Sanierungspreis: Clarahütte besonders gewürdigt
Die Clarahütte im Umbaltal wurde von der Jury des Sanierungspreises 2014 für die perfekt auf die hochalpine Lage abgestimmte Sanierung und Erweiterung gewürdigt.
Die im Jahre 1872 erbaute Clarahütte ist eine der ältesten Schutzhütten im gesamten Alpenraum und befindet sich im Eigentum der Sektion Essen des Deutschen Alpenvereins. Eine Lawine beschädigte die Hütte im Jahre 2012 erheblich. Gemeinsam mit dem Innsbrucker Architekten Klaus Mathoy nahm die Eigentümerin eine umfangreiche Sanierung und Erweiterung in Angriff. Im Zubau wurden einfache, aber komfortable Zimmer eingebaut – großteils Zweibettzimmer. Alle Zimmer verfügen über eine Waschgelegenheit, was für eine Alpenvereinshütte auf dieser Höhe eher ungewöhnlich ist. Es gibt im Zubau auch ausreichend Duschgelegenheiten. Auch die Küche wurde erneuert.
Der eingegrabene Anbau soll auch als Lawinenbrücke dienen. Im Zuge der Sanierung wurde komplett auf erneuerbare Energieformen umgestellt. Ein Kleinwasserkraftwerk erzeugt Strom, das Wasser der Isel treibt dazu ein Mühlrad aus Holz an. Auch eine Photovoltaik-Anlage erzeugt Energie als Backup-System. Beton für die massiven Bauteile wurde aus Kies und Schotter des benachbarten Baches erzeugt. Die Außenwand des Zubaues besteht aus Betonschalsteinen und einer Holzkonstruktion mit Schafwoll-Dämmung.
Im Rahmen der Sanierungsoffensive „Sanieren bringt’s!“ haben das Land Tirol und Energie Tirol auch heuer wieder den Sanierungspreis ausgeschrieben. Neun Projekte mit Vorbildcharakter wurden am 11. November 2014 im Innsbrucker Landhaus ausgezeichnet. Die Clarahütte wurde für ihr perfekt auf ihre Lage im Hochgebirge abgestimmtes Bau- und Sanierungskonzept besonders gewürdigt. Aus der Begründung der Jury: „Zur Reduktion von Hubschrauberflügen wurde teils auf vor Ort vorgefundene Materialien zurückgegriffen, auch die Schafwolldämmung des Zubaues ist regional. Zur Energiegewinnung dient ein klassisches Wasserrad, das sowohl die Beheizung als auch die Warmwasserbereitung betreibt, ohne dabei Emissionen zu verursachen. Dieses Projekt veranschaulicht, dass unterschiedliche Lösungen für die Schaffung eines nachhaltigen Gebäudes gefragt sind.“
Text: Raimund Mühlburger, Foto: J.C.M. Van den Berg
