Kartoffelbauern sprechen von hartem Jahr für OSKAR
Die Landwirte haben Anfang September mit der Kartoffelernte begonnen – zwei Wochen später als in den vergangen Jahren. Die Qualität hat unter den Wetterkapriolen nicht gelitten.
Unter dem Markennamen „OSKAR“ (steht für Osttiroler Kartoffel) vertreiben Osttirols Bauern ihre Kartoffeln über die Raiffeisengenossenschaft Osttirol (RGO). Zu ca. zwei Dritteln werden in Osttirol Kartoffeln der Sorte Ditta angebaut, wichtige Sorten sind auch Gala, Erika oder Ostara. Alle diese Sorten hatten in diesem Jahr mit besonders harten Bedingungen zu kämpfen. „Durch den langen Winter hat sich die Auspflanzung verzögert, und im nasskalten Frühjahr konnten die Kartoffeln nur langsam und schwach wachsen“, erklärt Franz Klocker, Obmann der RGO-Abteilung Saatbau. Durch die enormen Niederschläge im Frühjahr verschlammten die Böden und verdichteten sich, im Sommer folgten Trockenheit und Hitzerekorde. „Alles keine guten Vorzeichen für den Kartoffelanbau, doch die Qualität hat dadurch sicher nicht gelitten. Der Geschmack hat sich durch das langsame Wachstum sogar intensiviert“, betont Klocker.
In den letzten Jahren wurden im Bezirk Lienz durchschnittlich 1 750 bis 1 800 Tonnen Kartoffeln der Marke „OSKAR“ geerntet. Trotz der heurigen Wetterkapriolen rechnet Franz Klocker damit, dass sich die Einbußen bei der Kartoffelernte in Grenzen halten. „Einbußen von 20 Prozent würde ich einmal grob schätzen, man muss aber auch berücksichtigen, dass sich die Anbaufläche von 45 Hektar im Vorjahr auf 49 Hektar erhöht hat – also um rund 10 Prozent“, begründet der Landwirt, warum er für die heurige Ernte gar nicht so pessimistisch eingestellt ist.
Der weitaus größte Teil der in Osttirol angebauten Kartoffeln wird unter dem Markennamen „OSKAR“ vertrieben, produziert werden sowohl Saat- als auch Speisekartoffeln. „Die Saatkartoffeln verkaufen wir vor allem nach Niederösterreich. Speisekartoffeln vertreiben wir größtenteils in Osttirol über die Lagerhäuser und Gastro-Großhändler, traditionell gehen große Mengen auch nach Vorarlberg“, so der Saatbau-Obmann. Über die Agrarmarketing Tirol wird verstärkt auch der Einzelhandel – wie die Supermarktketten Spar, M-Preis und Hofer – mit Osttiroler Kartoffeln beliefert. „Dass die OSKAR seit 2008 zur Genussregion Österreich zählen, hat den Verkauf unserer Kartoffeln über den Einzelhandel an die Endverbraucher erst so richtig angekurbelt“, meint Franz Klocker abschließend.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Landwirtschaftskammer Tirol

