Offene Jugendarbeit in Lienz: Jugendzentrum startet am 15. Juni neu durch
Wir sprachen mit Wolfgang Walder über die Jugendarbeit in Lienz und über die Öffnung des Jugendzentrums nach der cornabedingten Sperre.
„Wir sind aktuell dabei, mit den Jugendlichen und den MitarbeiterInnen zu besprechen, wie wir in Zukunft den Betrieb in unserem Jugendzentrum gestalten. Da am 15. Juni die Maskenpflicht fällt, öffnen wir an diesem Tag wieder unsere Pforten. Die ursprüngliche Corona-Verordnung für Jugendzentren ist noch bis 30. Juni gültig. Das heißt, es stehen uns bis dahin nur begrenzte Kapazitäten – vor allem was den Platz betrifft – zur Verfügung“, erzählt Wolfgang Walder, Leiter der offenen Jugendarbeit in Lienz, einleitend.

Am 13. März musste das Lienzer Jugendzentrum geschlossen werden. Laut Verordnung müssen jedem Jugendlichen 10 Quadratmeter zur Verfügung stehen, um die Abstandsregeln einzuhalten. „Sollte diese Regelung weiter so bleiben, werden wir verstärkt auf Gruppenarbeit und Projekte umstellen. Ich hoffe aber, dass die Vorschriften sukzessive weiter gelockert werden, wie es auch in anderen Bereichen der Fall ist“, so Walder.
Wolfgang Walder: „Wir unterstützen die Jugendlichen in der Zeit der Pubertät mit ihren starken Veränderungen. Bei Gruppenarbeiten und Projekten sollen die Fähigkeiten und Talente der jungen Menschen gefördert werden. Besonders gerne machen die Jugendlichen bei Musikprojekten mit. Ob Rap oder digitale Musik – hier können die jungen Menschen ihre Kreativität ausleben.“
Das Jugendzentrum Lienz ist ein offener Raum für 10- bis 18-jährige Jugendliche. Hier können sich die jungen Menschen treffen, diskutieren, ihre Kreativität ausleben oder z.B. auch gemeinsam Musik machen oder kochen. „Kunstprojekte – wie z.B. das Graffity-Projekt im Skatepark, Mal- oder Musikprojekte – ergänzen das Angebot“, so Walder, der seit Dezember 1994 die offene Jugendarbeit in Lienz leitet. Diese besteht bereits seit dem Jahre 1977. Das Lienzer Jugendzentrum befand sich ursprünglich in der Gartengasse, das neue wurde im September 2013 im Bereich des Dolomitenstadions am Rechten Drauweg eröffnet.

„Wir sind in der glücklichen Lage, dass uns ein großer Außenbereich inklusive Skatepark zur Verfügung steht. Diesen betreuen wir pädagogisch mit. Besonders beliebt sind auch der Scooter- und Skateboard-Contest“, so Walder. Gemeinsam mit drei MitarbeiterInnen betreut er die jungen Menschen im Lienzer Jugendzentrum, unterstützt sie und hilft ihnen zudem in besonderen Lebenssituationen. „Gerade in der Zeit der Pubertät mit ihren starken Veränderungen brauchen Jugendliche verstärkt Unterstützung. Das betrifft das gesamte Umfeld – wie Familie, Freundeskreis, Beruf, Schule oder Lehre. Die Jugendlichen suchen in dieser Zeit ihren Platz in der Gesellschaft. Wir unterstützen sie in ganz normalen Alltagssituationen und helfen ihnen z.B. auch einmal bei einem Referat“, so der Leiter des Jugendzentrums.

Teil der offenen Jugendarbeit in Lienz ist auch die „Mobile Jugendarbeit“. Dabei werden Kinder und Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren im öffentlichen Raum betreut. „Zwei Sozialpädagoginnen suchen die Kids an bestimmten Plätzen auf, um sie zu betreuen und zu begleiten. Es handelt sich bei diesen öffentlichen Plätzen in Lienz z.B. um Parks, das Schwimmbad oder das BORG-Areal“, nimmt Wolfgang Walder abschließend auf diesen Bereich der offenen Jugendarbeit Bezug.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute