Der Plöckenpass soll bis Winter 2024/25 wieder befahrbar sein

Eine rasche Lösung für Bevölkerung und regionale Wirtschaft hat für die Vertreter des Landes Kärnten und der Region Friaul-Julisch Venetien oberste Priorität.

Informationen aus erster Hand zur gesperrten Plöckenpassstraße auf italienischer Seite zu erfahren, das war die Intention eines Arbeitstreffens am Dienstag, 9. Jänner, in Tolmezzo. Neben dem Kärntner Landeshauptmannstellvertreter Martin Gruber und dem friulanischen Regionspräsidenten Massimiliano Fedriga saßen auch die friulanische Landesrätin für Infrastruktur, Christina Amirante, sowie Fachbeamte aus Kärnten und Friaul mit am Tisch.

„Oberste Priorität hat für uns eine rasche Befahrbarkeit der Passstraße. Darauf habe ich heute mit Nachdruck hingewiesen, und das wurde von Friaul auch in Aussicht gestellt“, informierte Martin Gruber. Von italienischer Seite wurde berichtet, dass die Straße trotz des massiven Felssturzes im Dezember 2023 wiederherstellbar sei. Man werde mit Hochdruck daran arbeiten, die Straße bis zum Winter 2024/25 wieder für den Verkehr freigeben zu können, versicherten die Vertreter von Friaul.

„Ich bin erleichtert, dass eine Sanierung der derzeitigen Strecke möglich ist. Parallel dazu wird Italien aber auch die Errichtung einer provisorischen Nottrasse prüfen“, so Gruber. Kärnten habe dafür die Unterstützung der Straßenbauabteilung angeboten, die bei einem ähnlichen Schaden im Lesachtaler Promeggen (Sturmtief Vaia im Herbst 2018) kurzfristig eine Umfahrung herstellen musste. Die Fachabteilungen beider Länder werden sich dazu nun intensiv abstimmen.

Diskutiert wurden beim Arbeitsgespräch auch langfristige Lösungsmöglichkeiten. Kärnten habe in den letzten Jahren rund 27 Millionen Euro in einen wintersicheren Ausbau der Passstraße investiert, trotzdem müssten beide Länder die Möglichkeit weiterer Schadereignisse in Betracht ziehen, so Gruber. „Wir wollen eine nachhaltige Lösung und sind für diesbezügliche Gespräche offen. Langfristige Bauprojekte können aber nicht von Kärnten und Friaul alleine finanziert werden“, stellte der Kärntner Landeshauptmannstellvertreter klar.

Tunnelvarianten wären nach aktuellen Schätzungen, die Italien im Rahmen des Arbeitsgesprächs präsentiert hat, mit Kosten in Höhe von 200 bis 700 Millionen Euro verbunden. Zudem seien sowohl die EU-Alpenstrategie als auch die Alpenkonvention von einem Ausbau der Passstraße mittels Tunnel berührt. Daher stehe nun für beide Länder die Wiederherstellung der Bestandsstrecke im Fokus.

 

Text: Redaktion, Foto: LHStv. Gruber

10. Januar 2024 um