Am Felbertauern herrscht Unruhe unter Bartgeiern

Bei den Zähltagen von 11. bis 19. Oktober 2013 konnten in den Hohen Tauern 12 verschiedene Bartgeier nachgewiesen werden – in Osttirol hofft man auf Nachwuchs.

Die diesjährigen alpenweiten Bartgeier-Zähltage haben die Hohen Tauern in Osttirol und im speziellen das Gschlösstal in Matrei als Lieblingsrevier für Bartgeier ausgewiesen. „Trotz schlechten Wetters  an den Zähltagen konnten in Österreich 17 Bartgeier beobachtet werden, fast ein Viertel davon in Osttirol“, so Mag. Michael Knollseisen, Bartgeier-Betreuer beim Nationalpark Hohe Tauern. 12 Bartgeier wurden im Salzburger, Kärntner und Tiroler Anteil des Nationalparks gesichtet. „Unser Nationalpark kann damit wirklich als Hot Spot, was Bartgeier betrifft, bezeichnet werden“, freut sich Knollseisen. Die vier Jungvögel der letzten Jahre – Jakob, Smaragd, Inge und Glocknerlady – fliegen bevorzugt in Osttirol, ebenso das „Gschlösser Paar“.

In den Hohen Tauern konnten drei Paare ermittelt werden, die am Nest bauen und sich auf die Brutsaison vorbereiten. „Ein Brutpaar baut am Felbertauern auf Osttiroler Seite ein Nest. Wir sind alle gespannt, ob es hier in den nächsten Monaten Nachwuchs geben wird“, so der Bartgeier-Betreuer. Die Vögel, die heuer in Rauris und am Katschberg gebrütet haben, waren nicht erfolgreich. Laut Knollseisen gibt es in den Alpen einen Überhang an Bartgeier-Weibchen. Unruhe herrscht derzeit am Felbertauern, weil das Gebiet seit einigen Tagen von einem „fremden“ Weibchen beflogen wird. „Ich bin immer wieder am Felbertauern unterwegs und beobachte, dass schwere Auseinandersetzungen zwischen diesem Weibchen und den Paarvögeln auf der Tagesordnung stehen“, so der Bartgeier-Betreuer abschließend.

Text: Raimund Mühlburger, Foto: Jürgen Petrikat

29. Oktober 2013 um