Mein Lieblingsplatz: Das Löbbentörl hoch über dem Innergschlöß

An diesem magischen Platz inmitten der Gletscherwelt der Venedigergruppe kann man die Ruhe genießen und außergewöhnliche Eindrücke mit nach Hause nehmen.

Der „schönste Altar Gottes“ – so wird das Löbbentörl auf 2.770 Metern Seehöhe in der östlichen Venedigergruppe von vielen bezeichnet. Erreichbar ist dieses wunderschöne Törl inmitten der Fels- und Eisriesen des Venedigermassivs über den Gletscherweg Innergschlöß oder über das Froßnitztal und die Badener Hütte. Die Bergtour über das Innergschlöß und den Gletscherweg erfordert gute Kondition, Schwindel- und Trittsicherheit. Knapp unter dem Törl sind auch im Hochsommer noch Altschneefelder zu überqueren.

Wir starten die Tour beim Matreier Tauernhaus (1.512 m), wandern weiter zum Venedigerhaus (1.691 m) und erreichen nach etwa 1,5 Stunden den Einstieg in den Gletscherweg. Nun geht es steil bergauf – über zahlreiche Holzbohlen und vorbei am imposanten Wasserfall, der vom Schlatenkees gespeist wird. Wir erreichen den Salzbodensee (2.137 m) und nach einer weiteren Viertelstunde Gehzeit einen der schönsten Plätze im Innergschlöß – das „Auge Gottes“, einen kleinen Teich mit Wollgrasinsel.

Über die Randmoräne des Schlatenkeeses und einige seilgesicherte Stellen steigt man weiter auf in Richtung Löbbentörl. Am Ziel angekommen eröffnet sich dem Bergsteiger ein imposanter Panoramablick auf das Schlatenkees und die Welt der Dreitausender mit der „weltalten Majestät“ – dem Großvenediger. Man lässt den Blick schweifen – über das Froßnitztal und weiter bis zum Großglockner. Besonders beeindruckend ist auch der Eisbruch der Kristallwand, und immer wieder hört man den Gletscher „kalben“. Zur außergewöhnlich märchenhaften Stimmung trägt auch das „Heldenkreuz“ bei, dass der Zweig Baden des Österreichischen Alpenvereins zum Gedenken an die toten Bergkameraden beider Weltkriege am Löbbentörl errichtet hat.

Insgesamt benötigt man für den Aufstieg vom Matreier Tauernhaus bis zum Löbbentörl 5 bis 6 Stunden, 1.258 Höhenmeter sind zu bewältigen. Viele Bergsteiger steigen auch noch auf den Inneren Knorrkogel (2.884 m, 0,5 h) oder wandern zur Badener Hütte (2.608 m, 1 h) weiter.

 

Text und Foto: Raimund Mühlburger

11. August 2020 um