Ein starkes „Dreamteam“: Miranda Rofner-Zojer und Hund Lenny
Gemeinsam mit ihrem Hund Lenny bietet Miranda Rofner-Zojer tiergestützte Interventionen an – für Kinder, Senior*innen oder auch Menschen mit Beeinträchtigungen.
„Seit Oktober 2019 dürfen Lenny und ich uns ‚Therapiebegleithunde-Team‘ nennen. Unsere Ausbildung absolvierten wir bei der Therapie mit Pfoten OG, zertifiziert sind wir durch das Messerli Institut“, erzählt Miranda Rofner-Zojer aus Nußdorf-Debant. Durch ihren Beruf als medizinische Masseurin kennt sie viele verschiedene Anwendungen, die sich positiv auf Körper und Seele der Menschen auswirken. „Meinen lang gehegten Wunsch nach einem Hund erfüllte ich mir 2017, kurz nachdem mein Sohn Emilian geboren wurde. Lenny, ein Flat Coated Retriever, kam als Welpe mit zwölf Wochen in unsere Familie. Schnell war klar, dass ich mit ihm den Menschen etwas Gutes tun möchte.“

Miranda und Lenny arbeiten im Team mit unterschiedlichen Klient*innen – mit Kindern, mit Senior*innen oder mit Menschen mit Beeinträchtigungen. In Kindergärten und Schulen ist das „Dreamteam“ genauso im Einsatz wie in Wohn- und Pflegeheimen. „Derzeit sind wir im Rahmen der Nachmittagsbetreuung an der Volksschule Dölsach tätig. Der Schwerpunkt liegt darauf, den Kindern den richtigen Umgang mit einem Hund beizubringen. Durch gezielten Einsatz werden die Bewegung der Kinder gefördert und das Selbstbewusstsein sowie die Teamfähigkeit gestärkt. Nach dem ersten Kennenlernen arbeiten wir beispielsweise mit Futterspielen und vermitteln den Mädchen und Buben die wichtigsten Hunderegeln.“

Bei Senior*innen bringt der Therapiebegleithund ein Stück Normalität in den Heimalltag. „Wenn wir im Wohn- und Pflegeheim zu Besuch sind, kommen uns meist etliche Heimbewohner*innen freudestrahlend entgegen. Lenny hat in ihnen wohl die Erinnerung ausgelöst, dass sie z.B. früher zu Hause oder am Hof einen Hund hatten. Bei den betagten Menschen geht es darum, die Mobilität und Motorik, sowie die Konzentration und Merkfähigkeit gezielt zu fördern.“ Ein Therapiebegleithund kann laut Miranda beim Menschen positive Impulse auslösen. „Es müssen keineswegs Beschwerden oder Krankheiten sein, Therapiebegleithunde kommen überall dort zum Einsatz, wo Hilfe benötigt wird, um den Alltag besser meistern zu können. Wenn wir jemanden zu Hause besuchen, gehen wir in der Einzelbegleitung auch individuell auf Interessen und Fähigkeiten ein.“

Hunde schaffen laut Miranda eine positive und vor allem wertfreie Atmosphäre. „Die Tiere gehen wie selbstverständlich auf jeden Menschen zu. Sie regen das zentrale Nervensystem an, motivieren, aktivieren und fördern die Kommunikation. Das kann z.B. bei eher introvertierten Kindern sehr hilfreich sein. Ängste und Stress können durch den Kontakt mit dem Hund abgebaut, das Selbstwertgefühl gesteigert und die Akzeptanz von Regeln forciert werden. Die Mädchen und Buben lernen, dass es, so wie bei den Spielen mit dem Hund, auch in der Schule Regeln gibt, die zu beachten sind. Hunde lassen sich mit allen Sinnen wahrnehmen. Dies hat positive Auswirkungen auf das Wohlbefinden und die Lebensqualität.“

Lennys Charakter beschreibt Miranda als familienfreundlich, lebhaft und verspielt. „Außerdem zeichnet ihn sein sicheres und freundliches Wesen aus. Diese Eigenschaften sind typisch für einen Retriever. Lenny liebt das Toben im Wald, springt in jede Pfütze und hat auch im Schnee großen Spaß. Er zaubert jedem ein Lächeln ins Gesicht, und durch das Streicheln werden Glückshormone freigesetzt“, ist Miranda Rofner-Zojer überzeugt.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Martin Lugger