TAL nutzt Gefälle des Öls zur Energieerzeugung

Mit einer Energierückgewinnungsanlage im Pinzgau sollen ab dem Jahr 2016 rund 12% des Energieverbrauchs der TAL  Österreich produziert werden.

Seit 1967 befördert die Transalpine Ölleitung (TAL) Rohöl vom italienischen Triest zu acht Raffinerien in Österreich, Deutschland und Tschechien. Eine der größten Herausforderungen ist dabei die Überwindung des Alpenhauptkammes mit einem Höhenunterschied von 1.600 Metern unter Einsatz von elektrisch angetriebenen Pumpen. Am Freitag, 21. November 2014, stellten Mag. Ulrike Andres, Geschäftsführerin der internationalen TAL-Gruppe, DI Andreas Landsteiner (Prokurist der TAL-Österreich) und der Mittersiller Bürgermeister Dr. Wolfgang Viertler ein weltweit einzigartiges Projekt vor, das die Gefällestrecken der Pipeline nördlich des Felbertauern zur Energierückgewinnung nutzt.

In der Energierückgewinnungsstation Taimeralm wird die TAL die bisher in Wärme umgewandelte Energie ab dem Jahr 2016 rückgewonnen, der Baubeginn ist für Frühjahr 2015 geplant. „Mit dieser Anlage steigern wir die Energieeffizienz unseres Unternehmens deutlich. Wir können mit diesem technologischen Vorzeigeprojekt außerdem einen Beitrag zur umweltfreundlichen Energieversorgung Österreichs leisten“, erklärte Ulrike Andres. Die Anlage soll zwischen 10 und 11,5 GWh pro Jahr produzieren, das sind ca. 12% des Energieverbrauchs in den österreichischen Pumpstationen der TAL. Der erzeugte Strom wird in das Netz der Salzburg Netz GmbH eingespeist.

Die Energierückgewinnungsanlage Taimeralm funktioniert wie eine Wasserkraftanlage, das Öl wird über eine Turbinenanlage geleitet. „Die Station wird in einer flüssigkeitsdichten Wanne errichtet und mit Hilfe von modernsten Überwachungsinstrumenten rund um die Uhr kontrolliert“, betonte Andreas Landsteiner das Thema Sicherheit als oberstes Gebot. Um größtmöglichen Schutz vor Naturgefahren und eine landschaftsschonende Bauweise zu gewährleisten, wird das Stationsgebäude größtenteils eingeschüttet und mit einem Lawinenschutzdamm gesichert.

Als innovatives, weltweit einzigartiges Projekt bezeichnete der Mittersiller Bürgermeister Wolfgang Viertler die geplante Energieanlage. „Die Idee, das talwärts fließende Rohöl zum Betrieb einer Turbine zu nutzen, ist nur zu unterstützen“, sagte Viertler. Einerseits sei das Projekt vor allem auch sicherheitstechnisch auf dem neuesten Stand der Technik, andererseits seien derartige Investitionen aufgrund der derzeit schwierigen wirtschaftlichen Situation in Europa, in Österreich und auch in der Region unbedingt zu begrüßen. Das Investitionsvolumen liegt bei rund zehn Millionen Euro. „Ich gehe davon aus, dass Wirtschaftsbetriebe der Region maßgeblich an der Errichtung dieser Anlage beteiligt sein werden“, so der Mittersiller Bürgermeister abschließend.

Text: Raimund Mühlburger, Foto/Visualisierung: TAL

21. November 2014 um