„DaVinci Xi“ ist der neue „Mitarbeiter“ im OP-Saal des Bezirkskrankenhauses Lienz

Der Roboter „DaVinci Xi“ gilt weltweit als die Speerspitze des minimal-invasiven Operierens. Das Verfahren verspricht präzisere Eingriffe, schnellere Genesungszeiten und insgesamt eine verbesserte Patientenversorgung.

Mit der Anschaffung des hochmodernen OP-Roboters „DaVinci Xi“ setzt das Bezirkskrankenhaus Lienz einen weiteren Meilenstein in der medizinischen Versorgung der Region.

Bei diesem Modell handelt es sich um das aktuelle System der neuesten Generation. Der Roboter gilt weltweit als die Speerspitze des minimal-invasiven Operierens und wird aktuell vor allem bei Eingriffen in der Urologie, der Allgemeinchirurgie, später auch in der Gynäkologie und bei Hals-Nasen-Ohren-Eingriffen eingesetzt.

Durch die computergestützte Steuerung können Operateure mit bisher unerreichter Genauigkeit arbeiten. „Ich war lange Zeit skeptisch, aber die Präzision des Roboters erlaubt uns nun, Operationen noch exakter durchzuführen, als wir es bisher getan haben. Die Instrumente erlauben Bewegungen deutlich präziser als die menschliche Hand“, schwärmt Prim. Dr. Hubert Volgger, Leiter der urologischen Abteilung. „Das bedeutet weniger Blutverlust, Schonung des Gewebes, kleinere Narben und schnellere Erholungszeiten.“ Diese OP-Methode erfordert auch viel seltener den Einsatz von Blutkonserven und spart so dieses wertvolle Gut.

 

 

Die Investitionskosten werden durch das Land Tirol und das Krankenhaus selbst getragen. „Es handelt sich um eine Investition in die Zukunft. Unsere Patientinnen und Patienten verdienen die bestmögliche Versorgung, und der OP-Roboter ist der entscheidende Schritt in diese Richtung“, betont der scheidende Ärztliche Direktor Dr. Martin Schmidt. Sein Nachfolger Dr. Hansjörg Marsoner ist froh, „unseren Patienten diese fortschrittliche Behandlungsmöglichkeit anbieten zu können. Dabei starten wir nicht, wie viele Kliniken, „bei null“, sondern können durch Dr. Andreas Martinschek (Urologie) und Dr. James Waha (Chirurgie) schon auf jede Menge Erfahrung zurückgreifen. Das hat die Einführung der neuen Methode extrem erleichtert“. Weitere Kollegen sind derzeit in der Zertifizierungsphase und können im neuen Jahr mit dieser neuen OP-Methode durchstarten.

Seit dem Start im September wurden bereits zahlreiche Operationen mit dem High-Tech-Gerät durchgeführt. Das OP-Team ist begeistert. „Ich hätte mir nie vorstellen können, dass die Bedienung eines solch komplexen technischen Gerätes so einfach sein kann. Es macht mich sehr stolz, damit arbeiten zu dürfen“, so Diplom-Gesundheits- und Krankenpfleger Patrick Kofler, der als einer der ersten OP-Fachkräfte eingeschult wurde.

Für die Bedienung des „DaVinci Xi“ wurden die Ärzt:innen und DGKPs des BKH Lienz intensiv geschult. Neben technischen Aspekten lag der Fokus auf der optimalen Nutzung der neuen Möglichkeiten. „Der neue Mitarbeiter hat sich schnell und gut eingefügt“, sagt Pflegedirektor Robert Hieden augenzwinkernd. „Wir investieren nicht nur in die Technik, sondern auch in unser Personal. Die Kombination aus modernster Technik und menschlicher Expertise macht den Unterschied“, erläutert der Verwaltungsdirektor Dr. Georg Kollnig und sieht auch die Attraktivitätssteigerung des Krankenhauses für die Mitarbeiter als positiven Effekt. „Junge Ärzt:innen und DGKPs möchten moderne Medizin praktizieren, wir arbeiten fachlich seit Jahren auf sehr hohem Niveau und konnten nun auch technisch nachziehen“, so Kollnig.

 

OP-Gruppe und Operateure freuen sich über den neuen „Mitarbeiter“.

 

Der OP-Roboter besteht aus einer Konsole, an der der Operateur sitzt, sowie mehreren mechanischen Armen, die die präzisen Bewegungen ausführen. Die Arme sind mit einer hochauflösenden Kamera und Spezialinstrumenten ausgestattet, die feinste chirurgische Eingriffe ermöglichen. Die abwinkelbaren Instrumente haben mehr Freiheitsgrade als das menschliche Handgelenk. „Operiert wird der Patient weiterhin von einem Menschen. Der Roboter hilft nur, unsere Bewegungen minimal-invasiv und sehr präzise umzusetzen. Man kann die langjährige Erfahrung aus der offenen Chirurgie direkt in das robotische Operieren übertragen. Der DaVinci ist kein Ersatz, sondern eine Erweiterung. Er arbeitet schon Hand in Hand mit uns“, betont Prim. Volgger,

„Dem System sind zunächst keine Grenzen gesetzt, wir werden mehr und mehr Eingriffe nun robotisch durchführen. Die ersten Eingriffe haben gezeigt, was alles möglich ist“, so Prim. Arvin Imamovic. Mit der Anschaffung des „DaVinci Xi“ positioniert sich das BKH Lienz klar als moderner Gesundheitsversorger. Die nächsten Schritte sind bereits geplant: Neben weiterer Schulung des Personals und Ausbildung weiterer Operateure sollen die Einsatzmöglichkeiten des Roboters in den kommenden Jahren erweitert werden.

„Wir wollen unsere Expertise weiter ausbauen und die Grenzen des Möglichen verschieben. Der DaVinci Xi ist ein Symbol für unseren Anspruch, den Menschen in unserer Region die bestmögliche medizinische Versorgung zu bieten“, erläutert Dr. Martinschek, der seit 2015 bereits mit dem System arbeitet und aus einem großen Hamburger Klinikum und europäischen Ausbildungszentrum für Roboterchirurgie nach Lienz gekommen ist.

„Robotische Chirurgie ist nicht die Zukunft, sondern die Gegenwart. Wir werden die Chirurgie auf ein neues Level heben können“, betont Dr. Waha, der an der Med Uni Graz den Aufbau des chirurgischen OP-Programmes durchgeführt hat.

Mit dieser Entscheidung setzt das Bezirkskrankenhaus ein klares Zeichen: Die Kombination aus modernster Technik und menschlicher Fähigkeit wird die medizinische Versorgung der Patientinnen und Patienten in Osttirol und Umgebung auf ein neues Level heben. Der neue Mitarbeiter – stets präzise, zuverlässig und unermüdlich – ist dabei ein zentraler Bestandteil dieses Fortschrittes.

 

Text: Redaktion, Fotos: BKH Lienz

17. Dezember 2024 um