Wasserrettung: Erfolgreiches „Entenjahr” brachte 40.000 Euro für neue Einsatzstelle

Das vergangene Jahr der Wasserrettung Osttirol war geprägt von der Mittelaufbringung für die neue Einsatzstelle. 20 Einsätze und umfangreiches Ausbildungsprogramm.

Die Wasserrettung Osttirol lud am Freitag, 25. Jänner, zur Jahreshauptversammlung in die Rot-Kreuz-Bezirksstelle in Lienz. Das vergangene Jahr war geprägt von der Planung und Mittelaufbringung für die neue Einsatzstelle. Die Wasserrettung Osttirol befindet sich nach wie vor im Ausweichquartier im alten Tiwag-Gebäude in der Peggetz. „Obwohl der Umbau des Dolomitenbades bereits seit November 2016 abgeschlossen ist, konnten wir unsere Einsatzstelle dort noch nicht errichten. In Sachen Finanzierung waren wir äußerst aktiv. Mit der Enten-Aktion, dem Pizzafestival, dem Auftritt bei der Osttirol Messe und der Beteiligung am Dreikönigsmarkt Anfang des neuen Jahres konnten wir den Bau fast ausfinanzieren”, so Obmann Franz Striemitzer.

 

Obmann Franz Striemitzer: „Die Wasserrettung findet hierzulande teilweise wenig Beachtung – ganz im Gegensatz zum bodengebundenen Rettungsdienst. Ein Grund sind vielleicht die vergleichsweise niedrigen Einsatzzahlen. Daraus resultiert, dass die Wasserrettung ihren Dienst mit relativ bescheidenen Zuwendungen und sehr viel Idealismus leistet.”

 

 

Präsident Meinhard Pargger berichtete ausführlich über die Planung des Neubaus der Einsatzstelle und über die Finanzierung. „Unser Team war kaum zuvor so sehr gefordert, wie in den letzten 12 Monaten. Mit der Entenaktion konnten wir mehr als 40.000 Euro für unsere neue Einsatzstelle sammeln. Ein besonderer Dank gilt unseren Sponsoren. Nicht nur unsere Mitglieder, auch viele Privatpersonen, Vereine und Unternehmen haben sich massiv für die Wasserrettung ins Zeug gelegt”, so Pargger.

 

Präsident Meinhard Pargger: „Die Mittelaufbringung für den Neubau unserer Einsatzstelle hat unser Team im letzten Jahr massiv gefordert. In den nächsten Tagen werden wir die Kostenschätzung vorliegen haben, im Frühjahr beginnen wir mit dem Bau. Ich bin zuversichtlich, dass wir bereits im Herbst in die neue Einsatzstelle einziehen können.”

 

Hocherfreut ob der hohen Einnahmen im Jahr 2018 zeigte sich auch Kassier Ernst Glaser. „Wir konnten wegen der Zuwendungen und Spenden für die neue Einsatzstelle einen Überschuss von 260.000 Euro erzielen. Einen derart positiven Kassenbericht werden wir wohl nie wieder haben. 31 Osttiroler Gemeinden haben rund 100.000 Euro beigesteuert, und die Zuwendung der Stadt Lienz in Höhe von 150.000 Euro wird dann im heurigen Budget enthalten sein”, so Glaser.

 

Kassier Ernst Glaser wurde mit dem Ehrenzeichen in Silber ausgezeichnet.

 

Obmann Franz Striemitzer berichtete von 20 Einsätzen im Jahr 2018. Dazu kamen viele Übungen und ein umfangreiches Ausbildungsprogramm vor allem auch für die Kinder und Jugendlichen. „95% unserer Einsätze sind Wildwassereinsätze. Das Einsatzgebiet ist daher meist nicht punktuell, und wir brauchen deshalb unseren Fuhrpark zu Land und zu Wasser”, so der Obmann. Neben dem Kinderschwimmkurs fand auch wieder ein Rettungsschwimmkurs statt. 15 TeilnehmerInnen konnten die Prüfung positiv abschließen und die Helfer- und Retterausweise entgegen nehmen. Auch in Erster Hilfe wurden wieder zahlreichen Fortbildungsstunden absolviert. 69 Helfer, 62 Retter, 50 zivile Taucher, 20 Fließwasserretter und 16 Wildwasserretter sind aktuell unter den aktiven Mitgliedern der Wasserrettung Osttirol.

 

v.l.n.r.: Natascha Zimmermann (Bezirkshauptmannschaft Lienz), Landesleiter-Stv. Stefan Mantl, Markus Pflanzl (Obm.-Stv. und Technischer Leiter, Ehrenzeichen in Bronze), der Lienzer Vize-Bgm. Kurt Steiner, Obmann Franz Striemitzer

 

„Über 6.500 Stunden wurden von unseren Mitgliedern im Vorjahr für Einsätze, Übungen, Kurse und sonstige Dienste geleistet – davon fast 2.500 Stunden von unseren Kindern und Jugendlichen. Beim Hochwasser Ende Oktober waren wir im Einsatz. Ein tragischer Einsatz war jener vom 4. November. Ein 20-jähriger Einheimischer war in die Drau gefallen. Die Suche blieb erfolglos. Erst am nächsten Tag konnte der Vermisste kurz vor Spittal gefunden und geborgen werden – leider nur mehr tot”, so Striemitzer.

 

Kassier Ernst Glaser (links) ernannte Präsident Meinhard wegen seines Einsatzes für das Entenprojekt zur Finanzierung der neuen Einsatzstelle zum „Ehrenbürger von Entenhausen¨.

 

Christian Burger wurde einstimmig in das Referat für Wildwasserwesen, dem auch Dominik Pargger und Max Faustini angehören, kooptiert. Das Ehrenzeichen in Gold erhielten Ernst Glaser, Gerald Pflanzl und Magdalena Pflanzl. Helga Crazzolara, Marcel Grützner und Roman Moser wurden mit dem Ehrenzeichen in Silber ausgezeichnet. Markus Pflanzl erhielt das Ehrenzeichen in Bronze. Zahlreiche Mitglieder wurden für 10-, 20-, 30-, 40- und 50-jährige Treue zur Wasserrettung Osttirol ausgezeichnet.

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger

26. Januar 2019 um