Design trifft Werkbank: Studierende zu Gast in Osttiroler Handwerksbetrieben
Designstudierende arbeiteten mehrere Wochen direkt in Osttiroler Handwerksbetrieben mit und entwickelten gemeinsam mit erfahrenen Tischlerinnen und Tischlern neue Produkte – von der ersten Idee bis zum marktfähigen Prototyp.
Wie entsteht Innovation? Oft dort, wo unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen. Im Rahmen des LEADER-Projekts „Design, Produktion und Transformation“ hat die INNOS GmbH das Praxisformat „Design trifft Werkbank“ realisiert. Es bringt Designer:innen, Handwerksbetriebe und Wissenschaft zusammen und zeigt, wie durch gemeinsames Arbeiten innovative und marktfähige Produkte entstehen können.
„Innovation entsteht dort, wo Menschen mit unterschiedlichen Kompetenzen zusammenarbeiten. Mit ‚Design trifft Werkbank‘ schaffen wir einen Raum, in dem junge Designer:innen und erfahrene Handwerksbetriebe voneinander lernen und gemeinsam Neues entwickeln. Genau solche Kooperationen stärken langfristig die Innovationskraft unserer Betriebe und den Wirtschaftsstandort Osttirol“, sagt Barbara Hassler, Geschäftsführerin der INNOS GmbH.

Begleitet wurde das vierwöchige Praxisformat von der New Design University (NDU) St. Pölten. Die Designstudierenden wurden von Beginn an in den Arbeitsalltag der Betriebe eingebunden und begleiteten den gesamten Entwicklungsprozess – von der ersten Idee über Materialwahl und Konstruktion bis hin zur fertigen Umsetzung. Dadurch lernen angehende Designer:innen, wie Entwürfe unter realen Bedingungen entstehen, angepasst und weiterentwickelt werden.
Gleichzeitig bekommen auch die Betriebe neue Perspektiven auf ihre Arbeit. Design wird dadurch nicht theoretisch vermittelt, sondern als gemeinsamer, praxisnaher Entwicklungsprozess erlebbar. Die Erfahrungen aus den Volontariaten werden wissenschaftlich ausgewertet und bilden die Grundlage für die Weiterentwicklung des Formats.
Am Projekt beteiligten sich die Tischlerei Andreas Großlercher, die Tischlerei Gorger und die Werkstätte Walder. Gemeinsam mit Designer:innen entstanden erste marktfähige Produkte. So entwickelte Lisa Seifert gemeinsam mit Andreas Großlercher eine moderne Tagesgarderobe, die im Rahmen der Peter Bruckner Preisverleihung präsentiert wurde.

Dass Designer:innen und Handwerksbetriebe enger zusammenarbeiten müssen, war auch eine zentrale Botschaft der Podiumsdiskussion im Rahmen der Peter Bruckner Preisverleihung. Für Martin Wetscher liegt darin großes Potenzial: „In Italien ist es selbst bei kleinsten Produzenten selbstverständlich, dass der Handwerker immer mit einem Designer zusammenarbeitet.“
Auch Martin Bergmann sieht im gemeinsamen Entwicklungsprozess den Schlüssel erfolgreicher Produktentwicklung. „Erst dann wissen wir als Designer:innen, wie wir einen Entwurf anlegen können, um unsere Kunden zu fordern und gemeinsam die Grenzen zu verschieben.“
Text: Redaktion, Fotos: Marian Kröll, Aberjung
