Asslinger Photovoltaik-Park feierlich eingeweiht
Der größte Photovoltaik-Park Tirols mit einer Gesamtleistung von 2 000 kWpeak wurde am 16. Juli 2014 im Asslinger Ortsteil Bannberg seiner Bestimmung übergeben.
Als „Vorreiterin in Richtung Energieautonomie“ bezeichnete LH-Stv. ÖR Josef Geisler die Gemeinde Assling bei der feierlichen Einweihung des größten Photovoltaik-Parks Tirols. „Schon vor 87 Jahren haben sich Asslinger Visionäre zusammengefunden und das erste gemeinschaftliche Wasserkraftwerk in der Gemeinde errichtet. Mit einer Leistung von 100 PS konnten so die Bauernhöfe und Teile der Gemeinde mit Strom versorgt werden“, blickte Markus Lukasser, Obmann der Elektrowerksgenossenschaft Assling (EWA) in die Anfänge der Genossenschaft zurück. In der Folge wurde das Stromnetz auf die gesamte Gemeinde Assling ausgedehnt, weitere Wasserkraftwerke wurden errichtet.
Bgm. Bernhard Schneider: „Mit dem Beteiligungsmodell der Sonnenscheine haben wir auch bei diesem Projekt wieder die Bevölkerung stark eingebunden.“
Mit zwölf Mitarbeitern betreibt die EWA das Versorgungsnetz, die vier eigenen Wasserkraftwerke mit 6 000 kW Leistung, einen Elektroinstallationsbetrieb und in der Ortschaft Thal eine Fernwärmeversorgung. Die Genossenschaft gehört derzeit 188 Mitgliedern. Die Anfang 2012 veröffentlichte Solarpotenzialstudie, die Assling großes Solarpotenzial bescheinigte, gab den Anstoß zur Errichtung einer großen Photovoltaik-Anlage. Am 19. August 2013 wurde mit dem Bau der ersten Anlage in Unterassling begonnen, und es folgten nach und nach Anlagen in Bichl, Kosten und Bannberg. Die Einzelanlagen haben jeweils eine Leistung von 499 kWpeak, der erwartete Jahresertrag des gesamten Parks liegt bei 2,4 Mio. kWh.
LH-Stv. ÖR Josef Geisler: „Tirol hat an und für sich schon günstige Strompreise. Aber in Assling ist durch innovative Projekte wie dieses der Strom für die Bürgerinnen und Bürger der günstigste von ganz Österreich.“
„Die 8 058 Module mit einer Gesamtfläche von 13 500 Quadratmetern verbrauchen eine Grundfläche von rund 3 Hektar, investiert wurden 3,2 Mio. Euro, und die Kohlendioxyd-Einsparung beträgt rund 1 700 Tonnen pro Jahr“, nannte EWA-Geschäftsführer Harald Stocker Details. Als Schlüssel zum Erfolg bezeichnete Bürgermeister Bernhard Schneider, „dass wir immer versucht haben, die Bürgerinnen und Bürger in die Projekte einzubeziehen“. Auch beim Photovoltaik-Park würden alle Asslingerinnen und Asslinger profitieren. „Nicht nur die Mitglieder der Genossenschaft haben Vorteile, sondern alle BürgerInnen, weil wir den günstigsten Strompreis Österreichs haben. Wir werden weiterhin Konzepte für Energieautarkie forcieren und mit Unterstützung des Landes Tirol mit erneuerbaren Energien unsere Lebensräume absichern“, so der Bürgermeister.
LH-Stv. Josef Geisler lobte die Gemeinde Assling als „Vorreiterin in Richtung Energieautonomie“. „Nicht nur wegen des neuen Photovoltaik-Parks, die Energieproduktion insgesamt funktioniert hier vorbildlich. Mit dem Photovoltaik-Park ist es gelungen, eine Symbiose zwischen moderner Technik und der Natur herzustellen. Es gibt bei solchen Anlagen immer auch kritische Stimmen, hier in Assling wurde aber besonders an die Naturlandschaft angepasst gebaut“, betonte der Energielandesrat.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Kraner
