Bezirkskrankenhaus Lienz: Vereinbarung mit Land Tirol für Um- und Neubau unterzeichnet
223 Millionen Euro sind im „Letter of Intent“ für den Um- und Neubau des Bezirkskrankenhauses Lienz vorgesehen. Dass das Großprojekt in drei Bauabschnitten am Ende deutlich teurer wird, gilt als sehr wahrscheinlich.
Im Anschluss an die Gemeindeverbandsversammlung wurde am Donnerstag, 27. August, unter Anwesenheit von LH Anton Mattle, Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele sowie zahlreichen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern eine Grundsatzvereinbarung für die umfassende Modernisierung des Bezirkskrankenhauses Lienz unterzeichnet. Das Projekt soll in drei Bauphasen bis voraussichtlich 2042 umgesetzt werden. Die Vereinbarung bildet die Grundlage für die weitere Detailplanung sowie die Finanzierung über den Tiroler Gesundheitsfonds und die Gemeinden.
Die Gemeindeverbandsversammlung genehmigte bereits am 20. März 2026 einstimmig die Ergebnisse einer umfangreichen Machbarkeitsstudie für das Großprojekt. Geplant ist eine umfassende Neustrukturierung des Krankenhauses mit rund 40.000 m² Bruttogeschossfläche und etwa 1.500 Räumen. Die Bettenstationen, der OP-Bereich und die Intensivstation sollen neu errichtet werden. Vorgesehen sind außerdem eine Zentrale Ambulante Erstversorgung, neue Technikzentralen, moderne Verwaltungsflächen, Personalwohnungen sowie Räumlichkeiten für Kurzzeit- und Schwerpunktpflege.

„Nach Prüfung von drei Varianten haben wir uns für einen strukturellen Um- und Neubau entschieden. Das Projekt wird in drei Bauabschnitten umgesetzt. Geplant ist, dass wir 2028 mit den Bauarbeiten beginnen. Wir rechnen mit einer Bauzeit von rund 15 Jahren“, erklärte Verbandsobmann Bgm. Bernhard Zanon.
„Die Unterzeichnung dieser Vereinbarung bedeutet einen Meilenstein für die langfristige Absicherung und Weiterentwicklung des Bezirkskrankenhauses Lienz. Nachdem das Projekt in St. Johann abgeschlossen und jenes in Kufstein auf Schiene ist, ist die Investition in das BKH Lienz die größte im Krankenhausbereich. Zu den Versorgungsaufträgen für Patienten aus Oberkärnten möchte ich betonen, dass Geld der Leistung folgen muss, dass also das jeweilige Bundesland auch die Kosten zu tragen hat“, so LH Anton Mattle.
In die gleiche Kerbe schlug Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele: „Der Anteil der Patientinnen und Patienten aus Oberkärnten beträgt im Lienzer Krankenhaus rund 30 Prozent. Wir setzen uns dafür ein, dass das Geld dahin fließt, wo die Leistungen erbracht werden. In die Tiroler Bezirkskrankenhäuser werden in den nächsten Jahren bis zu 1 Milliarde Euro investiert. Im Letter of Intent für das BKH Lienz sind 223 Mio. Euro festgehalten. Da diese Berechnung auf dem Preisniveau von 2025 basiert, ist von einem Investitionsvolumen von über 300 Mio. Euro auszugehen.“
Text: Raimund Mühlburger, Foto: Land Tirol/Christanell, Visualisierung: BKH Lienz


