Iselsberg: Freiwillige des Alpenvereins beseitigen Sturmschäden auf der Lugger Alm
Sechs junge Freiwillige sorgen vom 8. bis 14. August auf einer Umweltbaustelle dafür, dass die auf der Lugger Alm gealpten Pferde wieder in den Genuss saftiger Wiesen kommen.
Die Lugger Alm liegt nordöstlich oberhalb des Iselsberg-Passes an der Außenzone des Nationalparks Hohe Tauern. Dort – hart an der Grenze zwischen Osttirol und Kärnten – werden von Anfang Juni bis Ende September Pferde gealpt. Aufgrund der Sturmschäden und des Schneedrucks der letzten drei Jahre ist die Weidefläche durch umgefallene Bäume und Äste stark geschrumpft. Weil sogar die feinen Zweige die sensiblen Nasen der Pferde reizen, fressen die Tiere die frischen Gräser nicht. Um dem entgegenzuwirken, haben sich sechs junge Menschen im Alter zwischen 16 und 30 Jahren dazu entschlossen, bei der einwöchigen Umweltbaustelle des Österreichischen Alpenvereins dabei zu sein. Gemeinsam entfernen sie das Geäst und zum Teil auch Gestein auf der rund sieben Hektar großen Fläche.

Von früh bis spät arbeiten die NaturliebhaberInnen mit Rechen ausgestattet auf der Weide und sammeln die herumliegenden Äste auf Haufen. Diese Tätigkeit erfordert Ausdauer und Kraft, doch die Gruppe sprüht nur so vor Elan. Die traumhafte Aussicht auf die umliegenden Berge, Täler und Wälder trägt sicher zu der hohen Arbeitsmoral bei, doch der wahre Grund für die Motivation der Gruppe ist das gute Gefühl, etwas Sinnvolles zu leisten. „Die Umweltbaustelle ist auch eine gute Möglichkeit, Zeit draußen in der Natur zu verbringen und neue Leute kennenzulernen“, schwärmt Anika Teufel.
Das Projekt auf der Lugger Alm ist dieses Jahr zum ersten Mal vom Alpenverein als Umweltbaustelle ausgeschrieben. „Ich habe das bei anderen Almen gesehen und mir gedacht: Da könnte ich mich auch bewerben“, sagt Gerhard Lugger, der als Grundeigentümer diese Umweltbaustelle ins Leben gerufen hat. Die jungen Ehrenamtlichen freuen sich auch darüber, dass sie während der Einsatzwoche in einer ganz neu gebauten Almhütte wohnen dürfen.

Neben dem konkreten Ziel, die Lugger Alm als gesunden Lebensraum für Pferde wieder nutzbar zu machen, rückt die Umweltbaustelle die große Bedeutung für die Umwelt, Almflächen zu pflegen, in den Fokus. „Die Almflächen gehen immer mehr zurück, aber ein Mosaik von Wald und Wiese am Berg ist sehr wertvoll für die Artenvielfalt. Wenn der Mensch sich allerdings zurückzieht und sich nicht mehr um die Wiesen kümmert, verbuschen und verwalden sie irgendwann“, erklärt Anna-Lena Neunteufel, die schon letztes Jahr auf einer Umweltbaustelle gearbeitet hat und dieses Jahr die Projektleitung übernahm.
Text: Redaktion, Fotos: Miriam Fuchs-Weikl