Assling baut größten Photovoltaikpark Tirols

Das Elektrowerk Assling errichtet derzeit auf vier Standorten einen Photovoltaikpark mit einer Größe von 2 000 kWpeak – Inbetriebnahme in der 2. Oktoberhälfte 2013.

Vor 86 Jahren gründeten 130 Asslinger Bauern eine Elektrowerksgenossenschaft. Heute befindet sich die Elektrowerk Assling reg.Gen.m.b.H. zu 97% im Eigentum von Landwirten, 3% der Anteile hält die Gemeinde. Vier Wasserkraftwerke erzeugen in der Oberländer Gemeinde rund 35 Mio. kWh Strom pro Jahr. Davon können die 760 Abnehmer im Gemeindegebiet versorgt werden. Doch die Genossenschaft setzt in Zukunft verstärkt auch auf Strom aus Sonnenkraft. In Assling entsteht derzeit der größte Photovoltaikpark Tirols.

„Früher war Assling die Kornkammer Osttirols, heute ernten wir auf unseren Feldern verstärkt Sonnenstrom. Wir wollen damit zusätzlich zur Wasserkraft weiterhin ausschließlich auf erneuerbare Energien setzen“, so Obmann Markus Lukasser. Tatsächlich hat die Genossenschaft vorwiegend in den letzten 25 Jahren große Summen investiert, um stets auf dem neuesten Stand der Technik zu sein – das Leitungsnetz, die Verkabelungen und die Trafostationen wurden immer wieder modernisiert.

Die Anlage in Unterassling mit einer Größe von 500 kWpeak – weitere werden in Bannberg, Bichl und Herol errichtet.

Der neue Photovoltaikpark besteht aus vier Einzelanlagen, die auf das Versorgungsnetz des Elektrowerkes verteilt sind. Die höchst gelegene Anlage wird im Weiler Bichl auf 1400 Metern Seehöhe errichtet, weitere in Herol, in Bannberg und in Unterassling. Die Größe je Anlage beträgt 500 kWpeak, jene des gesamten Photovoltaikparks also 2 000 kWpeak. Investiert werden in die neue Anlage 3,2 Mio. Euro. „Wir planen, mit der neuen PV-Großanlage pro Jahr 2,3 Mio. Kilowattstunden Sonnenstrom zu erzeugen, damit werden rund 1 600 Tonnen Kohlendioxyd pro Jahr eingespart“, erklärt Geschäftsführer Harald Stocker Details. Der gesamte Park in Assling entspricht 400 kleinen Haus-Photovoltaikanlagen mit je einer Größe von 5 kWpeak.

Geschäftsführer Harald Stocker: „Mit einem Ausmaß von 2 000 kWpeak haben wir in Assling den eindeutig größten Photovoltaikpark in Tirol.“

Mit der Bürgerbeteiligungsaktion „Asslinger Sonnen-Scheine“ können sich Kunden des Elektrowerkes an der PV-Anlage beteiligen. Ein Schein kostet 4.500 Euro, mit dem Kauf erwirbt man ein Strombezugsrecht für 20 Jahre. „Pro Sonnen-Schein garantieren wir eine Sonnenstromerzeugung von mindestens 2 250 kWh pro Jahr. Derzeit beträgt die Vergütung 10,38 Cent/kWh, dies entspricht den Netzgebühren und dem Energiepreis unseres Elektrowerkes“, so Stocker.

Bgm. Bernhard Schneider: „Mit Errichtung dieses Photovoltaikparks wollen wir den Strom für unsere Bürger in unserer Gemeinde auch in Zukunft unabhängig und ökologisch verträglich im Elektrowerk erzeugen.“

In Assling wird in nächster Zeit auch die Straßenbeleuchtung ausgetauscht. „In Zusammenarbeit mit dem Elektrowerk haben wir in einem Projekt verschiedene Möglichkeiten geprüft und schließlich die Umstellung auf LED-Lampen beschlossen“, erklärt dazu Bürgermeister Bernhard Schneider. 140 Lichtpunkte werden ausgetauscht bzw. neu errichtet. „Wir sparen durch die Umstellung auf LED-Lampen 72% Energie, die CO²-Einsparung beträgt 13 Tonnen pro Jahr“, so der Bürgermeister abschließend.

Text und Fotos: Raimund Mühlburger

06. September 2013 um