9% mehr Arbeitslose in Osttirol seit 2012
AMS-Leiterin Doris Batkowski präsentierte die Zahlen des Arbeitsmarktes 2013. Personen über 50 Jahre bildeten mit 21,1% der über 2 000 Arbeitssuchenden im Bezirk die Mehrheit.
Doris Batkowski ist seit Mitte September 2013 Leiterin des Arbeitsmarktservice Lienz. Sie und ihre 23 MitarbeiterInnen bearbeiteten im Vorjahr rund 8 000 Anträge und 1 200 Förderbegehren, tätigten 5 000 Stellenvermittlungen und standen etwa 2 000 BesucherInnen und 650 SchülerInnen aus 30 Schulklassen im Berufsinfo-Zentrum mit Rat und Tat zur Seite. 2013 suchten 2 010 Menschen in Osttirol Arbeit, das sind 165 Personen mehr als 2012, ein Plus von 9%. Damit liegt Osttirol leicht unter dem Tiroler Durchschnitt, mit insgesamt 21 190 vorgemerkten Arbeitslosen verzeichnete Gesamttirol einen Zuwachs von 9,6%.
Im Bezirk Lienz ist die höchste Arbeitslosenquote im Iseltal mit 11%, das entspricht 653 Personen, zu verzeichnen, gefolgt vom Lienzer Talboden mit 9,8% (985 Personen) und dem Pustertal mit 8,3% (372 Personen). Besonders auffällig, so Batkowski, sei die Steigerung der Arbeitslosenzahl bei der Generation 50+, was unter anderem auf die Schließung der Daily-Filialen (vormals Schlecker) zurückzuführen sei. Speziell der Handel spüre die Auswirkungen der Wirtschaftskrise in Italien.
2013 verfügte das AMS Lienz über 1 331 offene Stellen, 197 weniger als 2012. „Der Einschaltgrad des AMS liegt bei nur 38%“, informierte die AMS-Leiterin. „Wir wollen aber durch Kontakte mit Firmen den Einschaltgrad erhöhen. Wir möchten ein möglichst großes Angebot sichern. Unser Service ist für die Unternehmen kostenlos.“ Stark ist das AMS-Angebot in der Sparte Tourismus, welche die Hälfte des Job-Pools füllt. Im Vorjahr kamen im Schnitt 23,6 Arbeitslose auf eine gemeldete offene Stelle.
Im Vorjahr wurden knapp 13,5 Mio. Euro Arbeitslosengeld, 4,8 Mio. Euro Notstandshilfe sowie 1 Mio. Euro Altersteilzeitgeld vergeben. Sehr oft genützt werde auch die Bildungskarenz, so Batkowski. Eine gute Ausbildung sei essentiell, so die AMS-Leiterin, daher fördere man auch die Ausbildung bzw. Forcierung von Arbeitsplätzen und biete außerdem ein Fachkräftestipendium sowie ein Unternehmensgründerprogramm an. In diese Arbeitsmarktförderungsmaßnahmen wurden 2013 über 4 Mio. Euro investiert.
„Die ausgezeichnete Schneelage ist eine gute Chance für den Tourismus“, so Doris Batkowski abschließend, „aber auf der anderen Seite wirken sich die winterlichen Witterungsverhältnisse negativ auf die Sparte Bau aus.“ Dennoch blickt sie positiv in die Zukunft: „Wenn bei den kommenden Vorhaben im Bezirk wie dem Straßenbau am Felbertauern, dem Um- und Ausbau des Dolomitenbades oder dem Kaufhaus Lienz Osttiroler Firmen zum Zug kommen, haben wir gute Aussichten.“ Grundsätzlich beobachte man im Bezirk Lienz nicht so extreme Auf und Abs wie im Rest des Landes, so Batkowski abschließend.
Text: Judith Goritschnig, Foto: Journal/Judith Goritschnig
