Stark und zukunftsfähig: Vereine und Freiwillige in der Corona-Krise

Über 300 OsttirolerInnen engagieren sich derzeit insgesamt im Freiwilligenzentrum Osttirol ehrenamtlich. Allein 38 neue HelferInnen meldeten sich nach einem Aufruf.

„Ziel der Freiwilligenpartnerschaft Tirol ist es, das funktionierende, unverzichtbare Netz des freiwilligen Engagements zu stärken und zukunftsfähig zu gestalten. Dies ist eine Maxime der zehn Tiroler Freiwilligenzentren. Die Umsetzung ist uns während der Corona-Zeit mehr als gelungen“, sagt Alexandra Harles, Leiterin des Freiwilligenzentrums Osttirol. Einige geplante Aktionen hätten nach Ausbruch der Corona-Pandemie anfangs nicht stattfinden können, darunter die Freiwilligenwoche und andere regelmäßige Treffen, die Vorlesetage und -woche und auch das Frauencafé MITTENDRIN – ein Treff für „Frauen aller Kulturen“.

„Doch wir stellten uns rasch auf die neue Situation ein. Die Verantwortlichen – allen voran Andrea Fink als Koordinatorin aller zehn Tiroler Freiwilligenzentren – vernetzten sich digital über die Meeting-Software ZOOM und erhielten so einen Überblick, wem wo am besten geholfen wäre. Allein 38 neue Helferinnen und Helfer meldeten sich nach einem Aufruf, über 300 OsttirolerInnen engagieren sich derzeit insgesamt im Freiwilligenzentrum Osttirol ehrenamtlich für andere“, so Harles.

So konnten viele Menschen jeden Alters an diversen Aktionen teilhaben, darunter am Onlineprojekt „Osttiroler lesen für Osttiroler“. Die Bücherei in Außervillgraten stellte beim digitalen Lesehoagascht interessante Buchtitel vor. Andere Freiwillige nähten Mund-Nasen-Masken für soziale Einrichtungen und kleine Geschäfte. Dazu kamen Hol- und Bringdienste für Menschen, die zur Risikogruppe zählen – auch in Zusammenarbeit mit den Nahversorgern und Gemeindetaxis.

 

 

Auch Bernhard Oberschneider, unter anderem zuständig für den Sozialladen „Kraut & Rüben“ in Matrei, zieht eine positive Bilanz: „Es gab viel zu organisieren, um die geforderten Maßnahmen umzusetzen. Besonders auffällig war, dass in der Krise durch den Zusammenhalt und die Flexibilität der vielen Freiwilligen, aber auch Hauptberuflichen, vieles möglich wurde, was man sich zuvor gar nicht vorstellen konnte.“

„Alle halfen und helfen zusammen – Freiwillige aus dem Kreis der Jungbauernschaft/Landjugend, von den Feuerwehren oder den Schützenkompanien. Und waren einige anfangs spontan dabei, dürfen die OsttirolerInnen mittlerweile dauerhaft auf sie zählen. So ziehen auch Mitglieder von Nachbarschaftsvereinen und Sozialausschüssen und sogar Firmlinge aus einzelnen Pfarreien an einem Strang. Die Freiwilligenarbeit ist der Kit unserer Gesellschaft“, betont Alexandra Harles. Für sie sei es jeden Tag aufs Neue eine Freude, mit so vielen motivierten, empathischen und kreativen Menschen zusammenzuarbeiten.

„Gemeinsam mit den AnsprechpartnerInnen in den Einsatzstellen haben wir die Krise bis jetzt gut gemeistert und uns den neuen Herausforderungen gestellt“, so die Leiterin des Freiwilligenzentrums Osttirol. Davon ist auch Bernhard Oberschneider überzeugt: „Die Freiwilligkeit ist unverzichtbarer Teil des öffentlichen Lebens. Dies wurde und wird seit längerer Zeit auch von der Öffentlichkeit erkannt und anerkannt. Und es ist wichtig, unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter weiterhin in allen Bereichen zu unterstützen, ihnen das ‚Werkzeug‘ für ihr Engagement zur Verfügung zu stellen, damit wir weiterhin auf sie zählen können.“

 

Text: Redaktion, Fotos: Freiwilligenzentrum Osttirol

06. Oktober 2020 um