 Jahre freiwilligen Dienst wurden ebenso verliehen wie die Land Tirol Feuerwehr- und Rettungsmedaillen in Bronze, Silber und Gold. Verdienstmedaillen des Österreichischen Roten Kreuzes rundeten den Festakt ab.

Ein besonders bewegender Moment: Anton Lukasser von der Ortsstelle Lienz wurde für 50 Jahre unermüdlichen Einsatz mit dem Dienstjahresabzeichen in Gold sowie der Land Tirol Medaille Rettungswesen in Gold ausgezeichnet – ein sichtbarer Beweis für gelebte Menschlichkeit über Jahrzehnte hinweg. Zudem wurden 26 Blutspender:innen für mehr als 50 bzw. 75 Blutspenden geehrt.

 

Franz Krösslhuber erhielt das Dienstjahresabzeichen in Gold für 30 Jahre.

 

Doch das Engagement der Rotkreuz-Mitarbeiter:innen zeigt sich nicht nur in Dienstjahren, sondern auch in jenen Augenblicken, in denen es wirklich zählt, so z.B. bei einem Fußball-Hobbyturnier in Matrei, als ein Spieler am Spielfeldrand plötzlich kollabierte. Durch sofortige Reaktion der anwesenden Spieler und einer Lautsprecherdurchsage am Sportplatz wurden umgehend medizinisch geschulte Personen gesucht – und gefunden.

Mehrere anwesende Sanitäter:innen sowie diplomiertes Pflegepersonal aus dem Krankenhaus reagierten sofort. Der Patient wurde nach der Stabilisierung vor Ort durch das Rettungsteam und die notärztliche Versorgung per Hubschrauber in eine Schwerpunktklinik überstellt.

Auch dank des raschen und beherzten Eingreifens von fünf Rotkreuz-Mitgliedern nahm der Vorfall ein glückliches Ende. Florian Berger, Theresa Berger, Sarah Berger, Laura Steiner und Katharina Mariacher reagierten rasch und trugen durch ihr couragiertes und fachkundiges Handeln entscheidend zu dem positiven Ausgang bei. Inzwischen hat sich der Mann vollständig erholt und ist wieder wohlauf. 90 Prozent solcher Unfälle enden tödlich.

 

Blutspender Anton Kollreider wurde mit der Verdienstmedaille des ÖRK in Silber ausgezeichnet.

 

 

Ehrungen und Beförderungen

Verdienstmedaille ÖRK in Bronze
Guillermo Vargaz Diaz – Bezirksstelle KI/SvE
Marion Lichter – Bezirksstelle KI/SvE

Dienstjahresabzeichen in Bronze
Romana Huber – Bezirksstelle

Dienstjahresabzeichen in Silber
Manuela Stolz – Bezirksstelle

Dienstjahresabzeichen in Gold 20 Jahre
Daniela Koisegg – Ortsstelle Matrei i.O.
Markus Bstieler – Ortsstelle Lienz
Franz Dudek – Ortsstelle Lienz
Franz Gander – Ortsstelle Lienz
Gerald Ortner – Ortsstelle Lienz
Markus Pflanzl – Ortsstelle Lienz
Brigitte Mayr – Bezirksstelle
Mag. Elvira Oberlohr – Bezirksstelle

Land Tirol Medaille Rettungswesen Bronze 25 Jahre
Barbara Kunzer – Ortsstelle Sillian
Mag. Hansjörg Mattersberger – Bezirksstelle

Dienstjahresabzeichen in Gold 30 Jahre
Klaus Trost – Ortsstelle Matrei i.O.
Rene Lanner – Ortsstelle Lienz
Dr. Franz Krösslhuber – Bezirksstelle

Dienstjahresabzeichen in Gold 40 Jahre
Alois Mayr – Ortsstelle Sillian

Land Tirol Medaille Rettungswesen Silber 40 Jahre
Alois Mayr – Ortsstelle Sillian

Dienstjahresabzeichen in Gold 50 Jahre
Anton Lukasser – Ortsstelle Lienz

Land Tirol Medaille Rettungswesen Gold 50 Jahre
Anton Lukasser – Ortsstelle Lienz

Beförderungen
Franz Webhofer – Oberrettungsrat
Reinhard Stotter – Bereitschaftskommandant

 

 

 

Text: Redaktion, Fotos: ÖRK Osttirol/Ecaterina Tolicova

03. Juni 2025 um