Bergrettungs-Ortsstellen Obertilliach und Lesachtal verfügen nun über Einsatzdrohne
Ein klares Lagebild aus der Luft verschafft den Einsatzkräften rasch einen Überblick. Um rund 22.000 Euro haben die beiden Bergrettungs-Ortsstellen eine Drohne angekauft.
Die Bergrettungsortsstellen Obertilliach und Lesachtal haben im Rahmen der bestehenden ortstellenübergreifenden Zusammenarbeit eine professionelle Einsatzdrohne angekauft. Die Drohne verfügt über ein hochauflösendes Kamerasystem. Die eingebaute Wärmebildtechnik erweitert bei Rettungseinsätzen in der Dämmerung die Einsatzmöglichkeiten.
Ein klares Lagebild aus der Luft verschafft den Einsatzkräften rasch einen Überblick. Zusätzlich können bei Übungen und Einsätzen mit der Drohne Gefahrenmomente erkannt und das Unfallrisiko für die Bodenmannschaft reduziert werden.
Die Anschaffungskosten samt Zubehör belaufen sich bisher in Summe auf rund 22.000 Euro. Die Finanzierung erfolgte mittels äußerst großzügiger finanzieller Unterstützung des Alpenvereins Austria. Auch die Gemeinden Lesachtal, Kartitsch, Ober- und Untertilliach sowie die Tourismusverbände Osttirol und Lesachtal haben die Anschaffung mit finanziellen Mitteln unterstützt.
Es handelt sich um die Drohne M30T mit hochauflösendem Kamerasystem inklusive Wärmebildtechnik.
Technische Geräte wie Drohnen sind im Rettungsdienst immer als Ergänzung zu bestehenden Rettungsmittel und Rettungskräften zu sehen. „Bei sachgemäßer Anwendung sind ferngesteuerte Drohnen für die Bergrettung Hilfsmittel mit großer Wirkung. Dies hat sich für uns in den letzten Monaten bei mehreren praktischen Anwendungsfällen im unwegsamen Gelände bestätigt“, informiert Gerhard Figl, Ortsstellenleiter der Bergrettung Obertilliach.
Der Betrieb von Einsatzdrohnen unterliegt strengen Vorgaben der Luftfahrtbehörde und erfordert eine umfangreiche theoretische und praktische Ausbildung des Einsatzteams. Nur so kann eine sichere und effiziente Luftraumnutzung mit anderen Luftfahrzeugen wie beispielsweise Hubschraubern sichergestellt werden. Alle Anforderungen werden vom Drohneneinsatzteam der beiden Ortsstellen durch umfangreiche Aus- und Weiterbildung erfüllt. Die Drohne wird im Einsatzfall über die Leitstelle Tirol alarmiert.
Übersichtsbild aus der Luft nach einem Gleitschirmunfall
„Drohnen im Rettungsdienst stehen meiner Einschätzung nach erst am Anfang der Nutzungsmöglichkeiten, und es ist eine rasante Weiterentwicklung zu erwarten. Absehbar sind beispielsweise Bildauswertungssysteme im Rahmen von Suchaktionen, die auf Basis künstlicher Intelligenz funktionieren. Durch solche und ähnliche Systeme kann die Leistungsfähigkeit von Rettungsorganisationen in Zukunft zusätzlich gesteigert werden“, erklärt Gerhard Figl.
Text: Redaktion, Fotos: Bergrettungs-Ortsstelle Obertilliach