Start der Hüttensaison: Neue Wege im Alpintourismus?
Der Alpenverein setzt trotz steigender Ansprüche weiterhin auf Schlichtheit und Einfachheit. Energieeffizienter und umweltgerechter Betrieb der Hütten als Ziel.
Zum Start der Hüttensaison verlautbart der Alpenverein seine Strategien, um die aktuellen und künftigen Herausforderungen im Alpintourismus zu meistern. Laut einer aktuellen Studie planen rund 30% der ÖsterreicherInnen, ihren Urlaub im heurigen Sommer im Inland zu verbringen. Der positive Trend sei auch auf den Schutzhütten zu spüren, teilt der Österreichische Alpenverein in einer Aussendung mit. 234 Hütten besitzt und betreibt der Verein in Österreich, zusammen mit jenen des Deutschen Alpenvereins sind es 417 Schutzhäuser. „Unsere Hütten sind die Perlen im Netz der Wanderwege. Sie sind so gestreut, dass man als Wanderer ein sicheres Dach über dem Kopf findet, eine Rast einlegen und sich stärken kann. Die Anzahl an Hütten ist gerade ausreichend, um bei Gebirgsdurchquerungen in regelmäßigen Abständen einen Stützpunkt zu finden“, so Alpenvereinspräsident Dr. Andreas Ermacora. In den 1990er-Jahren hätten sich die Alpenvereine darauf geeinigt, keine neuen Hütten mehr zu errichten.
Die Karlsbader Hütte liegt inmitten der Lienzer Dolomiten direkt am Laserzsee und und befindet sich im Besitz der Sektion Karlsbad des Deutschen Alpenvereins.
Schlichtheit und Einfachheit in seinen Hütten sei dem Alpenverein nach wie vor ein Anliegen. Die Ansprüche der Gäste würden steigen, und so mancher Wanderer wünsche sich etwa bei einer Übernachtung auch eine heiße Dusche oder eine WLAN-Verbindung. Doch das lasse sich nicht auf jeder Hütte verwirklichen, nicht selten müssten die Hüttenwirte im Hochgebirge mit Strom und Wasser haushalten. „Wo es geht, bieten wir einige Grundannehmlichkeiten an, aber auf vielen Hütten wird es auch in Zukunft nur ein Mindestmaß an Komfort geben. Fließend Wasser im Waschraum, ein Platz im Bettenlager und ein Hüttenschlafsack statt Bettwäsche – das hat für die meisten unserer Gäste einen besonderen Charme und ist oft sogar der Grund für einen Hüttenbesuch“, so Ermacora. Mit Gemütlichkeit und Einfachheit auf den Hütten sei der Alpenverein schon bisher gut gefahren und werde in den Bergen sicher auch in Zukunft keine Luxushotels errichten.
Weiterentwickeln werde man sich dennoch, und zwar im Hinblick auf einen umweltgerechten und energieeffizienten Betrieb der Hütten. „Viele unserer Hütten beziehen ihren Strom bereits aus eigenen umweltfreundlichen Kleinkraftwerken. Neben der naturverträglichen Energiegewinnung sind fachgerechte Trinkwasseraufbereitung und Abfallvermeidung sowie Energie- und Wassersparmaßnahmen Voraussetzungen, um das Umweltgütesiegel zu erhalten, das bereits 111 unserer Hütten tragen dürfen“, so der Alpenvereins-Präsident.
Text: Redaktion, Fotos: Mühlburger, Tembler
