Dachlawine in Lienz: Die Gefahr lauert in der Höhe

Enorme Schneemengen stürzten am Vormittag des 30.1. in der Muchargasse auf Gehsteig und Straße. Feuerwehr, Polizei, Bergrettung und Rotes Kreuz waren rasch zur Stelle.

Je feuchter der Schnee, desto schwerer wird er. Nach den massiven Niederschlägen der vergangenen Wochen steigt jetzt mit den Temperaturen und dem Sonnenschein die Gefahr von Dachlawinen. Wie enorm die Schneemengen sind, die derzeit noch auf vielen Dächern lauern, machen die Bilder vom Einsatz der Blaulichtorganisationen aus der Lienzer Innenstadt vom 31.1.2021 deutlich. Gegen 9.30 Uhr löste sich hier vom Dach der Franziskanerkirche eine Lawine, die die Muchargasse auf einer Länge von 10 Metern und einer Höhe bis zu einem Meter verschüttete. Mit Sonden wurde durch Mitglieder der Bergrettung sofort nach eventuell Verschütteten gesucht. Zum Glück kam niemand zu Schaden. Neben fünf Mann der Bergrettung Lienz standen auch 16 Mann der Feuerwehr Lienz sowie Mitglieder der PI Lienz bzw. des Roten Kreuzes Osttirol im Einsatz.

 

 

Die Dachlawine drang auch in das gegenüberliegende Haus ein und verursachte dort einen derartigen Sachschaden, dass die Wohnung einer 4-köpfigen somalischen Familie nicht mehr bewohnbar ist. Durch die Wucht des Aufpralls wurden die Fensterflügel in das Gebäude gedrückt, in der Küche stand der Schnee bis zur Höhe der Anrichte. Die 35-jährige Frau erlitt leichte Prellungen, der Familienvater zog sich beim Aufheben der Fensterteile Schnittverletzungen zu. Die Kinder der beiden, darunter ein zwei Monate altes Baby, blieben unverletzt. Die Familie wurde im Krankenhaus Lienz ambulant behandelt, von der Stadtgemeinde wurde ihnen eine Ersatzwohnung zur Verfügung gestellt.

 

Mitglieder der Osttiroler Blaulichtorganisationen mit dem Baby, das vorsorglich zur Kontrolle in das Bezirkskrankenhaus überstellt wurde.

 

Im Laufe des Nachmittages wurde damit begonnen, das Dach und die Fahrbahn von den Schneemassen zu räumen. Die Arbeiten dauern derzeit (Stand 17.20 Uhr) noch an. Es bleibt zu hoffen, dass mit den angekündigten wärmeren Temperaturen im Laufe der kommenden Woche nicht weitere Dachlawinen die Sicherheit von Fußgängern und Autofahrern gefährden.

 

Text: Redaktion, Fotos: Brunner Images

30. Januar 2021 um