Die Bergrettung Lienz zog Bilanz über ein außergewöhnliches Jahr

Nicht nur Neuwahlen, sondern auch Ehrungen standen bei der Jahreshauptversammlung 2021 der Lienzer Bergretter auf dem Programm.

83 aktive Bergretter zählt die Blaulichtorganisation, deren Mitglieder sich am 21.9.2021 im Bergrettungsgebäude in der Pfister in Lienz zur diesjährigen Hauptversammlung trafen. Ortsstellenleiter Thomas Zimmermann konnte als Ehrengäste u.a. Osttirols Bezirkshauptfrau Olga Reisner, die Lienzer Bürgermeisterin LA Elisabeth Blanik, den Lienzer Vize-Bürgermeister Kurt Steiner, den Bürgermeister von St. Johann, Franz Gollner, Hermann Spiegel, den Landesleiter der Bergrettung Tirol, den Bezirksleiter der Bergrettung Osttirol, Peter Ladstätter, TVBO-Obmann Franz Theurl, sowie Vertreter befreundeter Blaulichtorganisationen aus dem Bezirk begrüßen.

 

Offizielle Aufnahme der neuen Bergretter (im Bild v.l.n.r.): Landesleiter Hermann Spiegel/Bergrettung Tirol, Philipp Jelinek, Ausbildungsleiter Matthias Pargger, Tobias Graf, Patrick Steiner, Clemens Lenzhofer, Philipp Profer und Bezirksleiter Peter Ladstätter

 

Das abgelaufene Jahr 2020 stellte für die Lienzer Bergretter ein herausforderndes Jahr dar. „Als wir die letzte Jahreshauptversammlung Ende Februar 2020 abhielten, ahnte niemand, was in der nächsten Zeit auf uns zukommen würde. Nicht nur gesellschaftlich, sondern auch intern hat uns das Thema `Corona` auf eine harte Probe gestellt. Plötzlich war es nicht mehr möglich, Übungen abzuhalten oder sich kameradschaftlich zu treffen. Auch bei der Abwicklung von Einsätzen mussten strenge Regeln eingehalten werden“, erläuterte Thomas Zimmermann eingangs die nicht einfachen Rahmenbedingungen. Auch wenn man mittlerweile gelernt habe, so der Lienzer weiter, mit dem Virus umzugehen, so gebe es doch immer noch viele Einschnitte, die der Blaulichtorganisation und ihren ehrenamtlich tätigen Mitgliedern das Leben schwer machen.

 

Übung der Lienzer Bergretter  im Bikepark Lienz im Juni 2020

 

Unter strenger Einhaltung der Covid-Richtlinien und in Zusammenarbeit mit den Lienzer Bergbahnen fand im Oktober 2020 eine Lift-Bergeübung an der Einseilumlaufbahn Zettersfeld statt.

 

Seit Mitte des letzten Jahres waren auch wieder Übungen möglich. Das Spektrum im Jahresverlauf reichte vom Eistechniktraining für Bergrettungsärzte, über Hubschrauber-Schulung und Lawinenübung mit Hubschrauber-Unterstützung bis hin zu Hygienekurs, Anwärter- sowie Lift-Bergeübung. „Insgesamt absolvierten unsere Mitglieder 1.410 Übungsstunden“, strich der Ortsstellenleiter die hohe Bereitschaft heraus, für den Ernstfall zu trainieren und notwendiges Wissen aufzufrischen.

 

Iselsberg-Stronach: schwierige Suche nach einem Vermissten im Mai 2020

 

Die Zahl der Alarmierungen bezifferte Thomas Zimmermann mit knapp 60. Insgesamt leisteten die Lienzer Bergretter 1.985 Einsatzstunden, im Schnitt rückten bei einer Alarmierung 10 Kräfte aus. „Aufgrund der Pandemie entschieden sich viele Menschen für den Urlaub in den Bergen. Dies schlug sich österreichweit in der Einsatzstatistik der Bergrettung nieder. Zusammen mit unseren befreundeten Rettungsorganisationen, der Alpinpolizei und den Hubschrauberbesatzungen der verschiedensten Betreiber konnten wir alle Einsätze perfekt abwickeln und immer unversehrt zurückkehren“, so Zimmermann, der als ein Beispiel von vielen die großangelegte Suchaktion in Iselsberg-Stronach im Mai 2020 nannte.

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung konnte sich die Ortsstelle Lienz, die auch drei engagierte Lawinenhundeführer und acht Bergrettungsärzte in ihren Reihen zählt, über die Aufnahme von sieben neuen Bergrettern freuen. Acht weitere absolvieren derzeit ihre Ausbildung. Als eine besondere Herausforderung für die kommenden Jahre sprach Zimmermann die Verfügbarkeit von Bergrettern während der Arbeitszeit an. „Schon heute ist es für viele schwierig, ihren Arbeitsplatz während der Dienstzeit zu verlassen, um anderen Menschen am Berg zu helfen. Man wird sich für die Zukunft etwas einfallen lassen müssen, um die Fülle der Einsätze weiterhin professionell abwickeln zu können.“ Als umso wichtiger bezeichnete er den Rückhalt, den die Ortsstelle Lienz von Seiten der 16 Gemeinden im Einsatzgebiet sowie durch die BH Lienz, den TVBO oder auch die Lienzer Bergbahnen erfährt. „Ob beim Heimbau oder wie zuletzt bei der Anschaffung eines neuen Einsatzfahrzeuges, wir stießen immer auf ein offenes Ohr.“

Der Dank des Ortsstellenleiters richtete sich natürlich auch an alle Mitglieder für deren Engagement und an die ausscheidenden Ausschuss-Mitglieder für ihren Einsatz in den vergangenen Jahren. Im Rahmen der am 21.9. abgehaltenen Neuwahl wurde Thomas Zimmermann in seinem Amt bestätigt. Sein Stellvertreter ist Stephan Senfter. Stephan Schlemmer zeichnet für die Schriftführung verantwortlich, und Martin Januschke hat als Kassier die Aufgabe, sich um finanziellen Belange der Lienzer Bergrettung zu kümmern. Komplettiert wird der Ausschuss durch die Einsatzleiter Norbert Oberlojer, Fabian Mariacher und Michael Mußhauser. Die Funktion des Ausbildungsleiters übt Matthias Pargger aus.

 

Text: J. Hilgartner, Fotos: © Bergrettung Lienz, Brunner Images

23. September 2021 um