„Frisches und Knackiges“ vom Bergbauernhof
Blattsalate, Karotten, Porree, Radieschen und Kräuter – das alles sprießt und gedeiht am Stockerhof von Michael Stocker und Silvia Islitzer im Matreier Ortsteil Klausen.
Der Stockerhof liegt auf 1.056 Metern Seehöhe, umgeben von Wald und Wiesen idyllisch auf der Sonnseite des Iseltales. Abseits von Hektik und Trubel ist das Ortszentrum der Marktgemeinde Matrei mit dem Auto in nur wenigenMinuten erreichbar. Michael Stocker und Silvia Islitzer leben und arbeiten hier seit knapp drei Jahren. Michael ist mit vier Geschwistern auf dem Sonnwender-Hof in Dölsach aufgewachsen. Seit er berufstätig ist, hat er in der Landwirtschaft gearbeitet. Gemeinsam mit seiner Partnerin Silvia, einer gebürtigen Matreierin, fasste er vor rund vier Jahren den Entschluss, den Stockerhof in Klausen zu erwerben. „Wir waren von der Lage des Anwesens und von der wunderschönen Umgebung sofort begeistert. Dass der Vulgo-Name des Hofes mit meinem Nachnamen übereinstimmt, ist ein erfreulicher Zufall“, erzählt er.

Im September 2013 nahmen die beiden den Stockerhof in Betrieb, bauten den Stall um und installierten eine Melkanlage für rd. 150 Saaneziegen, die sie aus Deutschland importierten. Inzwischen ist der Stall am Stockerhof die Heimat von 280 Geißen, Böcken und Jungtieren. Rund 200 Ziegen werden täglich zwei Mal gemolken und mit der Milch die „Tirol Milch“ beliefert, die daraus Bergkäse herstellt. „Im Sommer halten sich unsere Tiere bevorzugt auf der Weide rund um den Hof auf“, berichtet der 31-jährige Bauer. Im Frühjahr 2015 haben er und Silvia auch mit dem Anbau von Gemüse begonnen. Eissalat, Lollo Rosso, Lollo Verde, Karotten, Radieschen, Porree, Petersill, Schnittlauch und andere Kräuter sprießen seitdem in den großen Beeten direkt neben dem Wohnhaus.

„Heuer haben wir die Pflanzen – mit Ausnahme des Porrees – in der letzten Aprilwoche eingesetzt und sie zunächst mit Flies abgedeckt, um einen entsprechenden Kälteschutz zu erreichen“, schildert Silvia einzelne Arbeitsschritte im Gemüseanbau. „Anfang Juni konnten wir den ersten Salat ernten.“ Zwei Mal wöchentlich beliefern die Stocker-Bauern in der Saison den Talmarkt in Matrei mit ihrem Gemüse. „In der ersten Sommerhälfte liegt der Schwerpunkt neben Salat v.a. auf Radieschen, später kommen Karotten hinzu. Unser Sortiment schließt auch verschiedene Kräuter ein, die wir ebenfalls zwei Mal pro Woche – entweder frisch oder getrocknet – zustellen“, informiert Silvia. Für sie ist die Arbeit im Gemüsegarten inzwischen zu einer Leidenschaft geworden. „Natürlich gibt es viel zu tun. Nach der Ernte ist das Gemüse zu sortieren, zu waschen und für den Transport vorzubereiten. Außerdem müssen Pflanzen wieder nachgesetzt und v.a. auch das Unkraut gejätet werden, was besonders viel Zeit in Anspruch nimmt. Manchmal sitze ich aber einfach nur im Garten und genieße die Ruhe“, schwärmt sie von der entspannenden und ausgleichenden Wirkung des Aufenthaltes inmitten der Natur. „Es
ist einfach schön, mitzuerleben, wie alles wächst und gedeiht!

Der relativ feuchte Sommer 2016 hat Silvia und Michael übrigens eine gute Ernte beschert. Im Vorjahr absolvierten die beiden an der Abendschule die Ausbildung zum „Landwirtschaftlichen Facharbeiter“. „Das Lernen für die Prüfung bedeutete – zusätzlich zum Aufbau des Hofes und zur Arbeit in Stall und Garten – einen nicht unerheblichen Stressfaktor. Nicht nur deshalb bin ich sehr froh, dass uns Silvias Eltern bei der Arbeit am Stockerhof fleißig unter die Arme greifen“, freut sich Michael über den Familienzusammenhalt. Und weil die Nachfrage nach dem frischen Gemüse derart groß ist, wollen er und Silvia den Anbau in Zukunft weiter forcieren. „Die Flächen rund um den Hof bieten genügend Platz für die Erweiterung der Beete, und auch die Bodenqualität ist hier sehr gut. Die Humusschicht enthält viele wichtige Nährstoffe und ist damit die Grundlage für eine gute Fruchtbarkeit. Zudem düngen wir den Boden mit Ziegenmist, was wohl auch etwas dazu beiträgt, dass unser Gemüse hier so prächtig wächst und gedeiht“, weist Michael Stocker abschließend auf Synergieeffekte mit dem zweiten wichtigen Standbein am Stockerhof, nämlich der Milchziegen-Wirtschaft, hin.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Martin Lugger
