RGO: 24.000 Stück Vieh wurden 2015 vermarktet
51,6 Mio. Euro betrug die Betriebsleistung der RGO 2015. Mit einem Einkaufwert von ca. 10 Mio. Euro ist sie der größte Aufkäufer landwirtschaftlicher Produkte in Osttirol.
24.000 Stück Vieh wurden 2015 von der Raiffeisengenossenschaft Osttirol (RGO) aus der Region angekauft und vermarktet, 44.000 Tonnen betrug die Produktionsmenge im Mischfutterwerk, 11,6 Mio. Liter Treibstoff hat die Genossenschaft verkauft – das sind einige der Zahlen, die bei der 74. Generalversammlung am Freitag, 8. April 2016, präsentiert wurden. „In der langen Geschichte des österreichischen Genossenschaftswesens hat sich unsere RGO sehr gut platziert. Unsere einzigartige Struktur wird überall anerkannt und geschätzt“, so Obmann ÖR Ing. Franz Ganeider einleitend. Auf die Forderung der Bauern, das Melk- und Kühlservice zu verbessern, habe man mit der neuen Firmensparte Planegger reagiert. „Bestens ausgebildete Installateure und Schlosser kümmern sich ab sofort um die Stalltechnik. Auch die Rasenmotoristik wird neu besetzt“, so der Obmann. Bei so mancher Ortsversammlung wäre gefragt worden, warum die RGO die Baumax-Filiale in Lienz nicht übernommen hätte. „Die Filialen waren nur im österreichischen Gesamtpaket zu haben. Trotz guter Kontakte zum RWA-Vorstandsdirektor in Wien hatten wir bei diesem sicher interessanten Deal keine Chance“, so Ganeider.
Obmann ÖR Ing. Franz Ganeider (links) und Geschäftsführer DI Thomas Diemling berichteten von einem guten Jahr für den RGO-Konzern trotz schwieriger Wirtschaftssituation und Strukturbereinigungen in der Landwirtschaft mit immer weniger Bauern und sinkenden Viehzahlen auch im Bezirk Lienz.
Was das Areal rund um die alte Versteigerungshalle im Stadtzentrum betrifft, betonte er, dass man in der glücklichen Lage sei, nicht verkaufen zu müssen. „Die Versteigerungshalle ist tadellos vermietet. Das Hauptgebäude wollen wir geordnet adaptieren, im Eigenbesitz behalten und vermieten“, so der Obmann. Gleich wie die Landwirtschaft hätte auch die RGO mit den ungünstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu kämpfen. Direktor DI Thomas Diemling präsentierte trotzdem ein starkes Jahresergebnis des RGO-Konzerns.
Direktor DI Thomas Diemling: „Mit einem Jahresumsatz von rund 52 Mio. Euro und über 811.000 Euro Jahresgewinn können wir mit dem abgelaufenen Jahr sehr zufrieden sein.“
Die Betriebsleistung des Konzerns betrug im Jahr 2015 insgesamt 51,6 Mio. Euro, das bedeutet ein Minus von 5%. Der Rohertrag konnte allerdings um 16% auf 11,78 Mio. Euro gesteigert werden. In der Sparte Agrar wuchs der Umsatz um 9,2% auf über 44.000 Tonnen, dafür hatte der HG-Markt mit einem schwierigen Marktumfeld zu kämpfen. Der Umsatzrückgang von 4,1% in diesem Bereich wird im Lagebericht mit Umsatzeinbußen beim typischen Wintersortiment aufgrund des milden Winters und mit den beim Konkurs-Abverkauf von Baumax gewährten Rabatten erklärt. In der Sparte Vieh ist der Absatz um 4,3% zurückgegangen. Neben dem allgemeinen Strukturwandel und dem Rückgang der Viehzahlen im Bezirk werden das gute Futterjahr und das Auslaufen der Mutterkuhprämie als Gründe dafür angeführt. Im Viehhandel wurden 8.042 Rinder und Kälber, 13.044 Schafe und Lämmer, 1.540 Ferkel sowie fünf Pferde und Fohlen vermarktet. Bei den Versteigerungen wechselten 1.023 Zuchtrinder, 203 Zuchtschafe und -widder sowie 619 Einsteller und Nutzrinder den Besitzer.
162,75 MitarbeiterInnen waren im Jahresdurchschnitt im RGO-Konzen beschäftigt, 11,15 mehr als noch 2014. Bei den Neuwahlen wurden Franz Ganeider als Obmann und sein Stellvertreter Josef Lusser in ihren Ämtern bestätigt. Außer Josef Bodner aus Kartitsch sind auch alle übrigen Mitglieder wieder im Vorstand vertreten. Anstelle von Josef Bodner tritt Peter Bodner aus Strassen.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Brunner Images

