Allerheiligen und Allerseelen: Gedenken an Verstorbene mit vielfältigen Traditionen

Als Einstimmung auf Allerheiligen findet am Donnerstag, 31. Oktober, in über 250 Pfarren in ganz Österreich die „Nacht der 1000 Lichter” statt. Auch zahlreiche Osttiroler Pfarren beteiligen sich.

Allerheiligen und Allerseelen am 1. und 2. November sind die Tage, an denen Menschen traditionell der Verstorbenen und Heiligen gedenken. Die Traditionen zu diesen Tagen sind regional ausgesprochen vielfältig. Viele Menschen besuchen an diesen Tagen ihre verstorbenen Verwandten am Friedhof, schmücken die Gräber mit Blumen, zünden Lichter an und beten für sie. Nachmittags finden zu Allerheiligen in den Pfarren Gräberumgänge und Gräbersegnungen statt.

Eigentlich wird an Allerheiligen der Heiligen und Seligen der Kirche – auch der „Alltags-Heiligen“, die im Verborgenen Gutes tun – gedacht. Allerseelen ist der Tag für die Verstorbenen allgemein. Dass sich das Totengedenken mehr und mehr auf den Allerheiligentag verschoben hat, liegt vor allem daran, dass Allerheiligen ein gesetzlicher Feiertag ist. Am Allerheiligen- und Allerseelentag werden die Gräber bei der Gräbersegnung mit Weihwasser besprengt.

Mit den Gläubigen feiert Bischof Hermann Glettler im Innsbrucker Dom zu St. Jakob am Freitag, 1. November, um 10.00 Uhr, ein Pontifikalamt. Die Gräbersegnung am Westfriedhof leitet erstmals der neue Propst Jakob Bürgler um 15.30 Uhr.

20 Jahre Nacht der 1000 Lichter

In über 250 Pfarren in ganz Österreich findet am 31. Oktober zum 20. Mal die Nacht der 1000 Lichter als Einstimmung auf Allerheiligen statt. Grundidee der Nacht der 1000 Lichter ist, das „Heilige“ zu entdecken.

Durch Lichter, Impulse, Texte, Musik, begehbare Labyrinthe und Lichterwege soll die Möglichkeit geboten werden, Kirche auf eine andere Art und Weise zu erleben. Es gibt dabei meist keinen fixen Programm-Ablauf, alle sollen während der festgelegten Zeiten jederzeit kommen und gehen können. Auf www.nachtder1000lichter.at sind die Veranstaltungsorte mit Beginnzeit und Programm angeführt.

Geschichte von Allerheiligen – Fest für beispielhafte Zeugen

Das Fest wurde ursprünglich eine Woche nach Pfingsten gefeiert und war somit in den Osterfestkreis integriert. In Irland wurde das Fest später auf den Beginn des keltischen Jahres gelegt. Im 8. Jahrhundert hat man diese Festlegung auch bei uns übernommen. Seitdem wird Allerheiligen am 1. November gefeiert. In den Heiligen verehrt die Kirche Menschen, an denen das gute Handeln Gottes sichtbar geworden ist. Sie sind beispielhaft Zeugen dafür, dass Gott auch für und durch uns das Gute will.

Die Heiligenverehrung begann mit der Verehrung der Märtyrer (bedeutet „Blutzeugen“) der ersten christlichen Jahrhunderte, die aufgrund ihres Glaubens ermordet wurden. Die Christen trafen sich an den Gräbern der Märtyrer oder verehrten später deren Reliquien. Um eine ausufernde Personenverehrung in den folgenden Jahrhunderten einzudämmen, wurden schließlich Selig- und Heiligsprechungsverfahren eingeführt.

TrauerRäume seit über zehn Jahren bewährt

In der Zeit rund um Allerheiligen und Allerseelen wird in vielen Menschen die Erinnerung an den Tod eines geliebten Menschen wach, auch die eigene Vergänglichkeit wird bewusst. Trauer braucht Zeit, Ausdruck und auch ihren Raum – mit diesem Konzept bietet die Tiroler Hospiz- Gemeinschaft seit über zehn Jahren eigene TrauerRäume an.

Gäste haben dort die Möglichkeit, ihre Trauer ganz für sich allein, im Gespräch mit ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen oder durch ein kleines Ritual zuzulassen und auszudrücken. Orte und Termine: https://www.hospiz-tirol.at/termine

 

Nacht der 1000 Lichter in Osttirol

 

Amlach

Pfarrkirche
18.00 bis 22.00 Uhr

 Anras

Pfarrkirche
19.00 bis 21.30 Uhr

Assling

Pfarrkirche
19.00 bis 21.30 Uhr

Außervillgraten

Kirche St. Gertraud
18.00 bis 20.00 Uhr
Zwischen 19.00 und 20.00 Uhr werden besinnliche Texte gelesen und die Stunde musikalisch umrahmt.

Heinfels

Kirche St. Peter u. Paul in Panzendorf
18.45 bis 21.00 Uhr

Kartitsch

Kirche St. Leonhard
19.00 bis 21.00 Uhr

Lienz

Pfarrkirche St. Marien/Franziskanerkloster
19.30 bis 22.30

Nikolsdorf

Pfarrkirche
18.00 bis 22.00 Uhr
Der Lebenskreis im Wechsel der Jahreszeiten, um 18.00 Uhr Einweihung des neuen Urnenfriedhofes

Obertilliach

Kirche St. Ulrich
19.30 bis 21.00 Uhr

Sillian

Kirche Maria Himmelfahrt
19.00 bis 21.00 Uhr

St. Jakob in Defereggen

Pfarrkirche
19.00 bis 22.00
mit Lichterstationen und einem Kirchenkonzert der Musikkapelle St. Jakob

Tessenberg

Pfarrkirche
19.00 bis 21.00 Uhr

 

 

Text: Redaktion, Foto: KI-generiert

31. Oktober 2024 um