Amlach: Jausenstation Galitzenklamm in neuem Glanz
Seit 17.4. hat die Jausenstation wieder geöffnet. Daran war vor Monaten noch nicht zu denken. Das Unwetter vom Oktober 2018 hatte das Anwesen zu stark in Mitleidenschaft gezogen.
An die Unwettertage Ende Oktober 2018 denkt Wirt Kurt Fritzer nur ungern zurück, sind ihm die schlimmen Bilder, die sich ihm und seiner Familie damals boten, doch noch sehr klar in Erinnerung. „Das Ausmaß der Zerstörung war unglaublich. Bis zur Decke türmten sich in der Jausenstation und im direkt daneben liegenden Wohnhaus Schlamm und Geröll. 22 Räume im Erdgeschoss waren komplett vermurt“, berichtet er. Und trotzdem meint der Osttiroler, dass er und seine Familie „Glück im Unglück“ hatten. „Niemand ist zu Schaden gekommen“, sagt Fritzer und erzählt, dass die Mure vom Oktober 2018 nicht seine erste Erfahrung mit den Naturgewalten war. Schon einmal – im Jahre 1996 – wurde das Wohnhaus komplett vermurt. 1,5 Millionen Schilling Schaden waren damals zu bewältigen.
In der neuen Großküche kocht der Chef selbst. Regionale Klassiker, Osttiroler Hausmannskost, Suppen, Jausen und Salate stehen auf der Karte. Außerdem bietet man den Gästen täglich wechselnde Tagesmenüs, hausgemachte Desserts, Torten und Eiskreationen.
Die aktuelle Schadensumme beziffert der Gastronom mit rund 1 Million Euro. Nur geringe Anteile davon sind durch eine Versicherung abgedeckt, eine großzügige Unterstützung hat ihm der Tiroler Landeshauptmann zugesagt. Besonders gut getan hat ihm, wie er betont, die Welle der Hilfsbereitschaft von Menschen, Firmen und Organisationen aus dem Bezirk. Tagelang schaufelten Kräfte des Bundesheeres, Mitglieder der Schützen, der Feuerwehr und zahlreiche Freiwillige Schlamm und Geröll aus den Gebäuden. „Ohne sie wäre dies alles nicht möglich gewesen“, zeigt sich Fritzer dankbar für diesen Einsatz. Auch die heimischen Firmen waren, so der Galitzenklamm-Wirt, sofort zur Stelle.

Seit Anfang November 2018 liefen die Arbeiten, sodass die Eröffnung der Jausenstation am 17. April 2019 klappte. Im Gastlokal musste alles raus, um einer durch Feuchtigkeit drohenden, möglichen Pilzentstehung (Hausschwamm) vorzubeugen. Teile des Altholzes konnten bleiben, andere mussten erneuert werden. Die Fußböden im Lokal wurden durch neue ersetzt, einige Fenster und Türen ausgetauscht. Vollständig wiederhergestellt wurden auch die Sanitärräume, die von der Mure sprichwörtlich „zerdrückt“ worden waren, ebenso wie die Küche der Jausenstation, die einer Komplettsanierung bedurfte.

Versehen mit modernen Lampen, neu gepolsterten Sitzgelegenheiten und mit liebevoll ausgewählten Details geschmückt, präsentieren sich die Gasträumlichkeiten der Galitzenklamm nun wieder in einer angenehm-gemütlichen Atmosphäre. Im Speisesaal darf künftig nicht mehr geraucht werden. Dafür wurde ein eigener Raucherbereich installiert. „Die neue Innenraumgestaltung kommt bei unseren Gästen gut an“, sagt Kurt Fritzer. Gemeinsam mit seinem Team freut er sich nun wieder auf zahlreichen Besuch – im Lokal und im vollständig renovierten Außenbereich. Die Arbeiten am Wohnhaus werden jedoch noch einige Zeit andauern. Im Sommer, so hofft er, wird er mit seiner Familie wieder in das eigene Heim zurückkehren können.

Text: Elisabeth Hilgartner, Fotos: Martin Lugger