Osttiroler Gebirgsjäger üben in Montenegro – hohe Auszeichnung für Oberst Bernd Rott
Die 24er Gebirgsjäger üben derzeit im Dinarischen Gebirge den Winterkampf im unbekannten Umfeld. Kommandant Bernd Rott wurde vom montenegrinischen Präsidenten ausgezeichnet.
Auf Grund der traditionellen politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Verbindungen nimmt der westliche Balkan einen hohen Stellenwert in der österreichischen Außenpolitik ein. Diese Prioritätensetzung wurde und wird durch das BMLV mitgetragen. Im Rahmen des „Stabilisierungs- und Assoziierungsprozesses“ der EU entstand 2007 – ein Jahr nach der Unabhängigkeitserklärung – ein gebirgskampfbezogenes Ausbildungsprojekt mit den Streitkräften Montenegros.
Anmarsch der Gebirgskompanie Montenegro zum Sammelraum
Nach erfolgreichem Abschluss des relevanten Maßnahmenkatalogs der österreichischen Balkaninitiative im Jahr 2012 wurde durch das BMLV vereinbart, die erfolgreiche Zusammenarbeit im Bereich Gebirgskampfausbildung weiter zu intensivieren und eine mittelfristige Kooperation bis 2019 zu unterstützen (Titel: Mountain Warfare Training Cooperation Montenegro II). In der Folge wurde die weitere Wahrnehmung der nationalen Interessen zur Unterstützung der Streitkräfte Montenegros dem Hochgebirgsjägerbataillon 24 als Partnerschaftsaufgabe zugeordnet und unter direkter Verantwortung der Attaché-Abteilung die entsprechende Rechtsgrundlage dafür geschaffen.
Auch der Quad Trupp der 24er Gebirgsjäger ist im Dinarischen Gebirge im Einsatz.
Die österreichische, nationale Strategie der Unterstützung der Balkanstaaten im Sinne einer regionalen Stabilisierung wird in allen Ministerien umgesetzt. Eine dieser erfolgreichen Initiativen ist die seit zehn Jahren kontinuierlich durch die 24er betriebene Kooperation im Bereich Gebirgs- und Winterkampf. Ziele der Kooperation sind der gebirgskampfbezogene Erfahrungstransfer und Fähigkeitsausbau der im Aufbau befindlichen montenegrinischen Streitkräfte einerseits und die Installation eines regionalen Übungszentrums. Der Aufbau der nationalen Fähigkeit zur Flugrettung ist für das Land und die Region dabei ein besonderer Gewinn.
Einfliegen von schwerem Gerät: AB 412 der MNE Streitkräfte
Die Übung COMMON CHALLENGE 17 stellte einen Höhepunkt in der praktischen Vermittlung von Gebirgskampffähigkeiten dar und wurde über zwei Jahre durch das Hochgebirgsjägerbataillon 24 sorgfältig vorbereitet. Übungsziel der COMMON CHALLENGE 19 war es, den hohen Professionalisierungs- und Interoperabilitätslevel der Einheiten zu demonstrieren und die Fähigkeit, unter extremen Bedingungen in einem gebirgigen Einsatzraum effizient zusammenzuarbeiten, zu festigen.
Anmarsch der 24er Gebirgsjäger zum Sammelraum
In den folgenden Jahren errichteten die Experten der 24er Hochgebirgsjäger nicht nur mehrere Ausbildungsanlagen und einen Übungsraum für Gebirgs- und Winterkampf, sondern stellten auch die Voraussetzungen für den Fähigkeitsaufbau im Bereich militärischer Flugrettung sicher. In den Jahren 2021 und 2022 fanden grundlegende und weiterführende Lehrgänge für militärische Flugretter in Montenegro statt. Planung und Durchführung durch ein Team von 24er Spezialisten stellten erstmals eine nationale Fähigkeit zur Flugrettung und zum Außenlasttransport sowie zur gezielten Brandbekämpfung aus der Luft sicher.
Die Gebirgsjäger aus Österreich verbringen schwere Ausrüstung mit der Universaltrage 2000.
Das Thema des aktuellen Übungsvorhabens COMMON CHALLENGE 23 ist die Erweiterung der robusten Fähigkeiten im Gebirgs- und Winterkampf im extremen winterlichen und unbekannten Umfeld. Dem Austausch der sehr spezifischen Gefechtstechniken und Einsatztaktiken kommt dabei besondere Bedeutung zu. Die Weiterentwicklung der Einsatzkompatibilität der spezialisierten Gebirgskampfkräfte im internationalen Umfeld im Sinne des „best-practice-exchange“ steht im Fokus des Vorhabens.
Auch die Alpini aus Italien nehmen an der COMMON CHALLENGE 2023 teil.
Die Übung stellt die bislang letzte von bisher vier durch das Hochgebirgsjägerbataillon 24 geleitete Gebirgskampfübungen, jedoch die erste im winterlichen extremen Umfeld dar. Dabei übernehmen die Spezialisten der 24er Hochgebirgsjäger die Verantwortung für das gesamte gebirgstechnische Sicherheitsmanagement sowie die Übungsleitung- und Ausbildungskoordination im multinationalen Übungsleitungsstab, um den Transfer von Know-how für etwa 260 Übungsteilnehmer und Beobachter sicherzustellen.
Anmarsch der National Guard aus Maine, USA
An der COMMON CHALLENGE 23 nehmen Soldaten aus Montenegro, Österreich, Italien, Nord-Mazedonien, aus den USA sowie aus Slowenien und Rumänien als Vertreter des „Center of excellence for Mountain Warfare“ aktiv teil. Deutschland, Türkei, Rumänien und Österreich entsenden zusätzliche Militärbeobachter und nationales Evaluierungspersonal. Das österreichische Kontingent unter dem Kommando von Oberst Bernd Rott, Kommandant des Hochgebirgsjägerbataillons 24, umfasst 36 Soldatinnen und Soldaten.
Oberst Bernd Rott, Kommandant des Hochgebirgsjägerbataillons 24, erhielt aus den Händen des montenegrinischen Präsidenten Milo Djukanovic, die Medaille für Verdienste um die Republik Montenegro.
Am Mittwoch, 1. Feber, überreichte Milo Djukanovic, Präsident von Montenegro, im Rahmen einer feierlichen Zeremonie Oberst Bernd Rott als bislang erstem nicht zivil bzw. nicht diplomatisch tätigem Soldaten die Medaille für Verdienste um die Republik Montenegro. Der montenegrinische Präsident nahm im Gespräch nach der formellen Überreichung Bezug auf die ausgezeichneten und seit sehr langer Zeit andauernden fruchtbaren Beziehungen zwischen Montenegro und Österreich, besonders auf militärischem Gebiet. Die österreichischen Bemühungen im Bereich der Fähigkeitenerweiterung in der Spezialisierung Gebirgs- und Winterkampf sowie des Aufbaus militärischer Flugrettungs- und Lufttransportkapazitäten seien vor allem eng mit der Person und dem enormen persönlichen Engagement von Oberst Bernd Rott verbunden.

Präsident Milo Djukanovic wünschte abschließend Oberst Bernd Rott bei der Leitung der am 31. Jänner im zurzeit schneereichen Wintersportort Kolasin feierlich eröffneten multinationalen Gebirgs- und Winterkampfübung und auch bei allen weiteren Tätigkeiten großen Erfolg. Die COMMON CHALLENGE 23 dauert bis 8. Feber. Am 9. Feber findet ein Distinguished Visitors Day statt.
Text: Redaktion, Fotos: Hochgebirgsjägerbataillon 24, Kurnik
