Bank Austria für Wirtschaft 2015 leicht optimistisch

Von einer leichten Erholung der Wirtschaft im 2. Quartal 2014 sprachen Spezialisten der Bank Austria beim „Business Breakfast“ am 14. Oktober im Grandhotel Lienz.

Zum „Business Breakfest“ lud die Bank Austria am Dienstag, 14. Oktober 2014, Kunden und Wirtschaftstreibende in das Grandhotel. Der Tiroler Landesdirektor Mag. Markus Sappl  gab einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen in der Tiroler Wirtschaft. „Nach einem sehr schwachen Start ins Jahr konnte die Tiroler Wirtschaft im Frühjahr zu einem Aufholkurs ansetzten, und so blieb die Wirtschaftsleistung im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr zumindest stabil“, erklärte Sappl. Die Industrie hätte die Entwicklung in den ersten Monaten des heurigen Jahres gebremst – der Produktionsrückgang betrug fast 3%. „Die Erholung der europäischen Wirtschaft belebte die Exportnachfrage und sorgte ab dem zweiten Quartal wieder für frische Impulse in der Sachgütererzeugung“, so der Landesdirektor.

Die Russland/Ukraine-Krise sowie die angespannte Lage im Nahen Osten hätten jedoch zu Herbstbeginn die Stimmung verschlechtert. „Die Erholung der europäischen und damit auch der Tiroler Wirtschaft macht aufgrund der zunehmenden Verunsicherung jetzt wohl eine Pause. Ich gehe davon aus, dass die moderate Konjunkturverbesserung der Tiroler Wirtschaft in den kommenden Monaten eine Delle bekommen wird“, zeigte sich Markus Sappl für die nächste Zeit eher pessimistisch. Auch die Lage am Arbeitsmarkt könnte sich seiner Meinung nach weiter verschärfen. Die Arbeitslosenquote steige 2014 in Tirol auf über 7%, im Vorjahr waren es durchschnittlich 6,4%. „In Osttirol haben wir zwar immer noch eine Arbeitslosenquote von über 10%, sie steigt jedoch weniger stark als im gesamten Bundesland – ein klares Zeichen, dass sich unsere Betriebe in diesem schwierigen Jahr vergleichsweise gut behaupten konnten“, zeigte sich Franz Theurl, Bank Austria-Filialdirektor in Lienz, für Osttirol ganz zufrieden.

Wieder etwas mehr Schwung erwarten die Wirtschaftsspezialisten der Bank Austria für das nächste Jahr. „Wir sind optimistisch, dass sich die Konjunkturerholung 2015 fortsetzen wird. Die globale Nachfrage wird schon wieder besser, und auch der etwas schwächere Euro sollte der Tiroler Exportwirtschaft helfen“, schätzt Sappl. Franz Theurl geht davon aus, dass die Auffrischung der europäischen Wirtschaft in wichtigen Abnehmerländern auch die Osttiroler Wirtschaft beflügeln könnte. „Die Nähe zu Italien müsste für den Bezirk Lienz auch 2015 von Vorteil sein“, so Theurl.

Einen Ausblick auf 2015 wagte auch Walter Pudschedl, stv. Chefökonom der Bank Austria. „Positive Effekte sind für mich die Steigerung der weltweiten Nachfrage, das niedrige Zinsniveau soll bei Investitionen weiter helfen, und der immer noch leicht sinkende Euro-Wechselkurs wirkt für die Exportwirtschaft unterstützend“, so Pudschedl. Im Bereich der öffentlichen Investitionen hätte es in den letzten Jahren in Österreich einen Stau gegeben. „In diesem Bereich muss wieder mehr investiert werden. Wir sollten beim Außenhandel 2015 Verbesserungen spüren, und der private Konsum wird wieder angekurbelt, wenn sich die Einkommensentwicklung verbessert“, gab der Chefökonom einen Ausblick. Die Zinsen seien derzeit im Keller und würden auch dort bleiben. „Ich glaube nicht, dass die EZB in den nächsten eineinhalb Jahren wesentliche Zinsschritte machen wird. Außerdem wird der Euro schwach bleiben. Ich schätze, dass uns in Europa die fundamental besseren Wirtschaftsdaten als in den USA ab Mitte des nächsten Jahres helfen werden“, so Pudschedl.

Dr. Manfred Seyringer, stv. Abteilungsleiter Export- und Investitionsfinanzierung der Bank Austria, gab im Anschluss einen Überblick über Tiroler, nationale und europäische Fördermöglichkeiten für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). „Die Förderinstrumente gehen in Richtung Haftungen, damit Kreditmittel mobilisiert werden können. In Tirol gibt es aber auch noch Bar- und Zinszuschüsse, und Osttirol profitiert durch seine Eigenschaft als Regionalfördergebiet von erhöhten Fördersätzen – beispielsweise bis zu 10% Zuschuss im Rahmen des Impulspaketes Tirol“, so Seyringer.

Text: Raimund Mühlburger, Foto: Osttirol heute/Mühlburger

 

14. Oktober 2014 um