Weihnachten – das Hochfest der Geburt Christi
Mit einer historischen Betrachtung zum Weihnachtsfest wünschen wir allen Leserinnen und Lesern, Kunden und Partnern ein friedvolles Fest und erholsame Feiertage.
Alle Jahre wieder am 25. Dezember feiert die katholische Kirche das Hochfest der Geburt Jesu. Das Wort Weihnachten“ selbst heißt so viel wie „heilige, geweihte Nacht“. Im Evangelium nach Lukas wird als Ort der Geburt Jesu Bethlehem genannt, genauer gesagt die Felder vor der Stadt Davids. Hier trat, so die Bibelstelle, der Engel des Herrn zu den Hirten und sprach zu ihnen: „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird. Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr.“
Geburtstag und Geburtsjahr
Der exakte Geburtstag von Jesus ist nicht bekannt. In alten Aufzeichnungen ist vom 20. Mai zu lesen, andere Quellen sprechen vom 6. Jänner („Fest der Erscheinung des Herrn“). Auch das tatsächliche Geburtsjahr von Jesus ist, wie man heute weiß, nicht das Jahr 0 unserer Zeitrechnung, sondern liegt einige Jahre früher. Da der Stern von Bethlehem von Wissenschaftlern mit einer speziellen Konstellation aus Saturn und Jupiter im Sternzeichen der Fische gleichgesetzt wird, die nur alle 805 Jahre zu sehen ist (wurde auch von Johannes Kepler festgestellt), wird von manchen Astronomen vermutet, dass Jesus sieben Jahre früher geboren wurde.
Die „geweihte“ Nacht
Das Christfest ist das jüngste Christusfest der Kirche, es wurde zunächst am 6. Januar gefeiert. Das Lukasevangelium erzählt, dass Maria ihren ersten Sohn gebar, ihn in Windeln wickelte und in eine Krippe legte, weil sie in der Herberge keinen Platz fanden. Im Volksmund hat sich für dieses Fest der Name „Weihnachten“ durchgesetzt. Die Herkunft des Begriffes ist umstritten; der früheste Beleg stammt aus dem Jahr 1190 in einem Text des bayerischen Minnesängers Herger (Spervogel I): „Er ist gewaltic unde starc, der ze wîhen naht geborn wart. Daz ist der heilige Krist, jâ lobt in allez, daz dir ist.“ (Minnesangs Frühling VII. IV; 1.1-4). Das Grimm‘sche Wörterbuch nennt aus der gleichen Zeit eine parallele Formulierung: „diu gnâde diu anegengete sih an dirre naht: von diu heizet si diu wîhe naht” („Die Gnade kam zu uns in dieser Nacht: deshalb heißt sie nun Weihnacht“). Die „wîhen naht“ wird dabei als Übertragung des lateinischen „nox sancta“, „heilige, geweihte Nacht“, verstanden. In den romanischen Sprachen entwickelte sich daraus „natale“, „navidad“ oder „noel“.
Andere Quellen weisen darauf hin, dass der Begriff heidnischen Ursprungs ist: Sebastian Franck schreibt in seiner „Germaniae chronicon“ 1538: „das dieser heydnisch nam [Ostern] und standt nicht von Petro, sonder von den heyden in das christenthumb ist kommen, wie auch die fasznacht, weinnacht etc.“ Luther dachte an „wiegen“ und sprach von „Wygenachten”, „da wir das Kindlein wiegen“. Von Theodor Storm stammt das Verb: „Es weihnachtet sehr“. Heute bezeichnet das Wort „Weihnachten“ für die Christen die durch die Geburt Jesu geweihte Nacht.
Die Hl. Familie mit Ochs, Esel und Hirten
Ab dem 4. Jahrhundert sind in römischen Katakomben Malereien mit dem Kind zwischen Ochs und Esel, teilweise auch mit Hirten, nachzuweisen. Erst später kamen Bilder, auf denen auch Maria und die Weisen aus dem Morgenland zu sehen sind. Im 7. Jahrhundert wurde in der Kirche S. Maria Maggiore in Rom eine Holzkrippe aufgestellt. In Italien waren Krippen um 1478 weit verbreitet, nach Deutschland kamen sie erst Anfang des 16. Jahrhunderts durch den Jesuitenorden. Nachgewiesenermaßen wurden Krippen zur Weihnachtszeit 1537 in Brügge in Belgien, 1562 in Böhmen, 1595 in Japan, 1599 in Ostindien, 1601 in Altötting und 1607 in München aufgestellt.
Text: Redaktion, Foto: AdobeStock/Adagio