Prägraten a.G.: Bauernschaft setzt Prämie für Abschuss eines Problemwolfes aus
Für den Abschuss des per Verordnung des Landes Tirol zur Entnahme freigegebenen Wolfes wurde eine Prämie von 1.000 Euro ausgesetzt.
Der Ortsbauernrat von Prägraten und die Agrargemeinschaft St. Andrä haben in ihrer Sitzung am Pfingstsonntag, 28. Mai, die Aussetzung der Prämie einstimmig beschlossen. Laut Ortsbauernobmann Josef Kratzer wurden vom Amtstierarzt am 28. Mai acht tote Schafe und am 29. Mai drei tote Schafe in Prägraten festgestellt.
„Das Tierleid, das von diesem Problemwolf bereits vor Beginn der Almsaison ausgeht, ist unerträglich, und der Leidensdruck der Osttiroler Bäuerinnen und Bauern wächst. Die Risszahlen in Osttirol steigen explosionsartig. Der Wolf lernt dazu, verliert mittlerweile die Scheu vor Wohngebieten und vergreift sich nun auch an Tieren auf geschützten Heimweiden in unmittelbarer Siedlungsnähe“, so Kratzer.
Auch die Sorge in der Bevölkerung wachse laut Bauernbund: Ob man Kinder alleine in Waldnähe spielen lässt oder den Schulweg durch Abkürzungen über Wald- und Wiesenwege verkürzt bzw. auch die Jogging- und Gassirunde ändern muss, beschäftigt mittlerweile gar nicht so wenige Menschen in der Nähe der Risse.
„Mit der Prämie wollen wir der Jägerschaft einen Ansporn geben, tatsächlich auf die Jagd nach dem Problemtier zu gehen und gleichzeitig aktiv etwas zur Entnahme beitragen. Wir wissen, dass das kein leichtes Unterfangen ist, und wollen mit der Prämie einen aktiven Beitrag zum Abschuss leisten. Von der Politik erwarten wir uns ein rasches Umdenken. Vor allem auf EU-Ebene ist eine Herabsenkung des Schutzstatus unabdingbar, ansonsten rennen wir in Europa sehenden Auges in das offene Messer und opfern die Weide- und Almwirtschaft“, so der Prägratner Ortsbauernobmann.
Text: Redaktion, Symbolbild: AdobeStock/Dennis