LH Günther Platter: „Können vorsichtige Entwarnung geben!”

Die massivsten derzeit bekannten Schäden gab es als Folge der Unwetter im Bereich der Galitzenklamm in Amlach. Das Gebäude musste evakuiert werden.

Dienstagvormittag lud Landeshauptmann Günther Platter gemeinsam mit Bezirkshauptfrau Olga Reisner und Vertretern anderer Einsatzorganisationen (Polizei, Bundesheer, Wasserrettung, Rotes Kreuz und Bergrettung) zu einer Pressekonferenz in die Bezirkshauptmannschaft Lienz. „Die Situation in der letzten Nacht war aufgrund der starken Niederschläge und des Sturms eine sehr schwierige – insbesondere für die Einsatzorganisationen. Zum Glück gab es keine Personenschäden. Das ist bei solchen Ereignissen das Wichtigste”, so der Landeshauptmann einleitend.

 

Die massivsten derzeit bekannten Schäden gab es im Bereich der Galitzenklamm in Leisach. Das Gebäude musste evakuiert werden.

 

Zwischen Sillian und Lienz gab es starke Verwüstungen, stark betroffen ist auch der Drauradweg. „Die wichtigste Botschaft ist derzeit: Wir können vorsichtige Entwarnung geben. In den nächsten Tagen sind nur mehr geringe Niederschläge vorausgesagt. Die Schadenshöhe geht in die Millionen, besonders betroffen sind die Straßeninfrastruktur, die Verbauungsmaßnahmen von vielen Bächen und Flüssen sowie auch die Jausenstation Galitzenklamm”, so Platter, der finanzielle Hilfe seitens des Landes Tirol zusagte.  „Das Bundesheer ist mit 235 Mann im Einsatz, besonders gefordert  sind auch die Feuerwehren und viele andere Einsatzorganisationen”, so der Landeshauptmann.

 

LH Günther Platter machte sich im Bereich der Galitzenklamm und am Drauradweg ein Bild von der Lage.

 

Bezirkshauptfrau Olga Reisner sagte, dass die vergangene Nacht doch einige Überraschungen gebracht hätte. „Aufgrund der guten Arbeit der Einsatzkräfte konnte die schwierige Situation jedoch gut bewältigt werden. Der Pegel an der Drau war besonders hoch. Die Zusammenarbeit mit den Gemeinden funktionierte sehr gut. Heute Früh haben wir uns bei einem Erkundungsflug ein Bild von der Lage machen können. Das Allerwichtigste ist, dass keine Personen zu Schaden gekommen sind”, so Reisner.

 

 

Oskar Monitzer, der stellvertretende Bezirkspolizeikommandant, informierte, dass die Osttiroler Polizei mit 27 BeamtInnen im Einsatz war. Die Verkehrslage habe sich wieder etwas beruhigt. „Zug um Zug werden die Sperren aufgehoben”, so Monitzer. Otto Unterweger, Gebietsbauleiter der Wildbach- und Lawinenverbauung, berichtete, dass sieben Geschieberückhaltebecken im Bezirk voll seien. „Alle Verbauungen haben funktioniert, dadurch konnten Schäden am Siedlungsraum verhindert werden”, so Unterweger. Den einzig großen derzeit bekannten Schaden gab es im Bereich der Galitzenklamm in Amlach. Das Gebäude musste evakuiert werden. Das Wasser aus der hochwasserführenden Drau wurde in Richtung Restaurant rückgestaut. Dadurch kam es zu den massiven Schäden.

 

 

Harald Haider, Leiter des Baubezirksamtes Lienz, erzählte von dramatischen Situationen in der Nacht. „Hotspot war der Raum Sillian. Die Isel war nicht so stark betroffen wie die Drau, im Iseltal ereignete sich aber eine Reihe von Hangrutschungen. Aufgrund des starken Sturms mussten gestern Abend Straßen gesperrt werden. Der Drauradweg ist leider über größere Strecken stark beschädigt”, so Haider.

 

 

„34 von 38 Osttiroler Feuerwehren waren mit insgesamt 670 Feuerwehrleuten im Einsatz”, berichtete Bezirksfeuerwehrkommandant Herbert Oberhauser. „Kurz vor Mitternacht mussten wir zahlreiche Straßensperren absichern. Dann kam der heftige Sturm. Stromleitungen waren am Boden. Das war eine durchaus gefährliche Situation. Wir haben großflächig abgesichert, und so kam es zu keinen Personenschäden – mit Ausnahme eines Feuerwehrmannes, der eine Schnittwunde erlitt”, so Oberhauser.

 

 

Derzeit sei es auch besonders wichtig, die Stromversorgung wieder herzustellen, betonte Olga Reisner. „Dafür werden laufend Erkundungsflüge durchgeführt. Wegen des heftigen Sturms sind Bäume umgestürzt, und Leitungen wurden beschädigt.  Das Lesachtal und das Kalsertal waren besonders betroffen. Die Mitarbeiter der Tinetz sind unterwegs, um die Schäden zu beheben”, so die Bezirkshauptfrau.

Seit ca. 15.00 Uhr ist die Defereggental-Landesstraße bis Ladstatt wieder befahrbar. Die Sperre der B 108 Felbertauern-Bundesstraße zwischen Matrei und Huben konnte aufgehoben werden (einspurige Verkehrsführung im Bereich Brühlbrücke). Somit ist die Verbindung von Mittersill in Salzburg bis nach Lienz in Osttirol wieder hergestellt. Die Kalserstraße L26 ist seit 16.30 Uhr wieder für den Verkehr geöffnet. Die Sperre der Drautal-Bundesstraße B 100 zwischen Nikolsdorf und Greifenburg wird nach aktuellem Stand frühestens am 31. Oktober um 7.00 Uhr aufgehoben.

 

 

Text: Redaktion, Fotos: Brunner Images (6), Osttirol heute (2)

30. Oktober 2018 um