Dölsach: Wasserbecken war Überraschung der Grabungssaison 2021 in Aguntum
Sieben Wochen lang führte Dr. Martin Auer von der Universität Innsbruck mit seinem Team wieder archäologische Grabungen in der Römerstadt Aguntum durch.
Zum Abschluss der diesjährigen Grabungskampagne lud Dr. Leo Gomig, Obmann des Curatoriums pro Agunto, gemeinsam mit Grabungsleiter Dr. Martin Auer und Museums-Leiter Dr. Manfred Hainzl am Mittwoch, 11. August, zu einem Mediengespräch in das Grabungshaus der einzigen Römerstadt auf heutigem Tiroler Gebiet. „Die Einrichtung des Römerweges, die Neuaufstellung des Museums, die Vergrößerung des Parkplatzes östlich des Museums sowie die Mauersanierung und die gärtnerische Gestaltung im archäologischen Park sind derzeit unsere größten Aufgaben“, berichtete der Obmann einleitend.
Dr. Leo Gomig: „Die Vorbereitungen für die Neuaufstellung des Museums laufen derzeit. Zwei bis drei Jahre wird der Prozess in Anspruch nehmen. Die Einbeziehung von digitalen Medien wird ein wichtiger Teil davon sein.“
Dr. Martin Auer ist als Nachfolger von Dr. Michael Tschurtschenthaler der neue Grabungsleiter in Aguntum. „Von 28. Juni bis 13. August haben wir Grabungen durchgeführt. Ausgebildete Archäologen der Uni Innsbruck waren genauso Teil des Grabungsteams wie Studierende. Außerdem haben wir erstmals eine Summer-School angeboten. Es gab 14 Anmeldungen, schlussendlich konnten wir vier Personen – zwei aus den USA, eine aus Großbritannien und eine aus der Slowakei – die Teilnahme an der Grabungskampagne ermöglichen“, so Auer.
Dr. Martin Auer: „Römische Münzen und Keramik findet man bei Grabungen in einer römischen Stadt fast immer. Sensationelle Funde waren diesmal nicht dabei. Die überraschenden Funde waren heuer zwei große Wasserbecken und eine größere Baumasse unterhalb des Forums.“
Die Grabungen haben sich auch heuer wieder auf das Handwerkerviertel und auf das Forum konzentriert. „Die große Überraschung war der Fund von zwei großen Wasserbecken, deren Zweck wir uns (noch) nicht erklären können. Das ursprüngliche Becken hat ein Ausmaß von etwa 7 mal 7 Metern, eines in der Größe von etwa 5 mal 5 Metern wurde vermutlich später eingebaut“, so Auer. Die zweite Überraschung der diesjährigen Grabungkampagne war ein größeres Gebäude unterhalb des Forums. „Es handelt sich um die größte bisher entdeckte Baumasse, die vor der Stadterhebung in Aguntum entstanden ist“, so Auer.
Das Wasserbecken hat ein Ausmaß von etwa 7 mal 7 Metern. Das kleinere Becken wurde vermutlich später eingebaut.
Museums-Leiter Dr. Manfred Hainzl berichtete von den Plänen für die Neuausrichtung des Museums. „Im Zentrum steht die Neupositionierung der Dauerausstellung. Basierend auf dem aktuellen Wissensstand wollen wir die Geschichte von Aguntum grafisch und auch digital aufbereitet klarer erzählen. Für Kinder und Jugendliche aller Schulstufen arbeiten wir professionelle Vermittlungsprogramme aus“, erklärte Hainzl.

Museums-Leiter Dr. Manfred Hainzl berichtete von den Plänen für die Neuausrichtung des Museums. „Im Zentrum steht die Neupositionierung der Dauerausstellung. Basierend auf dem aktuellen Wissensstand wollen wir die Geschichte von Aguntum grafisch und auch digital aufbereitet klarer erzählen. Für Kinder und Jugendliche aller Schulstufen arbeiten wir professionelle Vermittlungsprogramme ein“, erklärte Hainzl.

Zur Besucherfrequenz berichtete Leo Gomig abschließend: „Aufgrund der fehlenden Reisegruppen liegen die Besucherzahlen noch unter jenen vor Ausbruch der Pandemie. Wir rechnen für die laufende Saison mit 7.000 bis 8.000 zahlenden Besucherinnen und Besuchern.“
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger