Großer Erfolg für Volksbank Osttirol-Westkärnten

Einvernehmliche Trennung vom Volksbanken-Kreditinstitute-Verband, grünes Licht von Finanzministerium und Bankenaufsicht. Neuer Name „DolomitenBank“ ab Mitte Dezember.

geleistet und eine Lösung konsequent entwickelt. Seit gestern Abend, 19.11., ist es fix: die Volksbank Osttirol-Westkärnten bleibt eigenständig. „Intensiv haben wir an der rechtlichen, wirtschaftlichen und organisatorischen Entflechtung aus dem Volksbanken-Kreditinstitute-Verbund und dem Aufbau von alternativen Lösungen gearbeitet. Wir sind nun äußerst zufrieden, dass dies gelungen ist und dieser Schritt im Einvernehmen mit den beteiligten Institutionen möglich war“, erklärt dazu Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Leo Gomig.

Österreichweit einzigartige Lösung

Von einer österreichweit einzigartigen Lösung spricht Vorstandsvorsitzender Dir. Mag. Hansjörg Mattersberger. Er betont: „Die Selbstständigkeit ist ein besonders hoher Wert für unsere Region. Wäre uns dies nicht gelungen, hätten von den 85 Mitarbeitern rd. 45 ihren Arbeitsplatz verloren, weil die Stabs- und Verwaltungsstellen nach Klagenfurt gewandert wären. Außerdem wäre das Kapital, das in der Region erwirtschaftet wurde, abgezogen worden. Und schließlich sind selbstständige Regionalbanken für die Gestaltung der eigenen regionalen Zukunft unabdingbar, will man vermeiden, dass entlegenere Regionen weiter so rasant schrumpfen.“ Erfreut vom nun gelungenen Erhalt der Selbstständigkeit zeigt sich auch der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter, der sich politisch dafür stark gemacht hatte. „Für die regionale Wirtschaft ist es sehr wichtig, dass es Regionalbanken als verlässliche und starke Partner gibt, die die Situation vor Ort kennen und in denen auch die notwendigen Entscheidungen gefällt werden. Beides ist mit der Eigenständigkeit der Volksbank Osttirol-Westkärnten weiterhin garantiert!“

Als Kreditgenossenschaft organisiert, DolomitenBank neuer Name

Die Regionalbank bleibt unverändert als Kreditgenossenschaft organisiert. Eigentümer sind jene 6.400 Mitglieder, die die Bevölkerung widerspiegeln. Sitz und Zentrale mit den Stabs- und Verwaltungsstellen befinden sich weiterhin in Lienz. Mit der Bezeichnung „DolomitenBank Osttirol-Westkärnten eG“ wurde ein Firmenname gewählt, der, so Vorstandsvorsitzender Mattersberger, … „für Bodenhaftung und Beständigkeit, für Regionalität und Stärke, für Freundlichkeit und Sympathie steht. Jeder weiß sofort, wo die Regionalbank gelegen ist und für welches Gebiet sie aktiv ist.“

Fusion mit Volksbank Gmünd

Die Fusion mit der Volksbank Gmünd, die 12 MitarbeiterInnen beschäftigt und eine Bilanzsumme von € 80 Mio. aufweist, ist bereits beschlossen und steht nur noch unter dem Vorbehalt der aufsichtsbehördlichen Genehmigung. Die DolomitenBank Osttirol-Westkärnten eG beschäftigt nach der Fusion 85 MitarbeiterInnen, führt acht Geschäftsstellen, hat eine Bilanzsumme von ca. € 500 Mio., € 400 Mio. Einlagen und € 375 Mio. Kundenkredite. Das Kunden-Wertpapier-Depotvolumen beträgt ca. € 90 Mio. Die Bank ist damit die größte im Marktgebiet. Mittelfristig, so die Verantwortlichen, sind zwei weitere Geschäftsstellen geplant, um im richtigen Maß vor Ort vertreten zu sein.

dolomitenbankgrafik

 

Einvernehmliche Entflechtung

Die komplexe Trennung aus dem Volksbanken-Kreditinstitute-Verbund erfolgte, wie Vorstandsvorsitzender Mattersberger berichtet, einvernehmlich: „Der diesbezügliche Vertrag ist unterfertigt. Er regelt die geordnete und sichere Überbindung von Leistungen aus dem Volksbanken-Bereich an neue Partner oder in die eigene Organisation. Von beiden Banken wird gemeinsam ein einmaliger Entbindungsbeitrag in Höhe von € 8 Mio. an die Republik Österreich gezahlt. Dafür werden wir aus allen Verpflichtungen und Haftungen gegenüber dem Volksbanken-Sektor entbunden. Dieser Beitrag ist wirtschaftlich gut verkraftbar. Er ist die Investition in die Zukunft der Selbstständigkeit und befreit uns von allen Haftungen und Verpflichtungen. Die entsprechende Zustimmung und Haftungsentlassungserklärung des Finanzministeriums liegen bereits unterfertigt vor.“

Neuer Kooperationspartner

Für die Erbringung von Zwischenbankdienstleistungen konnte die Hypo Tirol als Partner gewonnen werden, die damit ihre Funktion als Landesbank deutlich unterstreicht. Der Kooperationsvertrag ist bereits abgeschlossen. Beide Banken, die Hypo Tirol und die DolomitenBank, sind und bleiben selbstständige Banken. Die Zusammenarbeit bezieht sich auf Abwicklungsleistungen in Bereichen des Zahlungsverkehrs und der Wertpapierverwaltung sowie in der Bankenrefinanzierung und im Treasury. Bereits seit Ende September 2015 läuft der Weg im Zahlungsverkehr über die Hypo Tirol. „Die Umstellung erfolgte völlig frei von Problemen und Fehlern. Technisch und organisatorisch wurde das so gut bewerkstelligt, dass der Kunde die Leitwegumstellung gar nicht gemerkt hat. Das ist der beste Qualitätsbeleg“, erläutert Vorstand Dir. Mag. Peter-Paul Groder.

Änderungen für die Kunden

Die Namensänderung führt zu einer neuen Wort-Bild-Marke DolomitenBank noch im Jahr 2015. Alle bestehenden Vereinbarungen, Bedingungen und Verträge bleiben ebenso unverändert wie IBAN (Kontonummer) und BIC. Für die Kunden der Volksbank Gmünd ändern sich IBAN und BIC nach der technischen Fusion, die mit 20.02.2016 geplant ist. Ab Eintragung des neuen Namens im Firmenbuch tragen alle dann ausgegebenen Produkte die Marke DolomitenBank.

Text: Wirtschaftsredaktion, Foto: Volksbank Osttirol-Westkärnten, Grafik: Dolomitenbank

20. November 2015 um