Jagd: Herausforderungen Schnee und Freizeitsport
Die Nachwehen der massiven Schneefälle und neue Wege in der Zusammenarbeit mit der Freizeitwirtschaft thematisierte Jägermeister Ing. Martin König beim Osttiroler Jägertag.
Zum Osttiroler Jägertag und zur Pflichttrophäenschau lud die Jägerschaft am 5. und 6. April 2014 in die Lienzer Dolomitenhalle. Bezirksjägermeister Ing. Martin König berichtete von
2 035 getätigten Abschüssen beim Rehwild, 1 453 beim Gamswild, 437 beim Rotwild und 45 beim Steinwild. Außerdem wurden im Berichtsjahr im Bezirk Lienz 1 446 Murmeltiere, 108 Stück Birkwild, 38 Stück Auerwild sowie acht Stück Muffel- und vier Stück Schwarzwild erlegt. In diesen Zahlen noch nicht enthalten sind das Fallwild und die Hegeabschüsse.
Fallwild und Hegeabschüsse sind beim Rehwild von 491 im Jahr 2012 auf 846 im vergangenen Jagdjahr angestiegen, im Bereich des Rotwildes hat sich dieser Posten von 30 auf 70 mehr als verdoppelt. „Die Nachwehen des schneereichen Winters werden wir noch lange spüren, und die Ausfälle müssen wir auch in der Abschussplanung berücksichtigen. Der Umstand, dass der Winter nicht so kalt war, hat die negativen Auswirkungen wieder ein wenig gebremst“, erklärte der Bezirksjägermeister.
Martin König: „Der schneereiche Winter hat zu einem massiven Ansteigen beim Fallwild geführt. Dass der vergangene Winter von den Temperaturen her nicht sehr streng war, hat uns Jägern aber wieder geholfen.“
Dass mit einer Initiative des Landes die Frage der Besucherlenkung aktiv angegangen werde, bezeichnete König als durchaus positiv. „Die Freizeitsportler richtig zu lenken, ist eine der großen Herausforderungen nicht nur für uns Jäger, sondern auch für die Politik, die Behörden und die Naturschutzorganisationen“, so der Jägermeister. Im Lesachtal bzw. im Kärntner Bezirk Hermagor seien diese Themen für alle Beteiligten gut gelöst worden. Hier hätten sich alle Betroffenen an einen Tisch gesetzt und die Fragen geklärt: Wo sind die bevorzugten Lebensräume des Wildes? Welche Gebiete sollen von den Freizeitsportlern genutzt werden? Wo sollen Ruheräume entstehen?
„Viel begangene Wander- und Forstwege stehen in keiner Weise zur Diskussion, wenn es um Freizeitsportler geht, und natürlich auch nicht die freie Betretbarkeit des Waldes. Problematisch sehe ich Variantenfahrer und Snowboarder im Winter. Im Sommer stören auch nicht die Mountainbiker, die auf den Wegen bleiben, das Wild, sondern jene, die auf den schmalen Steige fahren“, so König. Auch Motorradfahrer, die abseits der Wege ihrem Hobby nachgehen, und Paragleiter würden immer mehr zum Problem werden. „Es gibt Paragleiter, die durch zu nahes Heranfliegen an das Wild dieses panisch machen. Das alles erschwert natürlich die Erfüllung des Abschussplanes“, so König.
Es werde angedacht, in Osttirol ein Pilotprojekt zu starten, um die Freizeitsportler zu kanalisieren und sinnvolle Ruhezonen zu vereinbaren. „Ich glaube, dass wir mit allen Beteiligten und Betroffenen eine gute Lösung erarbeiten können“, sagte der Bezirksjägermeister abschließend.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Christian Walder

