Aktives Jahr 2024: Osttirols Wasserretter leisteten über 7.800 freiwillige Stunden
Bei einem Raftingunfall an der Isel konnten die Wasserretter 14 Personen einzeln von einer Insel retten. Tragisch endete ein Kajak-Unfall an der Schwarzach im Defereggental. Ein Kajak-Fahrer aus Deutschland verunglückte tödlich.
Von einem bewegten Jahr 2024 berichtete der neue Einsatzstellenleiter Christian Burger bei der 61. Jahreshauptversammlung der Wasserrettung Osttirol am Freitag, 7. März, im Kolpinghaus Lienz. Er hatte die Funktion des Einsatzstellenleiters 2024 von Markus Pflanzl übernommen. Bei der Jahreshauptversammlung wurde er einstimmig bestätigt, seine Stellvertreter sind David Greinhofer und Hans Salcher.
Zunächst berichtete Präsident Meinhard Pargger vom neuen Einsatz- und Mannschaftsfahrzeug. „Insgesamt haben wir 112.000 Euro in das neue Fahrzeug investiert. Die Anschaffung war nur durch die großzügigen Beiträge der Gemeinden des Planungsverbandes Lienzer Dolomiten, des Landes Tirol, des Tourismusverbandes Osttirol und des ASVÖ möglich. Investiert wurden 112.000 Euro, und das Fahrzeug ist nun ausfinanziert. Wir verfügen jetzt nicht nur über eine neue Einsatzstelle, sondern auch über einen super Fuhrpark“, betonte der Präsident.
Christian Burger übernahm das Amt des Einsatzstellenleiters im Vorjahr von Markus Pflanzl. Da noch keine Wahl stattfinden konnte, wurde er bei der Jahreshauptversammlung einstimmig bestätigt.
Einsatzstellenleiter Christian Burger berichtete von einem ereignisreichen und bewegten Jahr 2024. Die Wasserrettung Osttirol ist auch in der Ausbildung und bei Wettbewerben äußerst aktiv. „Als Rettungsorganisation ist es uns sehr wichtig, dass der Nachwuchs im Schwimmen ausgebildet wird. Rund 50 Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren trainieren wöchentlich, und auch die Jugendlichen sind äußerst aktiv“, so Burger. Mit insgesamt 32 Teilnehmern stellte die Wasserrettung Osttirol bei den Tiroler Meisterschaften eine der größten Mannschaften und erzielte insgesamt 22 Stockerlplätze in den Einzelbewerben, davon sechs Siege, zwei Tiroler Meistertitel, vier Vizemeistertitel und vier dritte Plätze. Das ist nur ein Beispiel für Erfolge bei verschiedenen Wettbewerben.
Insgesamt leisteten die Osttiroler Wasserretter im Vorjahr 7.829 Stunden, 554 davon für Dienste am Tristachersee und im Freibad. Für Einsätze finden sich 140 Stunden in der Statistik, für Überwachungen 670 Stunden, für Übungen 404 Stunden, für den Bereich Kinder/Jugendliche und Wettbewerbe 1.465 Stunden, für Tauchen 627 Stunden und für Wildwasser 1.063 Stunden.
„Bei der Überwachung des Dolomitenmanns konnten wir auf Unterstützung aus Südtirol, Nordtirol, Salzburg und Kärnten zählen. Der Bewerb ging unfallfrei über die Bühne. Die Golfballtauchaktion am Green in Lavant begann am 18. Mai und wurde auf fünf Termine aufgeteilt. Insgesamt wurden 21.064 Golfbälle herausgefischt und eingesammelt – das bedeutet einen neuen Rekord. Am Nationalfeiertag wurden wir zu einer großen Feier mit Scheckübergabe ins Golfhotel eingeladen“, berichtete der Einsatzstellenleiter.
v.l.n.r.: Michael Stock (ÖWR Landesleiter Tirol), Einsatzstellenleiter Christian Burger, Clemens Erlsbacher (Leistungsabzeichen in Gold), Philipp Steiner (Leistungsabzeichen in Gold), Dominik Pargger (Leistungsabzeichen in Gold), Einsatzstellenleiter-Stv. Hans Salcher
Insgesamt neun Einsätze hatte die Wasserrettung Osttirol 2024 abzuarbeiten. Zu den spektakulärsten Einsätzen zählte ein Raftingunfall an der Isel in Kals. Ein Boot flippte und blieb hängen. Der Raftguide konnte im Boot bleiben und versuchte, aus der Walze herauszukommen. Die anderen Passagiere wurden von den beiden verbleibenden Rafts geborgen und auf einer Insel in der Isel abgesetzt. Nachdem es dem anderen Raftguide gelungen war, das Boot aus der Walze rauszubekommen, klagte er über Herzprobleme und ein beklemmendes Gefühl in der Brust. Er setzte einen Notruf ab.
„Als wir eintrafen, wurde schnell klar, dass der Guide nicht mehr in der Lage war, auf herkömmlichem Weg aus der Isel zu gelangen. So wurde entschieden, ihn mit dem C7 auszufliegen. Nachdem der Hubschrauber mit dem Patienten abgeflogen war, brachten wir die restlichen 14 Personen einzeln über die Isel. Auch bei einem Kajak-Unfall an der Schwarzach mit drei beteiligten Personen war Christophorus 7 im Einsatz. Besonders tragisch war bei diesem Einsatz, dass einer der drei Kajak-Fahrer aus Deutschland den Unfall nicht überlebte“, berichtete Christian Burger.
Bevor der Abend gemütlich ausklang, wurden noch zahlreiche Mitglieder und Funktionäre geehrt.
Ehrungen durch den Landesverband
Leistungsabzeichen in Bronze
Ken Lexer
Leistungsabzeichen in Silber
Ernst Buchsbaum
David Greinhofer
Nick Lexer
Marcel Oberbichler
Leistungsabzeichen in Gold
Clemens Erlsbacher
Dominik Pargger
Manfred Schorn
Philipp Steiner
Ehrenzeichen in Bronze
Dr. Christian Schneider
Ehrenzeichen in Gold
Nadja Konrad
Ehrungen „Treue zum Verein“
10 Jahre
Lia Bonecker
David Leitner
Katarina Pattererova
Lara Pirkebner
Leonie Pirkebner
Stefan Pudenz
Aaron Schneider
Felix Schober
20 Jahre
Verena Blasisker
30 Jahre
Andreas Indrist
Sabine Kiyose-Angerer
Markus Pflanzl
Christian Schneider
Elisabeth Steiner
Philipp Steiner
Elisabeth Tschojer
40 Jahre
Verena Guggenberger
Gerald Pflanzl
Magdalena Pflanzl
60 Jahre
Franz Weichselbraun
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger