40 Gruppen und Wägen: Der Sillianer Faschingsumzug lebt
Nicht nur der 100. Geburtstag von Walt Disney, auch Windräder, die Skischaukel, die Klimakleber und das Gasthaussterben waren u.a. Themen beim diesjährigen Faschingsumzug in Sillian.
Rekordverdächtig gestaltete sich der Umzug in der Pustertaler Marktgemeinde am Faschingsdienstag, 13. Feber – sowohl was die teilnehmenden Gruppen, als auch die Zuschauer betrifft. Pünktlich um 15.00 Uhr wurde die B 100 für den Umzug gesperrt, nachdem der Postbus von Lienz nach Innsbruck passiert hatte.

Die Musikkapelle Sillian eröffnete den Reigen an Gruppen und Wägen. Insgesamt 40 originelle Formationen lieferten vielseitige regionale, nationale und internationale Themen. „Ich bin der Meinung, dass der traditionelle Sillianer Faschingsumzug auf die Bundesstraße gehört“, erklärte Bundespräsident „Fan da Bellen“, der extra aus Wien angereist war.

Die geplante Skischaukel Sillian-Sexten sorgt für Aufbruchsstimmung im Oberland. „Land in Sicht. Gastro-Boom zu befürchten“, war auf einem überdimensionalen Leuchtturm zu lesen. Die Pläne für einen Windpark in Assling waren genauso Thema, wie die Klimakrise: „Die BH Lienz lässt den Umzug auf der B 100 leben, doch jetzt sind wir hier zum kleben!“

Ein riesiges rosa Märchenschloss widmete sich dem von der Narrengilde Sillian ausgerufenen Faschingsmotto: „100 Years of Magic – Micky trifft Narrengilde Sillian!“ Anton I. und Annigret I. fungierten als Prinzenpaar. Im „Select 20.0″ findet die Darts-WM 2024 statt: „Die Straßen blank, die Kneipen leer, doch im Select 20.0 steppt der Bär.“

Die Jungbauernschaft Sillian thematisierte die Bauernproteste, und die Jungbauernschaft Panzendorf will die Umfahrung Sillian bauen – „mit 3 Mal Kreisverkehr nach Toblacher Vorbild“. Mit der „Pista Olimpica“ und dem „Eiskanal Sillian“ kommt aus Osttirol Hilfe für die Olympischen Spiele 2026 in Cortina.

Die „Sillianer Buibm“ sorgten für gute Stimmung am Sillianer Faschingsumzug, der Brauchtumsverein Strassen erbarmte sich der „vertriebenen Eisstockschützen“, und viel Aufregung gab es rund um die „geballte Farbladung auf den Feldern“: „Spart Bauverhandlung: Unterstand aus Siloballen“.

Als letzter Wagen fuhr traditionell das „Hohe Gericht“ ein. Natürlich wurde zum Abschluss auf dem Marktplatz auch diesmal wieder die Hexe verbrannt, und ein lautes „Rante Putante“ hallte noch bis in die Nacht hinein durch die Pustertaler Marktgemeinde. Der Sillianer Faschingsumzug war damit heuer eindeutig das Highlight des Faschings in Osttirol.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute















































