Tirol: Negativer Antigen-Test künftig auch für das Betreten von Seilbahnen nötig

Im neuen Maßnahmenpaket des Landes Tirol ist auch der Aufruf enthalten, die Mobilität österreichweit so gut wie möglich einzuschränken und unnötige Fahrten zu vermeiden.

„Die aktuelle Lage in Tirol ist zweigeteilt: Einerseits sinken derzeit die Infektionszahlen, wodurch Tirol bei der 7-Tages-Inzidenz aktuell besser liegt als der Österreich-Schnitt. Andererseits sind wir österreichweit mit einer zunehmenden Häufung an Mutationsfällen konfrontiert. Im Osten Österreichs breitet sich aktuell die britische Mutationsvariante aus, bei uns in Tirol sind es größtenteils südafrikanische Mutationsfälle“, so Landeshauptmann Günther Platter. Tirol habe seit dem ersten Auftreten von Mutationsfällen zu Jahresbeginn als erstes Bundesland damit begonnen, diesen Fällen im großen Stil mit Laboranalysen auf den Grund zu gehen.

„Wir sind beim Sequenzieren Vorreiter in Österreich, weshalb uns im Moment auch die vollständigste und umfassendste Datenlage zur Verfügung steht. Auf dieser Basis und auf Empfehlung der ExpertInnen können wir nun gezielt Schritte gegen eine weitere Ausbreitung der Mutationen setzen“, erklärte der Landeshauptmann. Nach detaillierter Analyse der aktuellen Datenlage zu den südafrikanischen Mutationsfällen legte das Land Tirol zu Wochenbeginn ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Bekämpfung der Mutationsvarianten vor. Die Landesregierung verständigte sich am Montag auf diese Vorgangsweise und informierte alle im Landtag vertretenen Parteien.

Die derzeitige Herausforderung der südafrikanischen Virusmutation sei laut ExpertInnen, dass aktuell noch nicht restlos geklärt ist, wie die zur Verfügung stehenden Impfstoffe auf diese Mutation wirken. Das Land Tirol setzt bereits jetzt ein Maßnahmenpaket zur Eindämmung der Mutationsfälle in Tirol um. Dazu zählen etwa die Durchführung von Massentestungen im Bezirk Schwaz und ein verschärftes Contact Tracing, wo nicht nur die engen Kontaktpersonen (K1) mit einem PCR-Test abgestrichen werden, sondern auch die erweiterten Kontaktpersonen (K2). Jeder positive PCR-Test wird in weiterer Folge sequenziert.

 

Zur Verhinderung der Ausbreitung der Pandemie und seiner Mutationen legt das Land Tirol folgendes weiteres Maßnahmenpaket vor:

1.
Strenge Kontrolle der Grenzen auf die neue verschärfte Einreiseverordnung durch Polizei und Bundesheer. Das Land Tirol ersucht die beiden zuständigen Ministerien um Unterstützung.

2.
Verschärfte Kontrollen zur Einhaltung der Covid-Maßnahmen – wie Maskenpflicht, Abstandsregeln und Ausgangsbeschränkungen – durch die Polizei. Zudem Verschärfung der Kontrollen von Zweitwohnsitzen.

3.
Fokus auf Alten- und Pflegeheime: Intensivierung der Schutzmaßnahmen in ganz Tirol.

4.
Bei Mutationsverdacht und Kontaktpersonen: Freitestung aus der Quarantäne: Nur nach negativem PCR-Test wird man aus der Quarantäne entlassen.

5.
Bevölkerung soll auf die Südafrika-Mutation sensibilisiert werden.

6.
Mobilität soll österreichweit so gut wie möglich eingeschränkt werden – Aufruf der Bevölkerung, unnötige Fahrten zu vermeiden.

7.
In Bezirken mit hoher 7-Tages-Inzidenz werden flächendeckende PCR-Tests angeboten. Jeder positive PCR-Test wird in Tirol bereits bisher auf einen Mutationsverdacht untersucht.

8.
Genauso wie bei der Inanspruchnahme von körpernahen Dienstleistern soll als Vorsichtsmaßnahme für das Betreten von Seilbahnen auch ein negativer Antigen-Test vorgeschrieben werden.

9.
Tägliche Evaluierung und laufende Abstimmung über Lagebild zwischen Bund und Land.

 

Text: Redaktion, Symbolfoto: EXPA/Johann Groder

08. Februar 2021 um