Tourismusverband Osttirol finanziert Ortungskamera für die Bergrettung
Die neue Ortungskamera der Bergrettungs-Ortsstelle Prägraten am Großvenediger kommt vor allem bei Lawinenabgängen, aber auch bei Spaltenstürzen zum Einsatz.
Im Informationszentrum des Tourismusverbandes Osttirol in Lienz stellten Vertreter der Bergrettung gemeinsam mit dem Prägratner Bürgermeister Gottfried Islitzer und Tourismusverbands-Obmann Franz Theurl die neue Ortungskamera vor. „Unsere alte Ortungskamera ist vor drei Jahren kaputt gegangen. Nun haben wir uns um die Anschaffung einer neuen Kamera gekümmert und im Tourismusverband Osttirol einen großzügigen Unterstützer gefunden”, erklärte Siegfried Kratzer, Obmann der Bergrettung Prägraten.
„Die Bergrettung leistet enorm wichtige Dienste für den Tourismus. Mit der Finanzierung der Ortungskamera wollen wir einen Beitrag leisten, damit die Bergretter auch in Zukunft mit entsprechendem technischem Equipment unsere Gäste aus alpinen Notlagen befreien und auch Leben retten können. Gekostet hat die Kamera 5.300 Euro. Die Finanzierung erfolgt zur Gänze durch den Tourismusverband Osttirol”, so Franz Theurl.
Die Ortungskamera kommt in Verbindung mit einer Dampfsonde zum Einsatz und leistet gute Dienste, wenn bei einem Lawinenabgang Verschüttete vermutet und keine Signale eines LVS-Gerätes empfangen werden. „Wenn der Sondiertrupp etwas Verdächtiges ortet, wird mit der Dampfsonde ein Loch in den Schnee gebohrt und die Kamera hinuntergelassen. So kann dann schnell abgeklärt werden, ob es sich um einen menschlichen Körper oder etwas anderes handelt. Ohne die Ortungskamera müsste sonst aufwändig gegraben werden”, so Siegfried Kratzer.
Ortungskameras in Verbindung mit Dampfsonden sind außer in Prägraten europaweit nur noch in St. Johann in Tirol und im Bergrettungs-Ausbildungszentrum im Jamtal im Einsatz. „Unsere neue Ortungskamera kann bei längeren Sucheinsätzen auch in anderen Teilen Österreichs zum Einsatz kommen. Außerdem kann sie auch bei Spaltenstürzen gute Dienste leisten”, so der Bergrettungs-Obmann.
Text: Raimund Mühlburger, Foto: Osttirol heute/Mühlburger