Notfall-Heizwerk sorgt für Versorgungssicherheit
Ende Oktober 2015 wird das neue Notfall-Heizwerk der Stadtwärme in Betrieb gehen – als Absicherung für einen möglichen Ausfall des Hauptwerkes in der Peggetz.
Auf einem früheren Grundstück der TIWAG ist in den letzten Monaten das neue Notfall-Heizwerk der Stadtwärme Lienz hochgezogen worden. Wie deren technischer Geschäftsführer, Hermann Unsinn, erklärt, habe man damit auf eine Risikoanalyse aus dem Jahr 2012 reagiert und sei nun für mögliche Ausfälle des Hauptwerkes in der Peggetz im Brand- oder Überschwemmungsfall gerüstet. „Wir haben lange nach einer geeigneten Fläche gesucht und in der Schillerstraße einen idealen Standort gefunden. Das neue Heizhaus ist mit zwei je elf Megawatt starken Ölheizkesseln bestückt. Für Öl haben wir uns deshalb entschieden, weil ein Biomassekessel nicht die notwendige Dynamik hätte, innerhalb kürzester Zeit hochzufahren.“ Das neue Werk wurde mit einer Investitionssumme von drei Millionen Euro realisiert, die Kosten tragen die Stadtwärme Lienz bzw. die TIWAG als 100-prozentige Muttergesellschaft. „Mit der neuen Anlage wird der bestehende Öleinsatz auch in Zukunft so niedrig bleiben wie bis dato“, ist es Hermann Unsinn wichtig, festzuhalten. Der Ölanteil mache unter zwei Prozent des gesamten Wärmeabsatzes aus, das Gros werde weiterhin mit Biomasse erzeugt. „Die Ölkessel sollen insgesamt nicht länger als 150 Stunden pro Jahr laufen – im Falle von Spitzenverbrauchszeiten und stundenweise, um das Funktionieren der Kessel im Krisenfall zu sichern.“ Das Biomasse-Fernheizwerk der Stadtwärme Lienz in der Peggetz erreicht eine Gesamtleistung von 25 Megawatt, das Notfall-Heizwerk 22 Megawatt. „Damit ist gewährleistet, dass bei einem Ausfall der Hauptanlage die angeschlossenen Haushalte in Lienz und Debant nicht kalt bleiben!“
Zwei 11 Megawatt starke Ölheizkessel sollen im Krisenfall dafür sorgen, dass die angeschlossenen Haushalte nicht kalt bleiben.
Die Stadt Lienz startete im April 2000 mit der TIWAG – Tiroler Wasserkraft AG – als regionalem Stromversorger und der damaligen Steirischen?Fernwärme GmbH als Know-how-Träger auf dem Gebiet der regionalen Wärmeversorgung als Projektpartner mit der „Wärmeversorgung durch Biomasse für die Stadt Lienz“. Im selben Monat unterzeichnete man einen Gesellschaftervertrag für die zukünftige Versorgung der 13.000-Einwohner-Stadt.
Nach Abschluss des Basisprojektes??„Wärmeversorgung durch Biomasse für die Stadt Lienz“ im Jahr 2003 zeigte sich schnell, dass durch die hohe Akzeptanz in der Lienzer Bevölkerung und das weiter steigende Interesse an der Wärmeversorgung auch in der Nachbargemeinde Nußdorf-Debant eine Erweiterung des Biomasse-Heizwerkes nötig war. So wurde im Jahr 2004 die Realisierung des Projektes „Biomasse-Heizwerk Lienz II – Wärmeversorgung Nußdorf-Debant“ mit der Errichtung eines zusätzlichen Biomasse-Heizwerkes und dem weiteren Netzausbau beschlossen. 2005 ging das Heizwerk Lienz II in Betrieb. Ende 2007 traten die Steirische Gas-Wärme GmbH als auch die Stadt Lienz ihre Anteile an die TIWAG ab. Ein Vorhaben aus dem Jahre 2011, möglichen zukünftigen Engpässen in der Kapazität mit dem Bau eines Werkes III entgegenzutreten, wurde 2013 endgültig ad acta gelegt. Im selben Jahr fiel stattdessen die Entscheidung zur Errichtung des nun fertiggestellten Notfall-Heizwerkes.
Text: E. Hilgartner, Fotos: Osttirol Journal/Hotzler

