Lienzer SchülerInnen beschäftigten sich mit „Bohnenvielfalt im biologischen Gartenbau”

Im Rahmen von „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ und in Zusammenarbeit mit Biologin Brigitte Vogl-Lukasser (PuKuVI) stand in der Mittelschule Egger-Lienz die Bohne im Fokus.

Nach dem erfolgreichen Projekt „Abenteuer Tomate“ im Jahr 2021 folgte nun in der 3A-Klasse der MS Egger-Lienz ein Jahr der Bohnen. „Gerade die Bohne ist als wertvoller Eiweißlieferant das Lebensmittel der Zukunft. Bohnen müssen sowohl in der Ernährung als auch im Anbau im eigenen Garten noch viel mehr in den Mittelpunkt für den Aufbau eines nachhaltigen Ernährungssystems rücken“, so Biologielehrerin Kathrin Janzen.

Bohne ist nicht gleich Bohne. Gleich mehrere Bohnenarten – die Gartenbohnen (Busch- und Stangenbohnen), die Feuerbohnen und die Ackerbohnen – sind bei uns in Mitteleuropa in erster Linie im Anbau zu finden. Besonders beeindruckend ist, dass die jeweiligen Bohnenarten auch eine enorme Fülle an unterschiedlichen Bohnensorten umfassen.

 

 

Groß, klein, braun, schwarz, weiß, rot, marmoriert, gepunktet, gestreift – am Dienstag, 6. Dezember, staunten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 3A über die Vielfalt an Bohnensorten. Biologin Brigitte Vogl-Lukasser, Initiatorin des Projekts PuKuVi (Pustertaler Kulturartenvielfalt), hatte ihre umfangreiche und beeindruckende Bohnensammlung mit in den Unterricht gebracht und erzählte viel Interessantes über Acker-, Garten- und Feuerbohnen sowie über das Saatgut der Ackerbohne „Pustertaler Schollepoan“, die in der Region in früheren Zeiten als Grundnahrungsmittel angebaut wurde. Auch Saatgut von Bohnensorten aus anderen Regionen, wie etwa der Feuerbohnensorte „Rotblühende“ aus Kärnten oder der Gartenbohnensorte „Bisbolada“ aus dem Belluno, wurde thematisiert.

 

 

Eigene Erfahrungen mit dem Anbau von samenfesten Gartenbohnen hatten die SchülerInnen bereits im heurigen Frühjahr gemacht und die Gaimberger Stangenbohnensorte „Vom Tantelle“ im Biologieunterricht zum Keimen gebracht und dann im eigenen Garten weiter kultiviert. Neben der Herkunft der Bohnen wurde mit den SchülerInnen über Geschmack, Verarbeitung, Saatguternte und Reinigung diskutiert.

Ein lustiger Abschluss war das Dreschen der Feuerbohnenhülsen. Ein Schüler löste bei den in einem alten Polsterüberzug mitgebrachten getrockneten Bohnenhülsen die Samen aus den Hülsen – und das mit den Füßen stampfend. Die frei gewordenen Samen durften interessierte SchülerInnen dann mit nach Hause nehmen. Im nächsten Jahr wachsen neben der Gaimberger Lokalsorte vielleicht auch noch die wunderschönen Feuerbohnen „Rotblühende” aus Kärnten in den Gärten der SchülerInnen.

„Kreisläufe schließen und mit den Rohstoffen, die vor Ort vorhanden sind, wirtschaften, ist ein Schritt in eine nachhaltige Zukunft, auch im Gartenbau. Dazu gehört unser Saatgut, das die Grundlage unserer Ernährung ist. Bildung für eine nachhaltige Entwicklung (BNE) ist in der MS Egger Lienz eben ein großes Thema“, betont Lehrerin Kathrin Janzen.

 

Text: Redaktion, Fotos: MS Egger-Lienz

13. Dezember 2022 um