Arbeitslosenrate in Osttirol Ende Oktober bei 11,2%

Die Arbeitslosenrate ist in Osttirol – wie auch in anderen Tiroler Bezirken – bis zum Start der Wintersaison überdurchschnittlich hoch. Zahl der über 50-jährigen Arbeitslosen steigt.

„In Bezug auf die Arbeitslosenzahlen ist Osttirol ein klassischer saisonaler Bezirk. Es gibt bei der Arbeitslosenrate – wie auch in anderen Tiroler Bezirken – immer zwei Spitzen im Jahr. Das ist einerseits die Zeit um Ostern – also im Wesentlichen die Monate März und April – und im Herbst die Zeit bis zum Start der Wintersaison“, erklärt die Lienzer AMS-Leiterin Doris Batkowski. Im Oktober wären bereits viele im Gast- und Baugewerbe Beschäftigte als arbeitslos gemeldet. So lag die Arbeitslosenrate Ende Oktober im Bezirk Lienz bei 11,2%. Sie war damit etwas niedriger als im Bezirk Landeck (13,1%) und in etwa gleich hoch wie in anderen klassischen Tourismusbezirken – Kitzbühel lag bei 10,2%.

„Die Arbeitslosenrate war in Osttirol immer schon etwas höher als in anderen Tiroler Bezirken. Wir haben jedoch den Vorteil, dass wir eine gute Durchmischung der Beschäftigten haben. Der Anteil der Industriebeschäftigten ist mit rund einem Viertel in etwa gleich hoch wie jener der Beschäftigten im Tourismus. In Osttirol gibt es daher nicht so starke Schwankungen wie in anderen Bezirken“, so die AMS-Leiterin.

Die Arbeitslosenrate für November kann erst um den 20. Dezember berechnet werden. Die Arbeitslosenzahlen für Ende November liegen aber bereits vor. 2.616 Personen waren zu diesem Zeitpunkt als arbeitslos gemeldet, 1.506 Frauen und 1.110 Männer. „Es waren damit 49 Personen oder 1,9% mehr Personen beim AMS als arbeitslos gemeldet als im November 2013. Auffallend ist, dass die Zahl der über 50-jährigen Arbeitslosen stark ansteigt. Diese Entwicklung ist schon seit längerem zu beobachten und gilt für ganz Österreich“, berichtet Doris Batkowski.

Das „Gemeindenahe Beschäftigungsprogramm in Zusammenarbeit mit dem Land Tirol“ ist eine AMS-Maßnahme, die ab 2015 helfen soll, den Anteil der über 50-Jährigen an den Beschäftigungslosen zu senken. Gemeinden und öffentliche Einrichtungen, kommunale Betriebe, Kirchen sowie Wohlfahrtseinrichtungen bekommen dabei 80% der Bemessungsgrundlage gefördert, wenn sie Arbeitslose beschäftigen. „Voraussetzung ist, dass der Beschäftigte 50 Jahre alt ist und mindestens ein halbes Jahr als arbeitslos gemeldet war“, so Batkowski.

Im Sinken begriffen sei die Zahl der unter 25-jährigen Beschäftigungslosen. „Das ist erfreulich und hat unter anderem mit der demografischen Entwicklung sowie damit zu tun, dass Jugendliche verstärkt weiterführende Schulen besuchen“, meint die AMS-Leiterin. Die Anzahl der unselbstständig Beschäftigten ist im Bezirk Lienz mit rund 18.000 seit Jahren stagnierend.

Und was wünscht sich Doris Batkowski für den Osttiroler Arbeitsmarkt im kommenden Jahr 2015? „Ich wünsche mir zunächst eine tolle Wintersaison und dass das gesamte Jahr im Tourismus gut gebucht ist. Von einer guten Buchungslage profitieren natürlich auch andere Branchen – wie etwa das Bau- und Baunebengewerbe sowie die Handwerksbetriebe. Für die Baubranche wünsche ich mir, dass der Start in den Sommer gut gelingt. Und dass die Beschäftigung im Allgemeinen steigt, wünscht man sich als AMS-Leiterin natürlich immer“, so Doris Batkowski abschließend.

Text: Raimund Mühlburger, Foto: Osttirol heute

10. Dezember 2014 um