Ainet gedenkt seines großen Sohnes Jakob Gliber
Am 1. Februar 2017 jährte sich zum 100. Mal der Todestag des berühmten Bildhauers und „Nationalsängers“ Jakob Gliber – Gedenkmesse am 12. Februar in Ainet.
Jakob Gliber wurde am 15. September 1825 als neuntes von 15 Kindern beim „Kircher“ in Ainet geboren. Nach arbeits- und entbehrungsreichen Kinder- und Jugendjahren sowie zehn Jahren als so genannter „Notlehrer“ in Alkus studierte er in München und später in Wien. Gefördert vom berühmten, aus Prägraten stammenden Bildhauer Josef Gasser gestaltete er den figuralen Schmuck der Votivkirche, des Naturhistorischen Museums und der Staatsoper mit. In zwei Arbeitsperioden in Admont schuf er für die dortige Stiftskirche unter anderem die Statue des Heiligen Blasius, die Passionsgruppe für den Kreuzaltar und die Kreuzwegstationen – die Gipsmodelle dafür sind in der Aineter Pfarrkirche zu bewundern.
Mag. Klaus Lukasser und sein Sohn Mag. Raphael Lukasser (im Bild) haben sich neben Ortschronist Alois Gomig intensiv mit dem Leben Jakob Glibers und seinem Wirken als Bildhauer und Sänger beschäftigt.
1892 wieder nach Osttirol zurückgekehrt, lebte und arbeitete Jakob Gliber 21 Jahre lang in Leisach, bevor er 1914 als fast 90-Jähriger wieder in sein Elternhaus übersiedelte. Nach den beiden verheerenden Bränden in Ainet – 1899 und 1903 – sammelte er auf zahlreichen Sängerfahrten unermüdlich für den Wiederaufbau des Dorfes und die „Wiederbelebung des Volks- und Chorgesanges“, wie es in zeitgenössischen Zeitungen hieß. In seiner Zeit in Wien sang er im dortigen Schubertbund und im Wiener Sängerbund. Zurückgekehrt in die Tiroler Heimat war er ein eifriges und vielumjubeltes Mitglied des Lienzer Sängerbundes, der ihn ob seiner Verdienste 1914 zum Ehrenmitglied ernannte.
Intensiv mit Jakob Glibers Biographie haben sich der Aineter Ortschronist Alois Gomig und Mag. Klaus Lukasser beschäftigt. Sein Sohn Mag. Raphael Lukasser – er unterrichtet inzwischen wie sein Vater am BG/BRG Lienz – hat im Vorjahr die Diplomarbeit mit dem Titel „Das musikalische Wirken des Bildhauers Jakob Gliber (1825-1917)“ am Mozarteum Innsbruck (Studium Musikerziehung und Instrumentalmusikerziehung) verfasst.
Als Bildhauer gestaltete Jakob Gliber unter anderem den figuralen Schmuck an der Votivkirche, der Staatsoper und dem Naturhistorischen Museum in Wien mit.
Der Lienzer Sängerbund gestaltet die Gedenkmesse am Sonntag, 12. Februar 2017, um 8.30 Uhr, in der Pfarrkirche Ainet. Zum Gedenkjahr sind auch eine Ausstellung im Herbst und die Anbringung einer Gedenktafel am Geburts- und Sterbehaus geplant.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Chronik Ainet, Nachlass Jakob Gliber, Lukasser, Martin Lugger