Kriminalstatistik 2024: Anzahl der angezeigten Delikte in Osttirol rückläufig

Nach einem leichten Rückgang der angezeigten Delikte in den Jahren 2021 und 2022 und dem folgenden Anstieg im Jahr 2023 sank die Anzahl der angezeigten Delikte im Jahr 2024 auf 1.712. 61,9 % dieser Straftaten konnten geklärt werden.

Strafbare Handlungen gegen Leib und Leben nehmen von 385 Delikten im Jahr 2023 auf 357 Delikte im Jahr 2024 (minus 7,3 %) ab. Im gesamten Bundesland Tirol stieg die Anzahl dieser Delikte um 0,3 % an. Im Bereich der Körperverletzungen war ein Rückgang von 155 Delikten im Jahr 2023 auf 141 Delikte im Jahr 2024 zu verzeichnen.

Die Anzahl der Nötigungen ging von 31 Delikten im Jahr 2023 auf 16 im Vorjahr zurück – eine Reduktion also um rund 48 Prozent. Die gefährlichen Drohungen stiegen von 45 (2023) auf 52 (2024) Fälle. Die strafbaren Handlungen gegen die sexuelle Integrität sind von 42 (2023) auf 19 Delikte (2024) gesunken. Die Aufklärungsquote beträgt bei diesen Delikten 84,2%.

Strafbare Handlungen gegen fremdes Vermögen nehmen von 863 strafbaren Handlungen im Jahr 2023 auf 890 Delikte im Jahr 2024, somit um 3,1 %, zu. Die Zahl der Einbruchsdiebstähle in Wohnhäuser sank von 7 (2023) auf 6 Fälle im Jahr 2024. Die Zahl von Einbruchsdiebstählen in Keller stieg von 11 auf 21 angezeigte Delikte.

Die Zahl der leichten Sachbeschädigungen stieg von 177 Fällen auf 184 Delikte, was einer Zunahme von etwa 4 Prozent entspricht. Die Anzahl der schweren Sachbeschädigungen nahm im Vergleichszeitraum von 9 auf 5 Delikte ab.

Diebstähle wurden 2024 insgesamt 236 Mal zur Anzeige gebracht, 2023 lag die Anzahl bei 228 angezeigten Delikten (+ 3,5 %). Die Zahl der Erpressungen sank von 20 Delikten im Jahr 2023 auf 14 im Jahr 2024 (minus 30 %).

 

 

Die Anzahl der angezeigten Delikte nach dem Suchtmittelgesetz sank von 209 Fällen im Jahr 2023 auf 156 im Vorjahr, das entspricht einem Rückgang von 25,4 %.

Im Bereich des Internetbetrugs wurden im Vorjahr 155 Delikte angezeigt. Im Vergleich zum Jahr 2023 mit 193 Delikten bedeutet das einen Rückgang um 19,7 Prozent.

Im Bereich Cybercrime im engeren Sinne (u.a. Money Mules – Personen, die im Internet rekrutiert werden und sich durch die Weiterleitung illegaler Gelder der Geldwäscherei schuldig machen) wurde eine Steigerung von 52 auf 71 Delikte registriert.

Fälle von Erpressung im Internet verzeichneten einen Rückgang von 23 Delikten im Jahr 2023 auf 16 im Jahr 2024 (minus 30,4 %).

Schwerpunkte für das Jahr 2025

„Insgesamt hat sich gezeigt, dass die Schwerpunktthemen richtig gesetzt wurden. Diese werden für 2025 wiederum an die aktuellen Entwicklungen angepasst. Der Rückgang der IT Delikte entspricht einem landesweit feststellbaren Trend. Mögliche Hintergründe für diese Entwicklung könnten etwa ein geändertes Anzeigeverhalten, wie auch ein sich entwickelndes Bewusstsein im Umgang mit diesem Phänomen sein“, so Bezirkspolizeikommandant Michael Jaufer.

Der Rückgang der Anzeigen im Bereich Suchtmittelkriminalität erscheint auf den ersten Blick erfreulich. In diesem Zusammenhang zeigt sich jedoch zunehmend eine Diskrepanz zwischen dem objektiven Bild – basierend auf den angezeigten Sachverhalten – und dem subjektiven Sicherheitsgefühl der Bevölkerung, das der Polizei vermehrt von Menschen im Bezirk geschildert wird. „Es ist davon auszugehen, dass strafbare Sachverhalte im Bereich des sogenannten Dunkelfeldes verbleiben, also in jenem Bereich, der im Rahmen der Ermittlungen der Polizei oder im Zusammenhang mit dem Anzeigeverhalten unsichtbar verbleibt. Entsprechend wird die Polizei im Bezirk Lienz in diesem Bereich neue Wege suchen und beschreiten, um die Realität näherungsweise besser abbilden zu können“, informiert Jaufer und appelliert an die Bevölkerung, bei Kenntnis von entsprechenden Delikten Anzeige zu erstatten, um polizeiliche Ermittlungen zu ermöglichen und entsprechend zielführende Maßnahmen setzen zu können.

„Die möglichst effiziente Gestaltung der sichtbaren Präsenz von Polizeistreifen im öffentlichen Raum zu Präventionszwecken hat sich bewährt und wird weiterhin schwerpunktmäßig forciert. Es wird am Bezirkspolizeikommando Lienz sichergestellt, dass im Bereich Gewalt in der Privatsphäre kompetente Ansprechpartner:innen zur Verfügung stehen, die Opfer insbesondere auch in Zusammenarbeit mit Opferschutzeinrichtungen unterstützen können“, erklärt der Bezirkspolizeikommandant abschließend.

 

Text: Redaktion, Foto: Martin Lugger

14. April 2025 um